Hochsommer in Chaumont

Chaumont

Do., 21. bis So., 24.05.2026. Vier Tage Sommerurlaub in Chaumont. Zum Einkaufen müssen wir nur eine kurze Strecke um die Ecke. Aber in das kleine, schöne Städtchen gehts in die Anhöhe. Für unsere eBikes kein Problem – nur die Fahrt bei 36 Grad in der Sonne ist dann doch ein wenig anstrengend. Immer schön nach dem Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.

Am Freitag steht das CNdG (centre national du graphisme), kurz Le Signe, auf dem Programm. Das war 2023 leider geschlossen. Das 2016 eingeweihte Kunstzentrum widmet sich der Begleitung, Entwicklung und Ausstrahlung von Grafikdesign. Le Signe beherbergt eine Sammlung mit Stücken von Henri de Toulouse-Lautrec, Jules Chéret und wurde im Laufe der Ausgaben des internationalen Festivals um einen Bestand von 40.000 zeitgenössischen Plakaten und Objekten bereichert.

Aktuell schließen sich in einer Sonderausstellung „Un Voyage illustré en Ukraine“ Frankreich und die Ukraine zusammen, um die Stimme einer widerstandsfähigen und kreativen ukrainischen Gesellschaft zum Klingen zu bringen.

Der Samstag sorgt für Aufregung im Kanal und zwar in allernächster Nähe. In die Schleuse von Chaumont ist ein Auto unfreiwillig tauchen gegangen. Zum Glück sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Um 14 Uhr war die Schleuse wieder passierbar.

Eigentlich wollten wir am Pfingstsonntag weiter, aber, wir stoßen auf ein Bachkonzert, das wir uns nicht entgehen lassen wollen. Also verlegen wir unsere Abfahrt kurzerhand auf Pfingstmontag.

Unspektakuläres Gemeinde-Hopping

Saint-Dizier – Joinville – Viéville – Chaumont

So., 17. bis Mi., 20.05.2026. Nach Saint-Dizier ist ein „Gemeinde-Hopping im Dreierschritt“ angesagt. Bei etwas wolkigem Himmel sind die drei Etappen unkompliziert zu bewältigen. Unsere Vorräte sind gut aufgefüllt. Einen naheliegenden Marché müssen wir demnächst nicht ansteuern. Insgesamt legen wir die rund 80 Kilometer samt 33 Schleusen und ein paar Brücken ohne besondere Vorkommnisse zurück.

Technische Defekte an Schleusen und Brücken sind selten, und wenn, ist der VNF stets schnell zur Stelle. In Viéville nehmen wir uns am Dienstag einen Tag Auszeit.

Kaum sind wir am Mittwoch in Chaumont angekommen, legt Petrus den Schalter auf Hochsommer um. Und Sam, der Hafenmeister, erinnert sich an uns (Juni 2023) und freut sich, dass wir wieder bei ihm Halt machen.

Kurzstrecke nach Saint Dizier

Orconte – Saint Dizier

Fr., 15. bis Sa., 16.05.2026. Freitag, eine Ruck-Zuck-Strecke durch mitteldichtes Kraut. 18 km, 8 Schleusen. 10 Uhr los, 14.30 in Dizier angelegt. Plätze sind genug vorhanden, aber wir suchen uns zielsicher den Platz mit einer defekten Versorgungssäule aus. Merken wir aber erst später. Wir verschieben das Umparken auf Samstag.

Dafür Räder runter und auf zu einem der drei Capitainerie-Standorte (im Kino „Cine Quai“, in der gegenüberliegenden Schwimmhalle und im Tourist Office). Die Gemeinde bietet einen 72stündigen Gratisaufenthalt und spendiert auch die Jetons für Strom und Wasser. Noch ein paar kleine Besorgungen und schon der Tag ist vorbei.

Samstag füllen wir unsere 4 x 10 l Benzinkanister bei einer Carrefour-Tanke. Wir haben die 2023er Tour noch im Hinterkopf, dass es ab jetzt keine „Wasser-Tanke“ mehr bis Saint Jean de Losne gibt und man improvisieren muss.

Die entscheidende Etappe beginnt – Der Canal entre Champagne et Bourgogne

Châlons en Champagne – Orconte

So., 10.05. bis Do., 14.05.2026. Châlons ist die liebenswerte Kleinstadt, die wir gut kennen und in der wir uns wieder schnell zurecht finden. Alle notwendigen Einkäufe, u. a. eine neue Gasflasche, können zuverlässig erledigt werden. Leider ist das Wetter überwiegend kühl und regnerisch und lädt nicht wirklich zum Bummeln ein. Im Hafen herrscht ein reger Wechsel der Anleger. 80 Prozent sind, wie wir, auf dem Weg in den Süden.

Wir brechen am Mittwoch in die entscheidende Etappe auf. In Vitry geht es auf den Canal entre Champagne et Bourgogne. Auf halber Strecke nach Saint Dizier machen wir Schluss mit der ersten Strecke. Am Himmelfahrtstag, Donnerstag sind zwar alle Schleusen in Betrieb, aber, es regnet mal wieder in Strömen und wir bleiben einen Tag in der Pampa liegen.

Der 1907 eröffnete Wasserscheiden-Kanal hat eine Länge von 224 km mit 114 Schleusen (71 zu Berg, 43 zu Tal) samt einem 4,8 km langen Tunnel. Dieser Kanal hat uns im vorigen Jahr (u. a.) die Weiterfahrt wg. Niedrigwasser versperrt.

Mit nur 11 Fahrtagen in knapp einem Monat – wieder in Châlons en Champagne

Sillery – Châlons en Champagne

Fr., 08. bis Sa., 09.05.2026. Freitag ist Bummel- und Mini-Ausflugstag in Sillery. Wir fahren mit dem Rad in die kleine, 4 km entfernte Nachbargemeinde Prunay. Der Ort fungiert auch als Bahnstation für Sillery mit einer TER Verbindung (entspricht unserem RE) von Reims nach Dijon. Der Ort wirkt absolut verschlafen. Alle Läden sind dicht. Wir sehen, wie in den Vorgärten gewerkelt oder mit Hund und/oder mit Kind und Kegel spazieren gegangen wird. Kein Wunder, heute ist der 8. Mai, Nationalfeiertag.

Am Samstag starten wir (für unsere Verhältnisse) früh um 9 Uhr. Wir wollen in einem Schlag nach Châlons. Bei sommerlichem Wetter kommen wir gut voran. Ein vor uns fahrender Frachter hält ordentlich Tempo. Er füllt die Schleusenkammern bis auf den letzten Meter und fährt somit stets alleine ein. Durch sein Tempo können wir uns zügig seinem Takt anschließen. Selbst im langen Tunnel (Souterrain du Mont de Billy) mit seinen 2,3 km, bekommen wir bereits 15 Minuten nach ihm grünes Licht zum Einfahren.

Auch für ein „Doppel Rot“ an einer Schleuse ist nach Telefonat ziemlich schnell ein VNF Service zur Stelle. Gegen 17 Uhr sind wir in Châlons und finden im gut besuchten „Relais Nautique de l’Anse du Jard“ einen Anlegeplatz.

Im Hafen treffen wir erstmals auf weitere deutsche Boote. Vorherrschendes Thema beim Anleger Schnack: „wohin wollt ihr fahren … und vor allem wie?“. Verbunden mit einstimmigem Wehklagen ob der Nutzungsmöglichkeiten französischer Wasserwege.

Ein erstes Fazit für 2026: Wir sind heute genau an der Stelle, wo es im vergangenen Jahr nicht weiterging und wir frustriert den Rückweg einschlagen mussten!

Doch in diesem Jahr sind wir fast zwei Monate früher hier. Bisher halten sich die Sperrungen (vorrangig durch zu niedrige Wasserspiegel oder defekte Schleusen) mit der einen Vollsperrung im Canal de la Meuse (noch) in Grenzen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Kleiner Hinweis an unsere Blog-Leser:innen, die uns an Bord besuchen möchten: eine gute Bahnverbindung aus D ist jetzt wahrscheinlich erst wieder Dijon, welches wir ca. Mitte Juni erreichen werden – wenn alles gutgeht!

Die Reims-Enttäuschung

Rethel – Cormicy – Sillery

Di., 05.05. bis Do., 07.05.2026. Von Rethel bis zum Ende des Ardennenkanals bei Berry-au-Bac wird die zweite Teilstrecke im „Kraut“ durchquert. Es ist jedoch schon deutlich weniger als von Le Chesne nach Rethel. Nur einmal säubern wir heute prophylaktisch den Wasserfilter.

Das Wetter zeigt sich kalt und grau in grau bei leichtem Nieselregen. Auf der Strecke ist absolut nichts los. Auf dem Canal de l’Aisne à la Marne ist nach der 4. Schleuse Schluss mit dem Fahrtag. Nun ist es ja auch nur noch ein Katzensprung nach Reims (16 km, 6 Schleusen). Wir freuen uns auf ein paar Tage in Reims.

Mittwoch geht es unter dunklen Wolken auf die kurze Strecke – aber unsere Enttäuschung ist riesengroß: Nix mit Reims! Der neue Anleger ist, aus unserer Sicht, seit einem Jahr nicht weitergekommen – also nicht fertig! Die dahinter liegenden Möglichkeiten sind fast voll belegt und haben obendrein weder Strom noch Wasser. Die Alternative heisst, wie im Vorjahr, Sillery (10 km und 4 Schleusen entfernt).

Sillery ist uns durchaus sympathisch. Die kleine 1800 Einwohner zählende Gemeinde hat einen gut sortierten Intermarchè, einen tollen Bäcker und sogar (noch) einen Drogenhändler. Mal gut, dass wir in Reims schon viele schöne Tage verbracht haben. So werden wir es diesmal auslassen.

Zwei Tourtage und ein Regentag in Rethel

Le Chesne – Attigny – Rethel

Sa., 02. bis Mo., 04.05.2026. Am Samstag starten alle vier Anleger in Le Chesne mit dem Ziel Attigny. Die beiden ersten wollen anscheinend alleine schleusen und brausen davon. Wir fahren als Dritte, hinter uns das dänische Segelboot. Mit diesem werden wir später auf der kompletten Treppe angenehm zusammen schleusen.

Die Treppen sind talwärts, mit jeweils ca. 3 m Hub, also leicht zu bewältigen. Nur die technischen Störungen sind dieses Jahr ungewöhnlich hoch. Dreimal muss der VNF Service telefonisch aktiviert werden (zweimal sogar bei nicht aufgehenden Toren unten in der Schleusenkammer). In Attigny ist unsere Vierergruppe wieder komplett. Für die schmalen 18 km brauchen wir wieder über 7 Stunden.

Am Sonntag geht es gleich weiter. Wir starten als Letzte mit einstündigem Abstand gegen 14 Uhr. Die vier Schleusen heute sind kein Thema. Diesmal ist es „das Kraut“. Vor Schleuse drei liegt der ukrainische Segler fahruntüchtig im Kanal. Wir nehmen ihn in Schlepptau und setzen ihn zum Entfernen der festgefahrenen Schlingen hinter der Schleuse ab. Weitere Hilfe lehnt er dankend ab.

Hinter Schleuse vier liegt mit dem gleichen Problem nun auch der dänische Segler fest. Auch er verzichtet auf weitere Hilfe. Er schafft es mit eigener Kraft rund zwei Stunden später ebenfalls nach Rethel. Das ukrainische Pärchen sehen wir erst am Montag wieder.

Das Wetter kippt gewaltig. Anhaltender Regen und Temperatursturz von zuletzt 30 Grad auf 19 Grad. Während die anderen drei am Montag weiterfahren, legen wir wieder einen Einkaufs- und Ruhetag ein.

Die erste Routenänderung ist da. Wir müssen über den Canal des Ardennes (quasi die halbe 2023 Tour als „2.0“-Variante)

Charleville-Mézières – Pont à Bar – Le Chesne

Di., 28.04. bis Fr., 01.05.2026. Aufbruch in Charleville gegen halb zehn, Tankstopp in Pont à Bar um halb eins. Nach der Mittagspause kümmern sich gleich Bénédicte und Cedric um uns. Wir bekommen 164 l Diesel für einen wieder vollen Tank und eine eindringliche Empfehlung, warum wir nicht den Canal de la Meuse ansteuern sollten – die Sperre um Commercy (Niedrigwasser) wird wohl nicht so schnell wieder aufgehoben werden. Also, das Risiko, hängen zu bleiben, ist viel zu groß!

Plan B tritt in Kraft: über den Canal des Ardennes nach Reims und dann Hoffen auf einen offenen Canal entre Champagne et Bourgogne bis zur Saône!

Die Tagesetappe endet mit einem freien Anleger in Le Chesne. Diesen wunderbaren, kleinen Ort, wo man alles direkt vor der Bootstür hat (Boulangerie & Carfour Express. Nur Zigaretten, die gibt es nun hier im Ort auch nicht mehr!).

Für die nächste Etappe (Attigny) muss die vor uns liegende Schleusentreppe überwunden werden (wer noch mal die Details von 2023 lesen möchte, kann hier klicken). Mittwoch und Donnerstag sind Trödeltage.

Freitag, 1. Mai, sind alle Schleusen dicht. Es herrscht Kaiserwetter – wir machen einen Ausflug zum Lac de Bairon. Der See, der ursprünglich als Speicher für den Ardennenkanal angelegt wurde, ist mit der Blauen Flagge für hohe Wasserqualität ausgezeichnet.

Zum Wochenende nach Charleville-Mézières

Dinant – Fumay – Charleville-Mézières

Do, 23. bis Mo., 27.04.2026. Am Donnerstag geht es in Givet über die Grenze. Schön, wieder in Frankreich zu sein.

Endlich kann die neue VNF „NAVI“-App (Beta-Version für iPhone und iPad) vollumfänglich getestet werden. Nicht nur die Tourenplanung ist super. Die sehr detaillierten Angaben zu Schleusen, Streckenabschnitten sowie -sperrungen können frankreichweit aufgerufen werden. Leider läuft die App noch sehr instabil. Abstürze lassen sich nur mit „App löschen“ und „Neuinstallation“ beheben. Anyway, man kann sich heute schon auf die endgültige Freigabe der App freuen.

Die Etappe bis Fumay verläuft ohne Komplikationen. Das sonnige Wetter hält an, die Strecke ist null frequentiert.

Das Gleiche am Freitag. Wir starten gegen 9 Uhr und legen kurz nach 16 Uhr am letzten freien Aussenplatz in Charleville an. Der Samstag ist – fast wie zuhause – obligatorisch unser Einkaufstag für die folgende Woche. Sonntag heißt lange schlafen, gut frühstücken und eine Runde Ausflug.

Eigentlich wollten wir ja Montag nach Pont à Bar. Aber, wir sehen es auch hier mit den Schiffsbewegungen im Hafen: Montag ist Wechseltag für die Charterboote aus der Station. Wir entscheiden uns spontan für einen weiteren Ruhetag. Dienstag nach Pont à Bar reicht vollkommen.

Kleine Pause in Dinant

Dinant

Di., 21. bis Mi., 22.04.2026. Zwei kleine Ruhetage in Dinant tun uns gut. Wir füllen unsere Vorräte im nahe gelegenen Delhaize Supermarkt. Hier bekommen wir alles, was wir brauchen. Dinant ist noch deutlich in der Vorsaison. Die Anleger verwaist, die Touristengruppen laufen (noch) sehr vereinzelt über die Croisette.

Am Mittwoch geht es mit den Räder durch die Stadt. Sehr viel Neues entdecken wir dabei nicht. Wir waren schon zu oft hier.

In einem Schlag von Huy nach Dinant

Huy – Dinant

Mo., 20.04.2026. Nach unserem unfreiwilligen Ruhetag in Huy wollen wir nun wieder etwas Strecke machen. Die zwei Schleusen von Huy nach Namur („Andenne“ und „Grands Malades“) können zügig passiert werden. Gegen 13.30 Uhr erreichen wir Namur.

Der Hafen von Jambes ist nur wenig belegt. Die andere Seite, die Kaimauer am Casino, ist total leer. Kurzerhand fahren wir weiter. Zwar warten nun auf knapp 30 km sechs Schleusen bis Dinant auf uns, aber, da sie bis 19.30 Uhr offen sind, rechnen wir uns gute Chancen aus.

Und, wir werden belohnt. Die Ausgangsschleuse von Namur, „La Plante“, schleust uns allein und sofort. Zu den nächsten fünf werden wir „weitergereicht“. Jeweils bei Anfahrt einer Schleuse stehen die Signale bereits auf „Rot/Grün“ (wird vorbereitet), zwei Schleusen haben sogar die Kammer für uns offen. Besser geht es nicht!

Wir erreichen Dinant gegen 17.40 Uhr. Beide Anlegeseiten sind fast leer. Es scheint noch zu früh in der Saison. Da wir einkaufen müssen und ein wenig Entspannung brauchen, nehmen wir uns für die nächsten zwei Tage „fahrfrei“. Weiter geht es dann am Donnerstag.

Kato 2 … düse, düse im Sauseschritt

Maasbracht – Maastricht – Huy

Fr., 17. bis So., 19.04.2026. Endlich, es geht los. Die Nächte an Bord sind noch unangenehm kalt. 3 bis 6 Grad. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist es draußen schon erfreulich frühlingshaft.

Und, wo wollen wir dieses Jahr hin? Ein letztes Mal werden wir versuchen, über Saint-Jean-de-Losne in den Süden von Frankreich zu kommen. Eine gute Route wäre dafür die Meuse und der Canal de Meuse bis Toul. Mit einem Abstecher in Nancy dann weiter über den Canal des Vosges und die Petit Saône. Mal sehen, ob es dieses Jahr gelingt.

Freitag. Wir starten. Von Maasbracht geht es bis nach Maastricht. Der Julianakanal ist langweilig wie immer. Aber immerhin ist er offen und wir landen zügig und gut an der Mittelmauer in der Maas – zwischen Wilhelminabrug und Sint Servaasbrug. Für nur eine Übernachtung ideal.

Samstag. Ohne Stopp in Liège bis Huy. Wie in Maastricht verzichten wir auch in Liège auf einen Stadtbummel. Beide Städte sind uns wohlvertraut. Deshalb hat in diesem Jahr das schnelle Vorankommen Vorrang.

Die Schleusen können ohne große Wartezeiten passiert werden. Nur in der Schleuse Ivoz-Ramet haben wir Pech. Am späten Nachmittag ist nur die kleine Kammer offen. Der vor uns einfahrende große Tanker ist bereits in der engen Kammer. Auf UKW wird unsere Anfrage, ob wir noch mit reinkommen können, nicht beantwortet – aber die Ampel bleibt auf grün. Wir fahren ein. Der Platz hinter dem Frachter ist extrem gering und das Tor geht relativ schnell zu. Die Schleusenwand bietet nur noch eine Leiter zum Festmachen. Bevor wir uns richtig platzieren können, korrigiert der Frachter seine Position und sein Wasserwirbel drängt uns mit Bug und einem lauten Knall an die Wand. Der Schreck sitzt uns in den Knochen. Zum Glück fängt unser Anker einen Schaden am Boot ab. Das ist gerade noch mal gutgegangen!

Der Hafen in Huy/Statte hat Platz genug für Besucher. Nach dem Anlegen wird noch einmal nach einem möglichen Schaden am Boot geschaut – alles in Ordnung. Am späteren Abend bekommen wir noch Besuch von der Hafenmeisterin, die erklärt, das in Richtung Namur morgen die nächste Schleuse wegen Reparatur geschlossen bleibt. Ok, dann gibt es halt einen Sonntag-Gammeltag.

BACKONTOUR. Auf in die Saison 2026

Berlin – Lehrte – Maasbracht – Berlin – Maasbracht

Mi., 08. – Do., 16.04.2026. Ein Start mit Hindernissen. Katja, die uns mit unserem vollbeladenen Volvo am Dienstag zum Boot bringen und ihn anschließend mit nach Potsdam mitnehmen will, muss erst ihren Virus auskurieren. So fahren erst am Mittwoch los.

Unsere fröhliche Reise findet bereits in Lehrte ein abruptes Ende. Mitten im Stau auf der A2 reisst der Keilriemen. Mit viel Glück können wir uns von der linken Spur zur nahen Parkplatzausfahrt „Varrelheide“ rüberdrängeln. Dann geht nichts(!) mehr. Ohne Lichtmaschine kein Strom!

Ein gelber Engel ist eine knappe Stunde später vor Ort. Die Diagnose ist schnell erstellt, ein Abschleppwagen wird geordert. Nach weiteren 1 1/2 Stunden stehen wir vor einer Werkstatt in Lehrte. Der Keilriemen wird bestellt und soll gleich am nächsten Vormittag eingebaut werden. Mit dem Bus geht es zum Bahnhof Lehrte. Für Katja, der nun ein Reisetag abhanden gekommen ist, mit der Bahn zurück nach Potsdam und für uns in ein Hotel in Lehrte.

Donnerstag, tatsächlich können wir unser Auto gegen 12 Uhr repariert abholen. Danke und Hut ab für die superschnelle, erfolgreiche Pannenbewältigung an alle Beteiligten! Wir fahren wieder auf die Autobahn und weiter zum Boot.

Aber was erwartet uns so gegen 19 Uhr in Maasbracht? Nein, nicht doch – der Kahn liegt an Land! Und das, obwohl wir schon frühzeitig im Februar unsere Termine an alle gemailt hatten! Harry ist zufällig noch auf dem Gelände und hat ein richtig schlechtes Gewissen. Nun denn, er holt die Kato 2 aus der zweiten Reihe und krant sie noch. Ran an den Strom, Wasser auffüllen und rund 2 Stunden später können wir todmüde an Bord.

Am Freitag kommt Dominic an Bord, der ebenfalls „überrascht“ von unserer Ankunft ist. Das Boot wird reiseklar gemacht – bis auf den BB-Scheibenwischer, der schon wieder einen defekten Motor hat (nach nur einem knappen Jahr). OK, der muss ebenfalls bestellt werden. Nächster Termin am kommenden Mittwoch. Wir versuchen alles mit einer uns selbst auferlegten Ruhe zu betrachten. Hilft ja alles nichts.

Am Sonntag bringe ich den Wagen zurück nach Berlin. Der Verkehr hält sich in Grenzen (kaum LKW unterwegs). Am Montag startet das vorerst letzte Abenteuer – mit der Bahn wieder zum Boot. Aus den geplanten 7 1/5 werden 10 Stunden! Danke, Deutsche Bahn!

Dienstag bis Donnerstag wird heftigst geputzt, noch etwas eingekauft, Updates auf die diversen Schiffs-Apps geladen und ein erster Fahrplan bis Pont à Bar (F) festgelegt. Freitag soll es dann heißen: Leinen los!