Endlich, wir fahren los

Golm – Genthin

Nachdem Monika alle infrage kommenden Häfen bis Münster durchtelefoniert hat und alle Gastliegermöglichkeiten (ohne Sanitärraum-Benutzung) melden, starten wir mit vollem Optimismus.

9 Uhr Abfahrt, es geht zügig voran und wir lassen diesmal Brandenburg adH links liegen. Schönes Wetter, mehr Sonne als Wolken. Die 60 km bis Genthin machen wir in einem Rutsch, die zwei Schleusen bis hierhin können wir ohne Wartezeiten passieren.

Nächste Etappe morgen nur bis Bülstringen. Der Mittellandkanal ist am 27.05. für 24 Stunden zwischen den Liegestellen Calvörde und Rühen wegen Brückenbauarbeiten komplett gesperrt.

Wir wären startklar, aber …

Zehdenick – Golm

… dieses Jahr ist alles anders. Covid-19 hat unser aller Leben noch voll im Griff.

Die Rückholaktion aus der Marina Zehdenick erfolgte, ebenso wie die Hinfahrt, bei strahlendem Sonnenschein und völlig problemlos. Mittwoch mit der RB12 hin, alles noch einmal überprüft und Donnerstag die lange Strecke in einem 12-Stunden-Törn wieder zurück in unseren Heimathafen nach Golm. Auf der oberen Havel und dem Havelkanal waren wir noch ziemlich alleine auf dem Wasser. Erst mit dem Abbiegen bei Paretz auf die Potsdamer Havel begegneten uns einige Sportboote.

Bei der Wassertankstelle Ringel in Töplitz hatten wir uns telefonisch angemeldet. Der Tankwart kam dann dankenswerter Weise nach seinem Dienstschluss (um 16.00 Uhr!) gegen 18.00 Uhr noch an die Zapfsäule. Eigentlich kein Wunder bei einem Literpreis von 1,59 (in Berin ist in der gleichen Zeit der (Straßen-)Diesel unter 1 Euro gefallen).

So harren wir jetzt der Dinge, die da kommen. Unser vorläufig neues Ziel für die Saison 2020 ist die Mosel. Da die einzelnen Bundesländer uneinheitliche Schutzverordnungen erlassen haben, werden wir wohl warten müssen, bis wir sicher sind, an einigen Marinas zugängliche Gastliegerplätze zu bekommen.

Laut NRW-Coronaschutzverordnung vom 16. April 2020 liest sich das z. Zt. noch so:

§8 Beherbergung, Tourismus (1) Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt. Die Nutzung von dauerhaft angemieteten oder im Eigentum befindlichen Immobilien und von dauerhaft abgestellten Wohnwagen, Wohnmobilen usw. ausschließlich durch die Nutzungsberechtigten ist keine touristische Nutzung im Sinne des Satzes 1.

2020. Bootfahren in Zeiten des Covid-19

Golm – Zehdenick

Berlin, 05.04.20. Pandemie-Ausnahmezustand auch auf dem Wasser. Der derzeitige, radikale Lockdown gilt zunächst bis zum 19. April. Rigorose Regeln wurden in Berlin und Brandenburg mit empfindlichen Bußgeldern bei Verstoß hinterlegt. Was wir mit der Agentur relativ schnell erledigen konnten (professionelle HomeOffice-Arbeitsplätze, bereits seit dem 18.03.20, für alle), ist für unsere privaten Unternehmungen weit entfernt von einer halbwegs stabilen Planung. Aber unter den gegenwärtigen Umständen ist das natürlich ein absolutes Luxusproblem.

Also versuchen wir, das zu machen, was für eine spätere Bootssaison nötig und aktuell möglich ist. Wir wollen zum Yacht Zentrum am Prerauer Stich in Zehdenick. Hier bei dem zertifizierten Linssen Händler stehen einige Gewährleistungsreparaturen, die Motorinspektion und der Einbau eines Solarpanels an. Das hatten wir mit Linssen-AfterSales bereits im vorigen Jahr vereinbart. Trotz Corona-Sperrung unserer Marina in Golm wurde unsere Kato 2 am 01. April gekrant und war somit fahrbereit. Nach ein paar Telefonaten bei den Schleusen (WSA Eberswalde) bekommen wir grünes Licht für unsere Fahrt am Freitag, 03.04.

96 Flusskilometer, 5 Schleusen. Es geht die Havel abwärts und dann über den Havelkanal nach Henningsdorf, Oranienburg, Lehnitz und Oder-Havel-Kanal bis zum Abzweig Liebenwalde, dann wieder auf der Havel flussaufwärts. Auf dem Wasser herrscht eine ungewohnte, fast verstörende Einsamkeit. Wir haben auf der kompletten Strecke nur drei Begegnungen, einen Frachter und zwei kleine Boote der Wasserschutzpolizei. Die bemannten Schleusen Schönwalde und Lehnitz durchfahren wir (allein!) in Rekordzeit. Auch die drei SB-Schleusen auf der oberen Havel lassen sich (mit kleinem technischen Defekt an der Zehdenicker Schleuse) problemlos passieren. Nach unserem Start um 6.30 in Golm sind wir, unfassbar schnell, bereits gegen 18.00 Uhr am Ziel.

Am Samstag Übergabe an Dirk Fengler, der uns beim Abschied schon mal „Frohe Ostern“ wünscht. Mal sehen, wann wir unsere Kato 2 wieder abholen können bzw. dürfen. Denn mittlerweile melden die ADAC Skipper-News: „Definitiv ausgeschlossen ist der Betrieb von Motorbooten! Ausgeschlossen ist der Betrieb von ausschließlich maschinengetriebenen Sportbooten; er fällt nicht unter „sportliche Betätigung“ im Sinne der (Corona-) Allgemeinverfügung.“

Nach der Saison ist vor der Saison

Golm

Jetzt geht das Bootsjahr 2019 mit schnellem Schritt zu Ende. Am 13.11. wurde die BB-Windschutzscheibe demontiert und zur Garantiereparatur nach Maasbracht geschickt. Unsere andere kleine Mängelliste wird im Frühjahr abgearbeitet.

Einen Tag später kam die Kato 2 dann an Land. Unsere Befürchtungen, dass die Kurzbekanntschaft mit der steinernen Uferböschung Ende April (siehe hier) deutliche Spuren hinterlassen hat, sind zum Glück unbegründet. Am Unterschiff sind keinerlei Beschädigungen sichtbar!

Gerne folgen wir der Einladung zur „Gala-Nacht-der-Boote“ auf der diesjährigen Boot & Fun in den Berliner Messehallen. Linssen ist mit einer 35.0 Sedan vertreten. Für uns interessant, das neue „Solarpaket“, das ab sofort auch als Sonderausstattung bei den neuen 35ern mitbestellt werden kann.

Wir nutzen die Gelegenheit, Dirk Fengler vom Yachtzentrum Zehdenick anzusprechen. Seine Mitarbeiter werden im Frühjahr nicht nur das Fenster wieder einsetzen, sondern auch die Tischler-Nacharbeiten sowie die Volvo-Inspektion durchführen … und vll. die Solareinheit installieren.

Betriebsausflug in Berlin

Berlin – Potsdam

Der goldene Oktober macht an diesem Montag, 14.10., seinem Namen alle Ehre. Traumwetter und richtig warm. Perfekt für den ergo Betriebsausflug. Auf dem Wasser quer durch Berlin.

Vom Tempelhofer Hafen auf dem Teltowkanal nach Neukölln und dann bei Oberschöneweide auf die Spree. Mini-Rundfahrt in der Rummelsburger Bucht und Mittagspause, natürlich an Bord, am Stralauer Südufer. Die ergo-Frauen haben Spaß am Bootfahren und genießen die langsame Fahrt so völlig ab von Stau und Stress.

Die Route geht weiter zur Oberbaumbrücke, Mühlendammschleuse und dann mittenmang an Dom und Museumsinsel vorbei. Im Gewühl der Ausflugsdampfer kurz vor dem Regierungsviertel noch eine Kaffeepause. Dann durch Charlottenburg bis zum Schloss. Hier am Bahnhof Jungfernheide steigt Dominique (leider) in die S-Bahn, um pünktlich ihre Kinder abzuholen. Die anderen drei haben sich als Endstation das Rathaus Spandau, das wir am späten Nachmittag erreichen, ausgeguckt.

Wir fahren noch weiter und erreichen die Glienicker Brücke im herrlichsten Sonnenuntergang. War ein sehr schöner Tag.

Besuche an Bord

Berlin

Der geplante Betriebsausflug am Dienstag, 08.10., wird wegen sehr schlechter Wetterprognose auf kommenden Montag vertagt. Langeweile kommt aber nicht auf. Das Tempelhofer Hafencenter ist überraschend gut sortiert, u. a. mit einem riesigen E-Center. Hier bleiben wirklich keine Einkaufswünsche unerfüllt. Erstaunlich ebenfalls die lebhafte Atmosphäre und hohe Kundenfrequenz.

Inge schaut am Dienstag vorbei und Alex kommt mit Moritz am Mittwoch an Bord. Mit Alex und Moritz machen wir eine Mini-Fahrt nach Neukölln bis zum Britzer Zweigkanal. Für Alex die Möglichkeit, uns seinen Arbeitsplatz vom Wasser aus zeigen zu können. Für Moritz gilt das Gleiche wie für Palina in Münster; eine Stunde Bootfahren ist in ihrem Alter absolut ausreichend. Dann wird es langweilig für die Lütten. Was aber nicht bedeutet, dass der Abschied von Bord nur unter schwerem Protest von Moritz erfolgte.

Am Donnerstagnachmittag machen wir „Bootspause“. Dank perfekter ÖPNV-Anbindung (U6, Ullsteinstraße) sind wir für Monikas Reha- und meinen Server-Termin schnell in Rixdorf.

Kurztrip zum Tempelhofer Hafen

Golm – Berlin-Tempelhof

Am Sonntag brechen wir noch einmal von Golm aus auf. Wir sind mit Frank, der seinen ständigen (Wasser-)Wohnsitz seit einigen Jahren im Tempelhofer Hafen hat, verabredet. Natürlich auch, um unsere beiden neuen Schiffe in Ruhe gegenseitig zu begutachten.

Es geht havelaufwärts mit Tankstopp in Potsdam. Wir lassen noch ein letztes Mal volltanken, bevor es dann endgültig aus dem Wasser geht. 2019er Fazit: 1.600 km, 234 Motorstunden mit 1.066 Litern Diesel. Also, Verbrauch im Durchschnitt 4,56 l/h. Ich denke, das ist ein Wert, mit dem man gut leben kann.

Im Tempelhofer Hafen haben wir, dank Franks Vermittlung, einen Liegeplatz fest reserviert. Das war auch gut so, der Hafen ist bis auf die letzte Box ausgebucht.

Die Saison 2019 nähert sich ihrem Ende

Golm – Berlin (per Bahn)

Am Sonntag, ein Wiedersehen mit Andreas. Eigentlich will er nur kurz auf einen Kaffee vorbeischauen. Dann gibt es aber viel zu viel zu erzählen und es werden vier Stunden.

Montag mit der Regio 1 (vom naheliegenden Bahnhof Werder) nach Berlin und Dienstag zum, von Monika heiß ersehnten Termin, „Gips abnehmen“. Gut, dass unter dem Gips alles in Ordnung ist und das Röntgenbild einen guten Heilungsverlauf verspricht. Schlecht, dass die Schmerzen vorerst bleiben. Also, alles Vertrauen in eine gute Reha und die Hoffnung nicht aufgeben!

Ausflugstag mit R2L

Glienicker Brücke – Rathaus Spandau – Golm

Samstag ist Ausflugstag. Mit R2L (Renate, Renate & Lothar) geht es die „alte Westberliner Havelstrecke“ bis zum Rathaus Spandau. Unsere Befürchtungen, dass das Wetter zu schlecht werden wird, bewahrheiten sich nicht. Sogar die Sonne lässt sich hin und wieder blicken.

Das letzte Septemberwochenende hat viele noch einmal aufs Wasser gelockt. Auf der Havel ist ein unglaubliches Gewühl. Sportboote aller Größen, Dampfer und, vorrangig, Segler. Unsere Tour geht an der Sacrower Heilandskirche vorbei, Pfaueninsel, Schwanenwerder, Lindwerder und auf die enge Zufahrt zum Pichelssee. Am Rathaus machen wir Pause und genießen Renates superleckeren Pflaumenkuchen mit Schlagsahne.

Auf der Rückfahrt gibt es wetterbedingt (kurze Sturmböen, dunkles Wolkenband und Regen) auf der Havel etwas Stress mit einigen Seglern, die die betonnte Fahrrinne ohne viel Rücksicht durchqueren. Zurück an der Glienicker Brücke stärken wir uns mit Monikas kräftigen Eintopf bevor die drei wieder von Bord gehen. Wir erreichen Golm dann doch nicht so schnell, wie wir dachten. Im Dunkeln machen wir fest und beschließen, uns einen Handscheinwerfer zuzulegen.

Zum Winterhafen Golm

Brandenburg adH – Golm – Glienicker Brücke

Freitag von Brandenburg nach Golm. Der letzte Törn. Dann ist unsere große Reise, die am 15. April in Maasbracht begann, zu Ende. Es regnet fast den ganzen Tag und die Fahrt macht nicht wirklich Spaß.

In Golm kommen Andreas & Micha zu Kaffee und Kuchen an Bord. Die Kato 2 wird von den beiden begutachtet und für „gut und schön“ befunden.

Am Nachmittag fahren wir weiter. Ziel der Templiner See, auf dem wir ankern wollen, zum allerersten Mal!. Aber, entweder stellen wir uns zu blöd an oder die Ankerwinde hat eine Macke. Der Anker lässt sich nicht ablassen. Ok, dann fahren wir halt gleich zur Glienicker Brücke. Dort sind wir mit unseren morgigen Ausflugsgästen verabredet.

Zuhause in Brandenburg adH

Genthin – Brandenburg an der Havel

Mittwoch/Donnerstag. Von Genthin sind wir im Nu in Brandenburg. Leichter Regen, der erst am frühen Abend aufhört. Wie schon an anderer Stelle mehrfach gesagt, die Stadt ist ein bisschen wie unser zweites bzw. drittes Zuhause. Wir fühlen uns einfach wohl hier.

Donnerstag ist Ausschlaf-, Blog- und Bummeltag. Der Spätsommer ist zurück. Nur ein kleiner Spaziergang über das ehemalige Buga-Gelände ist zutiefst enttäuschend. Das komplette Gelände am Hafen (bis auf den Spielplatz) ist trostlos; ein Nachnutzungskonzept ist nicht im Ansatz erkennbar. Schade.

In zwei Etappen nach Genthin

Wolfsburg – Burg – Genthin

Montag/Dienstag. Am Montag von Wolfsburg (km 246,7) nach Burg (km 333). Jetzt darf auch die Kato 2 zum ersten Mal die Elbe im Trog überqueren. An der anschließenden Schleuse Hohenwarthe werden wir von der Wasserschutzpolzei Magdeburg (an der Wartestelle, per PKW) kontrolliert. Führerschein und Bootspapiere. Die Beamten scheinen sich aber mehr für unsere Kato als für die vollständige Kontrolle (u. a. Schwimmwesten, Funkschein etc.) zu interessieren.

Inzwischen hat der Schleusenwärter ein Einsehen mit uns. Da kein Berufsschiff weit und breit zu sehen ist, holt er uns eine der beiden riesigen Schleusenkammern leer hoch und schifft uns alleine(!) runter. Das passiert nun wirklich sehr selten und katapultiert den Schleusenwärter auf Platz eins der freundlichsten!

Der kanalseitige Sportbootanleger in Burg ist absolut ok. Wir nutzen ihn nur zur Übernachtung.

Dienstag wieder eine Kurzstrecke, nach Genthin (km 363,9). Wir wollen einkaufen. Zusätzlich machen mir meine Ohren wieder zu schaffen. Wie in Antwerpen suche ich einen HNO-Arzt raus, rufe an und bekomme sofort(!) einen Termin. Also aufs Rad und hin. Nach 1 1/2 Stunden ist alles wieder ok (warum geht das eigentlich in Berin nicht so schnell?).

Kalle geht in Braunschweig wieder von Bord

Hannover – Braunschweig – Wolfsburg

Samstag/Sonntag. Bei schönem Wetter am Samstag von Hannover (km 163,5) nach Braunschweig (km 217,5). Kalle fährt seine letzte Schleuse (Anderten) und wir erreichen den kleinen Yachthafen des BMC Braunschweig am frühen Nachmittag. Mit Glück ergattern wir den letzten freien Gastliegeplatz.

Im Gegensatz zum Hafen in Hannover ist der Hafen des BMC mit einem absenkbaren Tor zum Kanal geschützt. In Hannover haben uns die vorbeifahrenden Berufsschiffe stets kräftig gegen die Stege und Dalben geknallt.

Sonntag heißt es dann auch schon wieder, Abschied von Kalle zu nehmen. Für ihn ist es nur eine einstündige Bahnfahrt von Braunschweig bis zu seinem Zielbahnhof Seesen.

Wir fahren weiter. Eine kleine Strecke bis Wolfsburg (km 246,7). Hier ist im Hafen schon deutliche Leere. Den netten „Hafenitaliener“ aus dem letzten Jahr gibt es nicht mehr. Sein Nachfolger hat erst vor einigen Tagen neu eröffnet und ist mit einer arg eingeschränkten Küche noch im „Versuchsaufbau“. Essen ok, mit Sonnenuntergang auf der Terrasse.