Charmantes Castelnaudary – wir sehen uns wieder

Castelnaudary – Berlin

Sa.bis Fr., 12.-18.09.2026. Der Versuch, uns einigermaßen gut in Castelnaudary einzuleben, hätte schon noch ein paar Tage länger dauern können. Aber wir wollen ja am kommenden Sonntag in Berlin wählen gehen. Und der Flieger ist gebucht.

So konzentrieren wir uns darauf, das Boot aufzuräumen und Küche und Keller soweit auszuräumen, dass im Winter nichts vergammeln kann. Eine kleine Reparaturliste wird erstellt. Eine große Hilfe dabei ist Henk, der (nicht nur) die Reparaturen dann ausführen wird.

Ein größeres Problem wird mittlerweile unsere Persenning. Das Boot wird im Winter am Kanal hinter dem Kai-Hafen liegen. Im Paket mit der „Dream Catcher“ von Tanja. Beim Wiederaufbau des Verdecks fallen uns einige kleine Risse auf. Über kurz oder lang werden wir uns wohl um eine Erneuerung nicht drücken können.

Und auf einmal taucht die Frage auf, wie lange wir das Boot noch behalten wollen/können. Das Verdeck muss von einem professionellen Segelmacher passgenau gefertigt werden. Und das heißt natürlich „teuer“, wenn dieser dafür aus den Niederlanden nach Südfrankreich anreisen muss. Das Thema müssen wir im Winter überdenken und eine Entscheidung treffen.

Die Tage in Castelnaudary sind entspannt, das Wetter ist wechselhaft. Aber im Großen und Ganzen haben wir immer noch prallen Hochsommer. Die kleine Gemeinde (12.000 Einw.) ist als Winterstandort überaus beliebt und wir haben Glück, dass wir uns so rechtzeitig gekümmert haben. Mittlerweile sind die Liegeplätze restlos ausgebucht.

Mittwoch kommt noch einmal Stress auf. Bei einem kleinen Fahrradausflug schlitze ich mir an einer Baustelle meinen Hinterreifen auf. Eigentlich sollen die Räder nicht auf dem Boot bleiben, Anca (vom Capitainerie-Team) bot uns freundlicherweise an, sie in ihrer Garage aufzubewahren. Nun kommt mein Rad aber erst einmal zu einem Fahrradladen. Der Reifen muss bestellt werden – das klappt also nicht mehr vor unserer Abreise in knapp zwei Tagen. Anca sagt zu, sich drum zu kümmern. Das ist eine tolle Hilfsbereitschaft, für die wir sehr dankbar sind.

Auch aufgrund des extrem leeren Kühlschranks wird an den letzten beiden Abenden nicht mehr an Bord gekocht. Wir folgen der Empfehlung fürs „Le Quai 21“ – und werden nicht enttäuscht. Und ich freue mich auf das „Cassoulet de Castelnaudary“, der legendäre Eintopf aus weißen Bohnen, Gänseconfit und Knoblauchwurst, der am Ende der Garzeit im Ofen überbacken wird.

Die Rückreise am Freitag zieht sich. Um 8.01 Uhr nehmen wir den regionalen Zug, der uns in knapp 40 Minuten von Castelnaudary nach Toulouse bringt. Umsteigen in den Airportbus und gegen 10.30 sind wir am Flughafen Toulouse Blagnac. Unser Flug geht über München. Die reine Flugzeit ist mit insgesamt 2 1/2 Stunden ein Witz – aber die Wartezeiten nerven ein wenig. Um 18.30 Uhr können wir Katja begrüßen, die uns vom BER abholt.