Zwangspause vor Groningen

Assen – Groningen

Abfahrt aus Assen Richtung Groningen. Dieses Mal entscheiden wir uns für die Fahrt durch die Stadt. Soll sehr schön sein, wurde uns im Hafenbüro gesagt.

Unser Eindruck war jetzt nicht so doll. Man umfährt die Stadt und anders als in anderen holländischen Städtchen ist hier kein schöner, alter Stadtkern zu bewundern sondern nur einige, recht profane Neubauten. Anyway, wir wurden von einem netten Dreierteam geschleust und perfekt durch die Brücken geleitet.

Als Groningen in Sichtweite kommt, freuen wir uns auf ein relativ frühes Eintreffen im Stadthafen. Aber, „zu früh gefreut“. Ungefähr 4 oder 5 Brücken vor der Innenstadt war Schluss. Nach geraumer Wartezeit in sengender Sonne kam ein Polizist, der alle Boote darüber informierte, dass es heute nicht mehr weiter geht, da eine der nächsten Brücken repariert werden muss. Vielleicht geht es morgen weiter.

Es wird heiß

Dieverbrug – Assen

Die Strecke nach Assen ist wenig spektakulär. Die Sommerhitze zieht deutlich an. Und in Assen sind – wie passend – „Italienische Tage“. Skurriler Höhepunkt, ein etwas kitschig geratener Nachbau der Rialtobrücke an der Kaimauer. Der Dienstag wird mit einem kleinen Ausflug durch die kleine Stadt vertrödelt. Mehr Assen siehe hier.

Wir nehmen wieder Fahrt auf

Zwartsluis – Dieverbrug

Von Zwartsluis nach Assen. Meppel lassen wir „links liegen“ um unseren Zeitplan nicht über Gebühr zu strapazieren. Die Strecke nach Assen ist in einer Tagestour leider nicht zu schaffen. Also, Zwischenstation, wie schon im letzten Jahr, in Dieverbrug (s. Drentse Hoofdvaart).

Die erste Panne, der Treibriemen

Kampen – Zwartsluis

Wir starten von Kampen Richtung Meppel. Schon beim Start ist, wie schon gestern, das laute quietschende Jaulen des Treibriemens zu hören. Gestern war es nur kurz beim Start. Heute hört es kaum auf. Wir fahren noch über die Ijssel durch die kleine Schleuse auf , dann wird es doch sehr unangenehm anhaltend.

Also, nächster möglicher Stopp in der Pampa und ab in den Motorraum. Der Treibriemen hat zu viel Spiel. Er wird (nach Lektüre im Handbuch) von uns nachgespannt. Aber wir rufen doch vorsichtshalber beim Linssen Service an. Diana vom After Sales Service gibt uns die Nummer vom Volvo Service und von dem bekommen wir den nächsten Volvo Penta Service Point genannt. In Zwartsluis. Liegt auf unserem Weg nur ein paar Kilometer entfernt.

Wir kündigen uns für 14.00 Uhr an und werden im Hafen schon erwartet. Ein Techniker begutachtet den Riemen und empfiehlt einen Austausch. Der bereits vorhandene Abrieb zeigt nichts Gutes an. Nach einer halben Stunde ist der neue Treibriemen drin (kostenlos, da Garantie) und wir sind beruhigt.

Im Hafen von Zwartsluis finden wir den letzten freien Liegeplatz direkt neben dem kleinen Stadtmuseum. Da für Samstag Gewitter und Sturmböen angesagt sind, werden wir erst am Sonntag weiterfahren.

Kampen

Kampen

Da wir Kampen schon öfter besucht haben (s. 2018) begnügen wir uns mit einem entspannten Spaziergang durch die alte Hansestadt. Einkaufen, Kaffee trinken und am Schiff Wasser bunkern.

Wir machen „Strecke“ – Die Randmere

Weesp – Harderwijk – Kampen

Die Törnplanung wird von der vorgesehenen „Tourpause August“ vorgegeben. Wir müssen am 31.07.19 im Zug nach Berlin sitzen. Bevorzugter Liegeplatz für die Kato 2 ist Haren, alternativ Ter Apel oder Groningen. Dementsprechend werden wir den ersten Teil der 285 Wasserkilometer etwas zügig angehen, um in Friesland nicht in Zeitstress zu kommen.

Die „Randmeren van Flevoland“, das sind acht zusammenhängende Seen (niederländisch „mere“) zwischen der Mündung der IJssel ins Ketelmeer und der Hollandse Brug am südöstlichen Ende von Flevoland. Ein Band von knapp 80 km Länge, das zwischen altem und neuem Land mäandert – hüben der Küstenstrich, den die einstige Zuiderzee verschonte, und drüben die Polderflächen Flevolands, die die Niederländer dem Wasser abrangen.

Am Dienstag geht es von Weesp nach Muiden (Tankstopp) und dann über einen kleinen Bogen auf dem Ijmeer übers Gooimeer, Eemmeer und Wolderwijd nach Harderwijk. Das Wetter bleibt grau. In Harderwijk ist unser Zielanleger (Außenseite an einem kleinen Strand) komplett belegt. Wir müssen in den Stadthafen an eine recht häßliche Kaiseite mit riesigem Parkplatz für die Dolfinariumbesucher. Es bleibt Zeit genug, um einzukaufen und für einen Spaziergang. Wir beschließen nur eine Nacht zu bleiben.

Mittwoch. Früher Aufbruch aus Harderwijk. Zweiter Teil der Randmeere mit Veluwemeer, Drontermeer, Vossemeer und Ketelmeer. Einbiegen übers Keteldiep auf die Ijssel. Ein wunderschöner Fahrttag, denn, „der Sommer ist zurück“. Herrlichster Sonnenschein und 26 Grad!

Die beiden Strecken fahren sich gut, zumal wir an den beiden „Engstellen-Schleusen“ (Nijkerkersluis und Roggebotsluis) merken, dass wir „gegen den Strom“ (vieler Boote) fahren. Erstaunlicherweise ist trotz niederländischer und deutscher Ferienzeit nicht allzu viel los.

Stille Tage in Weesp

Weesp

Drei Tage Ruhepause. Der kleine Ort ist für uns die bessere Alternative als das am Ijmeer liegende, überlaufende Muiden. Mal wieder das Boot aufräumen, Wäsche waschen und rumtrödeln. Das Wetter ist nicht wirklich sommerlich. Immer wieder Regenschauer. Am Montag kommt neuer Besuch an Bord, Susanne. Sie wird uns bis zur Tourpause am 31.07. begleiten.

Ohne Pause geht es weiter

Amsterdam – Weesp

Wir belassen es bei einer Übernachtung (und dem Spaziergang in Nord-Amsterdam). Keine Lust auf City-Sightseeing.

Nur langsam entknäult sich am Morgen im Sixhaven die Hafenbelegung. Es wird hin und her rangiert, dann können wir gegen 9.30 Uhr aus unserer Box auslaufen. Die Querfahrt auf die linke Fahrrinnenseite erfolgt problemlos. Jetzt sind es hauptsächlich nur noch Binnenfrachter, die, wie wir, zum Amsterdam-Rijnkanaal wollen. Die aber heftig. Alle schneller als wir – also, Augen nach hinten auf!

Ein kurzer Trip und wir biegen nach Weesp ab. Durch die kleine Stadt bis zur Utrechtsche Vecht. Wir landen beim Jachthaven „WSV de Vecht“. Ruhig, nett, am Ortsrand.

Es regnet den ganzen Nachmittag. Erst gegen 17.00 Uhr hört er auf. Zeit genug für eine kurze Radtour im Ort und zum Einkaufen.

Von Haarlem nach Amsterdam

Haarlem – Amsterdam

Mit Amsterdam wollen wir heute nach Rotterdam (Europas größter) und Antwerpen (Platz 2) den dritten „Großen“ anlaufen. Auf der Spaarne nordwärts bis zur Spaarneschleuse, dann über den sehr kurzen Zijlkanaal auf den Noordzeekanaal/Ij ins Zentrum von Amsterdam.

Wie bei der Ausfahrt in Antwerpen müssen wir hier durch das komplette Hafengebiet. Diesmal nicht im Zick-Zack-Kurs, aber mit Vorsicht an den einzelnen, seitlichen Hafenbecken, deren Ausfahrten man gut im Blick haben sollte.

Ziel ist der, vor allem bei Seglern, sehr beliebte Sixhaven auf der Nordseite der Ij (vom IJsselmeer und der Nordsee ist der Hafen mit stehendem Mast zu erreichen). Vom Hafen sind es nur wenige Meter zu den kostenlosen Ij-Fähren, die in 5 Minuten (Tag & Nacht) in extrem kurzer Taktung zum Amsterdamer Centraal fahren.

A Rainy Day in Haarlem

Haarlem

Haarlem ist mit seinen 160.000 Einwohnern die Hauptstadt der Provinz Nordholland. Eine sehr schöne Altstadt mit wundervollen Gassen und voller Blumen. Heute leider alles grau in grau, aber immerhin 18 Grad warm. Leichter Nieselregen, der uns bis in den Abend erhalten bleibt.

Genau der richtige Tag, um ins Museum zu gehen. Das Frans Hals Museum Hof ist nach Frans Hals (1582–1666), einem in Haarlem tätigen Porträtmaler des Goldenen Zeitalters der Niederlande, benannt.

Das Museum ist in einem ehemaligen Altmännerhaus im Stil des 17. Jahrhunderts untergebracht und zeigt neben Frans Hals vorrangig Gemälde Haarlemer Künstler aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Ins Zentrum von Haarlem

Heemstede – Haarlem

Die vier Kilometer ins Zentrum von Haarlem sind schnell gefahren. Allerdings an der letzten Brücke müssen wir gefühlt eine halbe Stunde auf einen „Konvoi“ (angeführt von einem Ausflugsdampfer) hinter uns warten.

So passieren wir als Letzte die Brücke und sehen, wie uns andere Sportschiffe Liegeplätze „wegnehmen“. Aber, noch kein Problem in der Mittagszeit. An den Kais der Spaarne finden wir einen guten Platz am Rand der Altstadt. Liegeplatz- und Stromanmeldung gibt es über die App „Aan-uit“ (virtueller Hafenmeister), die wir seit letztem Jahr auf den Handys haben.

Die frühe Zeit wird mit einem ersten Stadtrundgang genutzt.

An die Küste nach Zandvoort

Heemstede

Ausflug an die Nordsee. Was „Scheveningen“ für Den Haag ist, ist „Zandvoort“ für Amsterdam – ein schnell erreichbares Seebad. Die seit 1881 verkehrende normalspurige Bahnstrecke führt bis auf 200 Meter an den Strand heran. Man erreicht Zandvoort (über Haarlem) von Amsterdam-Centraal in einer halben Stunde. Da wir aus der Haarlemer Vorstadt Heemstede kommen, sind es für uns nur 8 km mit dem Rad.

Aus dem ehemaligen Fischerdorf wurde 1828 (Bau des ersten Badehauses) ein beliebtes Seebad. 1948 wurde der Circuit Park Zandvoort – eine Motorsport-Rennstrecke – angelegt. Die vielen Hochhäuser, teilweise Plattenbauten, die für Touristen, aber auch für die Einwohner entstanden, haben den typisch niederländischen Baustil des Ortes weitgehend verdrängt. In einigen Nebenstraßen finden sich noch Reste des alten Fischerdorfes und an den Ausfallstraßen stehen einige prachtvolle Jugendstilvillen.

Gemaal De Cruquius

Heemstede

Fauler Sonntag. Lange geschlafen. Das Wetter ist gekippt. Nach einem verregneten Samstag heute frische 17 Grad, die Sonne zeigt sich nur spärlich.

Sonntagsausflug zum Pumpwerk De Cruquius (Gemaal De Cruquius) aus dem Jahr 1849. Es ist eines von drei historischen Dampfschöpfwerken, mit denen der Haarlemmermeerpolder in der niederländischen Provinz Nordholland trockengelegt wurde. Das Pumpwerk und die Ortschaft, in der es steht, wurden nach Nicolaus Samuelis Cruquius (1678 – 1754) benannt, einem berühmten, niederländischen Wasserbaukundigen. Es war bis 1933 in Betrieb, ab 1934 wurde es als Museum eingerichtet.

Wir sind pünktlich um 13.00 Uhr zur sonntäglichen „Theater“-Führung da. Leider nur auf holländisch aber mit sehr viel Verve von den vier SchauspielerInnen gespielt. Wir haben Spaß dabei. Höhepunkt: Die dampfgetriebene Pumpe ist noch im Original erhalten und wird (seit 2002 hydraulisch) in Betrieb gesetzt.

In die Vorstadt der Vorstadt, Heemstede

Leiden – Heemstede

Start in Leiden um 9.30 Uhr. Wetter: Klasse. Ziel Haarlem. Reger Betrieb von Sportbooten an den Brücken, wir können uns häufig anschließen und müssen so nur maximal fünf Minuten warten.

Die Fahrt geht über die Zijl und die Kager Plassen zur Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder. Hier haben wir dann später über den Noordzeekanaal Anschluss an Amsterdam. Bis Haarlem sind es 29 km. Eine Strecke ohne besondere Vorkommnisse.

Mit Ausnahme unserer Raymarine-Plotterkarte; sie zeigt für die Ausfahrt aus Leiden mal wieder einen völlig blödsinnigen (Innenstadt-)Weg an. Im Plotter ist die „Navionics+ – Central and West Europe“ Karte installiert. Für die Navigation benutzen wir zur Unterstützung mittlerweile immer mehr die „Vaarkaart Nederland“, eine Smartphone- und Tablet-App, die preiswert für 7,99 € pro Jahr zu haben ist. Und für Übersicht und Details natürlich die gedruckten Karten.

In Heemstede (südlicher Vorort von Haarlem) finden wir einen kleinen Hafen mit Wasser und Strom. Mit Blick an Steuerbord auf eine große Weideinsel.