Liège, halb und halb – Dienstag Regen, Mittwoch kühl aber trocken

Liège – Namur

Mo.-Do., 08-11.05.2023. Am Montag bestätigen unsere beiden Besucherinnen aus Berlin ihre schlechten Erfahrungen mit der Deutschen Bahn. Diverse Verspätungen, Zugausfälle und, damit verbunden, veränderte Anschlusszüge führen zu einer Gesamtverspätung von satten drei Stunden.

Dienstag, das Wetter drückt mächtig auf’s Gemüt. Der am Vormittag noch harmlose Nieselregen wird permanent stärker und senkt unsere Lust durch die Stadt zu schlendern auf Null.

Der Mittwoch gibt endlich Gelegenheit eine große Runde zu drehen. Quasi fast ein kleiner „Best-of-Liège“-Spaziergang. Und am Abend gönnen wir uns „Boulets à la Liégoise“ (Hackballen nach Lütticher Art mit dunkler, süß-saurer Sauce) in einem nahegelegenen Restaurant.

Donnerstagmorgen geht es weiter. Zur Hauptstadt der Wallonie, Namur. Wir starten früh, da wir keinen Halt in Huy machen wollen. Auf der Meuse sind recht viele Frachtschiffe unterwegs. Wir merken das speziell an den vier Schleusen.

Trotz allem kommen wir gut voran. In der Schleuse vor Huy quetschen wir uns gerade noch so in die Lücke zwischen zwei Sportbooten auf dem letzten Meter der großen Kammer. Um 19.30 Uhr legen wir am langen Kai in Namur an.

Los geht’s. Erste Destination: Liège

Maasbracht – Liège

Sa./So., 06.05.-07.05.2023. Da wir am kommenden Montag die beiden Renates in Liège erwarten, fahren wir am Samstag in einem Rutsch durch.

Die 77 km lange Tour läuft gut. Der Himmel ist grau, überwiegend ist es trocken. So gut wie kein Frachtverkehr. Mit zwei anderen Sportbooten passieren wir die beiden Schleusen auf dem Julianakanaal, Maasbracht und Born, nahezu ohne Wartezeiten. Ebenso schnell geht es durch die belgische Schleuse Lanaye.

Punkt 9 Uhr wird abgelegt. Um 14 Uhr sind wir in Maastricht und eine halbe Stunde später in der niederländisch-belgischen Grenzschleuse Lanaye. Um 17.30 Uhr erwischen wir den letzten freien Platz im Port des Yachts de Liège! Es ist das erste Mal, dass wir an Maastricht vorbeirauschen.

Sonntag lange geschlafen und ausgiebig gefrühstückt. Am Nachmittag nehmen wir die Räder vom Schiff und machen eine Mini-Stadtrundfahrt. Das Wetter ist für die Straßencafés allerdings wenig einladend.

Wieder an Bord. Die letzten Vorbereitungen

Düsseldorf – Maasbracht

Mi.-Fr., 03.05.-05.05.2023. Am Mittwochmittag ist es nur ein Katzensprung mit Bahn und Bus von Düsseldorf nach Maasbracht. Nach knapp zwei Stunden sind wir wieder an Bord.

Das Boot ist unglaublich verschmutzt. Das Winterlager auf dem Freigelände hat seine üblichen Spuren hinterlassen. Das werden wohl nicht mehr perfekt vor der Abfahrt gereinigt bekommen. Wir müssen ja noch einkaufen und bunkern.

Unser obligatorisches Saisonauftakt-Treffen „auf einen Kaffee bei Linssen“ wird diesmal von Ruud moderiert. Das ist auch gut so, da können wir ihm noch einmal für sein Engagement zwecks unseres Versicherungsschadens „Wellenlager“ danken! Dank seines Einsatzes haben wir jetzt eine komplette neue Antriebswellenanlage (Kuiper hat den Schaden anerkannt).

Das Thema „Lithiumbatterien“ ist (leider) vertagt. Es hatte sich nur ein einziger Spezialist gefunden, der für Austausch und Umbau sage und schreibe 13.500 EUR veranschlagt und vor Juni eh keine Zeit hat. So haben wir vorerst den 4er-Block für die Verbraucher mit neuen 85Ah Gel-Batterien installiert und lassen das Thema mal 3 bis 4 Jahre ruhen.

Schade, dass wir schon wieder etwas in Eile sind. Aber die ausgefallenen Tage fehlen nun für die Arbeiten am und auf dem Boot.

Mit einem Fehlstart in die Saison 2023

Berlin – Maasbracht – Düsseldorf

Fr.,-Mi., 28.04. – 03.05.2023. In diesem Jahr haben wir unsere „Anreise-Logistik“ auf „Mietwagen, One-Way“ umgestellt. In einen VW Caddy passen unsere Räder und die üblichen Kartons mit allen notwendigen Utensilien. Wir ersparen uns auf diese Weise den Rücktransport unseres Volvos, den wir nur sehr ungern fünf Monate in Holland lassen würden.

Abreise am 28.04. mit später Ankunft 19.30 Uhr bei van der Laan in Maasbracht. Müde und etwas kaputt müssen wir feststellen, dass unsere Kato 2 zwar im Wasser liegt, aber nicht (wie in den letzten drei Jahren) reiseklar gemacht wurde. Kein Strom, kein Wasser. An eine Übernachtung an Bord ist nicht zu denken.

Also, alles ausladen und Weiterfahrt noch in der Nacht nach Düsseldorf, wo wir für Samstag zwecks Mietwagenrückgabe eh angekündigt waren. Am nächsten Tag erfahren wir telefonisch, das Harry van der Laan unseren Termin wohl nicht an die Fa. Schuller (die traditionell für das Klar-Schiff-machen zuständig ist) gemeldet hat. Er bestreitet das Versäumnis – wie wir aber später erfahren, sind wir nicht die einzigen Betroffenen vom derzeitigen „van der Laan-Chaos“. Harry hat sich von Käthy getrennt und Käthy fehlt mit ihrer jahrelangen Erfahrung und Engagement im Büro und im Hafen an allen Ecken und Enden.

Erwin Schuller hat jetzt zu Saisonbeginn auch kaum verfügbares Personal, bemüht sich jedoch redlich um einen Servicemitarbeiter. Am Mittwoch kommt dann die erlösende Meldung, das Schiff ist startklar.

Schön, dass wir mit Petra & Hanno nicht nur wunderbare Freunde haben, die uns das notwendige Asyl gewähren, sondern mit denen wir auch in den kommenden Tagen vieles mit Freude gemeinsam machen können.

Die Saison 2022 ist vorbei

Maasbracht – Münster – Maasbracht – Berlin

So.,-Di., 26.09.-04.10.2022. Mon dieu, quelle tournée: fünf Monate unterwegs, drei Länder, 334 Motorstunden, rund 2400 Kilometer – das Ganze im heißesten Sommer in Europa seit Wetteraufzeichnung. Und, am Schluss ist doch immer alles ganz schnell vorbei.

Unser Winterlager in Maasbracht erreichen wir am Sonntag. Für Dienstag sind wir bei Linssen angemeldet, um das weitere Vorgehen zum Thema Antriebswelle zu besprechen. Bei Linssen hat sich Ruud sehr detailliert vorbereitet. Eine Mitschuld an den fehlenden vier Schrauben schließt er kategorisch aus. Hätten sie tatsächlich bereits bei Auslieferung des Schiffes gefehlt, wäre ein Schaden bereits nach der ersten Fahrsaison feststellbar gewesen. Nicht erst nach vier Jahren und 1000 Motorstunden.

Er erklärt sich bereit, uns gegenüber der Versicherung tatkräftig zu unterstützen. Das Thema liegt uns natürlich schwer im Magen, da der Gesamtschaden sich mittlerweile auf ungefähr 6.500 € (einschl. Neuaufbau der Welle nach der Notreparatur in Migennes) beläuft. Wir werden einen gemeinsamen Vorort-Termin im Okt./Nov. mit ihm und dem Gutachter von Kuiper ins Auge fassen.

Mittwoch fahren wir für vier Tage mit der Bahn von Maasbracht nach Münster. Zur Hochzeit von Martin und Meinhard. Nach 36 Jahren ist es ihnen nun endlich möglich, diesen Schritt zu gehen, ohne Konsequenzen für Meinhards Job an einer katholischen Schule in Münster fürchten zu müssen.

Da uns Tobias unseren Volvo nach Münster mitgebracht hat, können wir mit ihm zum Boot zurückfahren. Montag wird die Kranung terminiert, dann alles gepackt und Dienstag geht es nach Berlin. Leider auch mit im Gepäck: „2 x Corona positiv“. In der großen Hochzeitsgesellschaft waren wohl ein paar Virenträger. Zum Glück hatten Monika und ich nur leichte Symptome und haben die Quarantänezeit daheim gut und schnell überstanden.

Ein letzter Stopp. Maastricht

Maastricht

Fr./Sa., 23./24.09.2022, wir liegen optimal in der Zeit und nehmen uns noch zwei freie Urlaubstage in Maastricht. Der Druck ist raus und wir genießen die südlichste Stadt der Niederlande. Am Samstag besuchen wir das kleine „Museum aan het Vrijthof“. Beherbergt im so genannten Spaans Gouvernement (Spanische Regierung) am Vrijthof-Platz in der Maastrichter Altstadt. Als privates Museum erhält es keine staatliche Unterstützung.

Das Haus ist eines der ältesten nicht-religiösen Gebäude in Maastricht. Das markante rote Gebäude am Hauptplatz der Stadt wurde bereits im Jahre 1333 erwähnt und war ursprünglich Teil des kirchlichen Areals, das zum Stiftskapitel der Servatiuskirche gehörte. Es diente längere Zeit als Wohnung für Kanoniker. Im frühen 16. Jahrhundert wurde das Haus umgebaut und erweitert.

Wir haben Glück, das Museum präsentiert noch bis zum morgigen Sonntag eine interessante Ausstellung des dänischen Fotografen Søren Solkær (Sonderborg, 1969).

Mit »SURFACE« werden mehr als sechzig Porträts internationaler Streetart-Künstler mit ihren farbenfrohen Kunstwerken im öffentlichen Raum gezeigt; von Graffiti-Pionieren und aufstrebenden Talenten bis hin zu den einflussreichsten Künstlern der Street-Art-Szene. Es ist das Ergebnis einer fünfjährigen Reise durch Weltstädte wie Amsterdam, Athen, Berlin, London, Los Angeles, Melbourne, Miami, New York, Paris und Sydney.

Über Huy und Liège nach Maastricht

Namur (B) – Huy (B) – Liège (B) – Maastricht (NL)

So.-Do., 18.-22.09.2022, auf der Maas fühlen wir uns fast schon ein wenig heimisch. Wenn wir durchfahren würden, wären wir in vier Tagen von Namur in unserem Winterlager in Maasbracht. Der Terminplan steht wieder. Die Anspannung fällt jedoch nur langsam ab. Die diesjährige Rückreise hat Kraft gekostet und somit auch an den Nerven gezerrt.

Am Sonntag Ankunft Huy. Der Hafen bietet eigentlich genügend freie Besucherplätze. Der Hafenmeister hat allerdings noch einen angemeldeten Konvoi von ungefähr 10 Schiffen für den späten Nachmittag. Das wird dann eng. Später sehen wir, es geht aber gerade noch so. Wir müssen nicht umparken oder uns gar in eine freie Mini-Box quetschen. Glück gehabt. Am Montag und Dienstag wird in Huy Wäsche gewaschen und eingekauft.

Mittwoch nach Liège. Auch hier ist der Yachthafen sehr voll. Wir liegen dicht an der Hafeneinfahrt. Mit dem kleinen Manko, dass der Schwell der auf der Maas fahrenden Frachter uns permanent durchschaukelt. Wir beschließen, dass wir es bei einer Übernachtung belassen und uns am Ende unserer 2022er Tour noch einen kleinen Aufenthalt in Maastricht gönnen wollen.

Die Etappe nach Maastricht am Donnerstag verläuft reibungslos. Die riesigen Maasschleusen werden prompt bedient. Durch den hoch frequentierten Frachtverkehr allerdings im Zeitlupentempo. In Maastricht fahren wir unseren Lieblingshafen „t’Bassin“ an. Der präsentiert sich (nach telefonischer Anmeldung) mit sofortiger Schleusung und gähnender Leere.

Auch die Fêtes de Wallonie in Namur leiden unter dem schlechten Wetter

Namur

Fr./Sa., 16./17.09.2022, die Fêtes de Wallonie, 1923 ins Leben gerufen, feiern den Patriotismus und das Bewusstsein der Wallon*innen. Sie erinnern, jeweils am dritten Sonntag im September, an die Beteiligung der Wallonen an der belgischen Revolution von 1830.

Wir freuen uns, an zwei Tagen in der wallonischen Hauptstadt Namur daran teilhaben zu können. Aber die Stadt zeigt sich kalt, grau, regnerisch. Wie heißt das noch mal? Bei diesem Wetter schickt man doch keinen Hund vor die Tür.

Im Altstadtkern vergnügen sich die ganz Unermüdlichen. Natürlich feuchtfröhlich und mit dröhnenden DJ- und Elektromixen. Nicht so unser Ding. Am Samstag touren wir durch die Stadt und lauschen, mal hier, mal dort, den vielen Musiker*innen, die an den unterschiedlichsten Orten live spielen.

Irgendwann wird es uns zu kalt und ungemütlich. Wir ziehen uns aufs Boot zurück. Gerade rechtzeitig, um uns am großen 20minütigen Feuerwerk erfreuen zu können. Im Nieselregen haben wir vom Boot aus eine gute Sicht auf das Spektakel, das von den Hängen der Zitadelle und von der Enjambée-Fußgängerbrücke abgefeuert wird.

Im vorigen Jahr das Hochwasser mit Evakuierung, diesmal Dauerregen. Aber, aller guten Dinge sind drei. Beim nächsten Mal werden wir Namur ganz sicher trocken erleben.

Zwei Tage Sauwetter. Jetzt auf der belgischen Sambre nach Charleroi und weiter bis Namur

Jeumont (F) – Charleroi (B) – Namur (B)

Mi./Do., 14./15.09.2022, schlechtes Wetter ist das eine. Aber im Gewitter zu fahren, ist tatsächlich noch einmal eine andere Nummer. Es blitzt und donnert, der Regen knallt auf das Dach. Die Scheibenwischer laufen auf Hochtouren. Und Monika graust es vor der nächsten Schleuse. Nach etwas über einer Stunde ist dann wenigstens das Gewitter abgezogen.

Am Mittwoch fahren wir die nun belgische Sambre bis Charleroi. Ein Fahrtag, der uns lediglich von A nach B bringt. Unterwegs ist das Erleben der Landschaft zweitrangig. Wir finden im südlichen Stadtrand von Charleroi einen passablen Anleger (ohne Anschlüsse). Charleroi (200.000 Einw.) wurde im 19. Jh. zu einem Zentrum der wallonischen Kohle- und Stahlindustrie. Ihr Niedergang führte zu einer bis heute anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Die Stadt näher kennenlernen zu wollen, verschieben wir auf ein anderes Mal.

Vor der Strecke von Charleroi nach Namur am Donnerstag waren wir schon von einigen Bootsfahrer-Blogs vorgewarnt. Häßliche Gegend, viel Industrie, keine Anlegemöglichkeiten usw. – stimmt alles. Nur, dass wir das Ganze auch noch mit trostlosem Wetter krönen können.

Wir sind froh, als wir endlich in Namur eintreffen. Wieder auf die Meuse/Maas einbiegen und nach längerem Suchen noch einen Kaianleger finden. Ein großer Liegebereich ist gesperrt, der Hafen auf der anderen Seite voll. Namur befindet sich mitten in den Festtagen der Fêtes de Wallonie.

Die französische Sambre, eine eintägige Fahrt durch Wald & Wiesen

Landrecies – Jeumont

Di., 13.09.2022, der Canal de la Sambre ist überstanden. Jetzt geht es nahtlos auf der Sambre, bzw. kanalisierten Sambre, weiter. Leider ist das Wetter richtig trist. Die Sonne kommt den ganzen Tag nicht raus.

Die Sambre ist ein 193 Kilometer langer Fluss in Frankreich (88 km) und Belgien (105 km). Unterhalb ihrer Quelle im nordfranzösischen Département Aisne durchquert sie das Département Nord und tritt bei Jeumont nach Belgien über. Von Landrecies aus eine Strecke von 52 km mit 9 Schleusen.

Es wird eine Tagestour, die stundenlang durch Wald und Wiesen geht. Nur ab und zu gibt die Landschaft die Sicht frei auf einige wenige Bauernhöfe. Erst im letzten Drittel wird etwas bewohnter. Die kleinen Städte Hautmont und Maubeuge gehören zum nordfranzösischen Industriegürtel.

Der Tag endet direkt vor der belgischen Grenze, in Jeumont.

Nach 15jähriger Schließung wieder offen: der Canal de la Sambre à l’Oise

Compiègne – Moÿ-de-l’Aisne – Tupigny – Landrecies

Sa.-Mo, 10.-12.09.2022. Mit der gesicherten Information, dass wir den Canal de la Sambre durchfahren können, starten wir samstagfrüh aus Compiègne. Am Übergang der Oise zum Canal du Nord biegen wir bei Pont-l’Évêque auf den Canal latéral à l’Oise ab.

Es geht per „Télécommande“ in die Schleusen-Selbstbedienung über den Canal de Saint-Quentin nach Tergnier. Hier endet ( bzw., für uns, beginnt) der eigentliche Canal de la Sambre á l’Oise. Tagesschluss ist vor der Schleuse N° 32 in Moÿ-de-l’Aisne.

Der 1839 eröffnete Sambre-Oise-Kanal wurde mit der Zielsetzung beschlossen, für eine ausreichende Kohleversorgung von Paris aus dem Kohlerevier von Charleroi (Belgien) zu sorgen. Er führt von Landrecies aus 67 km lang in südwestlicher Richtung durch eine zutiefst ländliche Gegend Nordfrankreichs. Es handelt sich um einen Kanal vom Typus Wasserscheidenkanal, seine Scheitelhaltung liegt bei Boué. Der Höhenunterschied zu seinem Ausgangspunkt im Sambre-Tal beträgt zehn Meter und wird von drei Schleusen überwunden, jener zum Oise-Tal 92 Meter und benötigt 35 Schleusen.

Die Sambre und der Canal de la Sambre à l’Oise bieten zusammen (endlich wieder) eine beliebte Route für Freizeitschiffer, die aus Belgien und den Niederlanden nach Frankreich einreisen. Nach einer 15 Jahre andauernden Unterbrechung wurde diese Verbindung im Juli 2021 nach dem Wiederaufbau der Aquädukte in Vadencourt und Macquencourt wiedereröffnet.

Sonntag, wir müssen den Morgennebel abwarten und starten spät, erst kurz vor 10.00 Uhr. Es geht zügig voran. das Wetter ist durchwachsen. Die beiden Aquädukte, deren Restaurierung so arg lange die Wiedereröffnung haben hinziehen lassen, sind in ihrer Erscheinung enttäuschend. Wir hatten uns das „gewaltiger“ vorgestellt. Den Tag beenden wir zwischen den Schleusen N° 15 und 14 in Tupigny.

Montag, unser heutiges Ziel ist, mit dem dritten Fahrtag in Folge, den Kanal bis zu seinem Anfang bei Kilometer 0 zu durchqueren. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte man trotz der ländlichen Einsamkeit durchaus den einen oder anderen Stopp einlegen können. Aber das Wetter ist dazu auch nicht sonderlich einladend. Das Ziel, Landrecies, erreichen wir gegen 16.00 Uhr. Den Kanal haben wir gut hinter uns gebracht. Zeit, um sich mit einem Gang zum Supermarché die Beine zu vertreten.

Ein Fahrtag nach und ein Ruhetag in Compiègne

L’Isle Adam – Compiègne

Do./Fr., 08./09.09.2022. Der Sommer ist vorbei. Am Morgen ist der Himmel verhangen. Immer wieder ziehen Regenwolken auf. Ein stetiger Wechsel von Regen zu Sonne begleitet uns auf diesem Fahrtag. Ansonsten alles im grünen Bereich.

Nach dem Fahrtag nach Compiègne brauchen wir mal wieder einen Ruhetag. Wir müssen tanken, einkaufen und einmal durchschnaufen. Und wir freuen uns auf ein Essen im Café Madame und ein Wiedersehen mit Laure. Der „Anleger“ ist, wie schon auf der Hinfahrt, wieder an der Kaimauer dicht am Stadtzentrum.

Freitagfrüh geht es einmal auf die andere Oise-Seite zur Tanke. Erfreut können wir feststellen, dass die Dieselpreise wieder sinken, 1,90 €/l. Kann allerdings sein, dass Frankreich den Sprit, anders als Deutschland, immer noch subventioniert.

Am frühen Nachmittag sind wir mit Laure in ihrem Café verabredet. Ein herzliches Wiedersehen nach einem knappen Vierteljahr. Laure hat Zeit für einen Plausch bei uns am Tisch. Und, sie ist uns als Dolmetscherin behilflich, um nun endgültig mit dem VNF zu klären, ob der Canal de la Sambre à l’Oise offen ist. Für uns die einzige Möglichkeit, unsere Rückfahrt nach Maasbracht halbwegs im Zeitplan zu erreichen. Die VNF-Auskunft, alles ok, der Kanal ist offen, stimmt uns hoffnungsvoll.

Da Laure noch viele Freunde in Berlin hat und sie im Spätherbst besuchen will, verabreden wir noch ein Wiedersehen mit ihr in Berlin.

Schnell in Paris und schnell wieder weg

Valvins – Melun – Paris (Arsenal) – L’Isle Adam

Mo.-Mi., 05.-07.09.2022. In der Tat, die Zeit rast. Und wir mit ihr. Nette Orte ein zweites Mal zu erleben ist eigentlich sehr schön. Andererseits fehlt jetzt die Ruhe und Muße der Hinfahrt. Auf unserer Rücktour sind wir gezwungenermaßen wesentlich pragmatischer eingestellt. Und in erster Linie darauf bedacht, die Tourplanung nicht zum kompletten Drama werden zu lassen.

Montag, eine kurze Strecke von Valvins nach Melun. Es bleibt Zeit für ein paar „Büroarbeiten am Laptop“, Überweisungen und Korrespondenz. Das Wetter ist, wie so häufig in den letzten Tagen, morgens ein wenig frisch (19-20 Grad), ab Mittag dann 30 Grad und drüber. Zusätzlich ist es heute drückend schwül.

Dienstag, ein langer Fahrtag von Melun nach Paris. Eine Station der Hinfahrt, Draveil, wird übersprungen, da wir gut in der Zeit liegen. Das Verkehrsaufkommen auf der Seine nimmt spürbar zu. An den Schleusen ist es jedoch relativ entspannt. Die großen Kammern ermöglichen einen guten Durchfluss. Ein paar Mal werden wir sogar allein geschleust. Um kurz vor 17 Uhr treffen wir im Arsenal ein – reicht noch dicke, um ein wenig Pariser Luft zu schnuppern und zum Einkaufen.

Mittwoch, wir starten Punkt acht mit der ersten Schleusung aus dem Port Arsenal. Die Seine kommt uns unwirklich verlassen vor. Welch ein Unterschied zur Anreise an einem Sonntagnachmittag! Die Innenstadt ist in einer Stunde bewältigt. Bis zum nördlichen Stadtrand sind es nur zwei Stunden. Um 15.30 sind wir bereits an der Mündung der l’Oise. Regen setzt ein. Wir fahren uns in einen Rausch. Nun machen wir auch keinen Stopp mehr für die letzten 27 km bis L’Isle Adam. Unterm Strich stehen dann 88 km in 10 1/2 h als Tagesleistung.

Im Zeitraffer geht’s gen Norden

Migennes – Sens – Montereau – Valvins

Fr.-So., 02.-04.09.2022. Die letzten zehn Tage haben doch Spuren hinterlassen. Wenn man und frau so untätig herumsitzen müssen und der Zeitplan immer unangenehmer aus dem Ruder läuft.

Freitag legen wir in Migennes freudig ab. Obwohl, das Evans-Team ist uns in den langen Tagen ans Herz gewachsen. Dementsprechend ist der Abschied von allen herzlich und fast schon ein wenig wehmütig. Mit allen guten Wünschen im Gepäck geht es auf die Reise.

Die erste Schleuse, Epineau, hat seit Tagen technische Defekte und schleust nur um 10, 14 und 17 Uhr. Also sind wir, zusammen mit zwei Mietschiffen, morgens pünktlich vor Ort. Die Mietboote laufen wenig später in die LocaBoat-Station Joigny ein und wir sind wieder allein unterwegs. Problemlos geht es nach Sens, wo am späten Nachmittag der lange Stadtkai nahezu voll belegt ist. Ein Plätzchen, allerdings ohne Anschlußbox in der Nähe, finden wir dennoch.

Samstag wollen wir uns endlich die wunderschöne Markthalle in Sens ansehen. Leider ist sie nur „auf Sparflamme“ belegt. Trotzdem, war schön, sie mal von innen zu sehen. Nach dem Einkaufsbummel geht es weiter. Ziel Montereau. Das klappt leider nicht, an der vorletzten Schleuse ist schon um 18 Uhr Feierabend. Stört uns aber nicht. Wir bleiben vor der Schleuse liegen und vereinbaren eine Weiterfahrt um 8 Uhr am Sonntagmorgen.

Sonntag geht alles ziemlich schnell. An Montereau vorbei und Einbiegen auf die Seine. Nach Vorbeifahrt an Thomery, sind wir bereits gegen Mittag in Valvins. Hier ist großer Segelsonntag des angrenzenden Segelvereins. Die Hafenmeisterin erkennt uns wieder, fragt, wo wir denn so waren und will mit uns plaudern. Nur leider ausschließlich auf französisch. Es wird also kein so ganz langes Gespräch. Den Sonntag nutzen wir zum Rumtrödeln – mit Ausnahme eines Waschmaschinengangs.