In den Kanälen ist zu wenig Wasser. In unserer Bilge zuviel

Sillery – Variscourt – Rethel

So., 20.07.2025 Sillery im Hafen – bei uns piept’s wohl? Ein Ton, den wir noch nie gehört haben! Wo kommt der her? Es dauert eine Weile bis wir den irritierenden Alarmton im Boot orten können. Unterm Steuerstand findet sich die kleine Sirene, drüber am Cockpit sitzt der Schalter der Bilgenpumpe. Okay, kritischer Wasserstand in der Motorbilge.

Ein Riesenschreck und eine nervöse Suche nach dem Leck beginnt. Erstmal alle Bilgen checken. Die Bilgen im Vorschiff, unterm Keller und im Heck sind alle trocken. Also in der Motorbilge genauer schauen. Ein Wasserlauf kann auf den ersten Blick nicht entdeckt werden. Wir pumpen das Wasser ab – es ist völlig klar und sauber. Beim zweiten Ableuchten der Bilge wird der Übeltäter ausfindig gemacht; der Druckausgleichsbehälter des Bordwassers ist undicht.

Linssen hat neuerdings ein Online-Service-System eingeführt. Es soll, nach Möglichkeit, nicht mehr telefoniert werden!? Gesagt, getan. Nach knapp einer Stunde erhalten wir eine WhatsApp von Ruud und können sofort mit ihm reden. Er empfiehlt den undichten Druckausgleicher aus dem Kreislauf zu nehmen und die Schlauchverbindung provisorisch zu überbrücken. Der Behälter sollte dann natürlich im nächsten Winter erneuert werden.

Da wir täglich abpumpen müssen, wollen wir dies nun auch schnellstmöglich machen lassen. Wir fragen nach einem Termin in Pont à Bar an und bekommen ihn von Bénédicte bestätigt. Wir liegen nur fünf Fahrtage von der Servicestation entfernt. Das müsste reichen.

Di., 22.07. Die Strecke von Sillery nach Variscourt ist sportlich. Aber unsere Unruhe mit dem Wasser in der Bilge lässt uns keine Ruhe. 9 Stunden braucht es – ein vorausfahrender Frachter bremst uns mal wieder runter auf >5 km/h.

Nach dem Ritt nach Variscourt legen wir ein Tag Pause ein und starten am Do., 23.07. nach Rethel. Wieder mit einem Tag Pause wird es dann am Samstag nach Attigny gehen.

Der 2025er-Plan ist geplatzt. Wir fahren zurück

Châlons en Champagne – Sillery

Was sich schon seit Tagen angedeutet hat, wird leider wahr. Die Wege von Châlons weiter in den Süden Frankreichs, sind alle in Teilstrecken gesperrt. Niedrigwasser!

Ausweichmöglichkeiten mit einem großen „Westbogen“ über Paris sind erstens sehr lang und zweitens immer mit der Gefahr verbunden, das jetzt noch offene Kanäle im weiteren Verlauf ebenfalls geschlossen werden.

Unsere große Hoffnung, wenigstens über den Canal de la Marne au Rhin nach Toul – und damit auf Mosel und Rhein – zu kommen, haben sich seit einigen Tagen auch erledigt. Der Canal de la Meuse ist schon länger zu. Schade.

Ähnlich wie bei der Tour 2022 (Canal du Nivernais), bei der wir in Decize keine andere Möglichkeit mehr hatten, müssen wir auch in diesem Jahr auf gleichem Weg wieder zurück..

Was haben wir gelernt? Wer sicher in Frankreichs Süden will, sollte rechtzeitig im Frühjahr starten! Dass wir wieder wasserreiche Flüsse und Kanäle in Mitteleuropa bekommen, ist in den nächsten Jahren wohl nicht zu erwarten.

Zum Glück funktioniert die VNF-App (nach letztem Update) wenigstens auf dem iPad einigermaßen gut (MacBook und iPhone nur bei einer exzellenten WLAN-Verbindung). Hier können wir uns taggenau und sehr detailliert über die Routenlage informieren.

Di., 15.07. Erste Etappe zurück ist Sillery. Auffällig, der Hafen wird immer leerer. Ist ja auch kein Wunder – ab Vitry kommen die Probleme. Wir fangen an zu trödeln.

Mi.-So., 16.-20.07. Kein Programm auf dem Zettel. Und zu weiteren Ausflügen nach Reims steht uns auch nicht der Sinn. Dafür mit dem Rad 5 km in den Nachbarort, nach Prunay. In dem kleinen Dorf gibt es tatsächlich unsere Wunschzigaretten. Nebenbei entdecken wir ein kleines Bistro, das sich einen guten Ruf als jung und innovativ erkocht hat. Wir lassen uns einen Abend auf einen Versuch ein. Ja, ganz interessant. Preis-Leistung war ok. Geschmeckt hat es auch, aber eine mehr traditionelle französische Küche ist uns lieber.

Rund um die „Fête nationale à Châlons-en-Champagne“

Châlons-en-Champagne

Sa.-Mo., 12.-14.07.2025. Frankreich feiert jedes Jahr am 14. Juli seinen Nationalfeiertag (Sturm auf die Bastille, 1789, und das Föderationsfest von 1790). Die meisten Gemeinden veranstalten ihre Feierlichkeiten mittlerweile zwischen dem 13. und 14. Juli.

So haben wir es schon 2023 in Saint-Jean-de Losne erlebt. St Jean hat mit den eigenen Feierlichkeiten am 13.07. angefangen. Die Nachbargemeinde Losne dann am 14.07. mit einem kleinen Gemeindefest und einem großen Feuerwerk nachgelegt.

In Châlons spielt sich alles am Sonntag, 13.07. ab. Auf der Avenue du Maréchal Leclerc startet um 18h30 die Militärparade samt feierlichen Ansprachen. Zwei Düsenjäger überfliegen, für uns unangekündigt, im Tiefflug die Avenue. Wir sind erschrocken und beeindruckt zugleich. Das hatten wir hier in der Kleinstadt nicht erwartet.

Im „Grand Jard“, ein großer (Volks-)Park mit Strand zum Canal láteral à la Marne dann das Highlight, auf das die halbe Stadt sehnsüchtig gewartet hat – das Feuerwerk um 23 Uhr. Tausende Menschen strömen ins Gelände dicht am Yachthafen vorbei. Für uns sind es zum Glück nur ein paar Schritte, dann haben wir gute Sicht aufs Feuerwerk. Das Feuerwerk dauert 20 Minuten, ist mit Musik unterlegt und wirklich sehr eindrucksvoll.

Aber, nicht zu vergessen, zuvor am Nachmittag besuchen wir noch ein MIA Konzert vor der Église Saint-Alpin de Châlons-en-Champagne. Nur ein paar Schritte vom Place de la République entfernt. Auf der Bühne: KKO – Musiques de l’Est. Ein quirliges Klezmerkonzert, das gute Laune schafft. Ohne sich einige Ausflüge in Richtung Funk und Jazz zu verbieten, lässt das Ensemble den ursprünglichen Groove der Freilechs, Turkishs, Horas und anderer festlicher Tänze, die ihre Wurzeln im Bessarabien des 15. Jahrhunderts haben, mit Freude weiterleben.

Übrigens, im nächsten Blog berichten wir von schwerwiegenden Änderungen unserer diesjährigen Reiseplanung. Am 14.07. sind sowieso alle Schleusen geschlossen, deshalb geht es erst am Dienstag, 15.07. für uns weiter. Fahrtrichtung: zurück.

Nous aimons Châlons. Wir lieben Châlons

Chalons en Champagne

Di.-Fr., 08.-11.07.2025. Ein wenig Müßiggang, ein paar Besorgungen und „Highlights im Keller“. So sehen die ersten Tage aus. Das Wetter präsentiert sich mit Sonnenschein und erträglichen 28 bis 30 Grad.

Châlons ist in der richtigen Größe, um alles im nahen Umkreis zu bekommen, was wir aktuell brauchen. Von einer neuen Gasflasche über eine neue Kühlbox bis hin zum 40m-Wasserschlauch.

Am Mittwoch haben wir einen Besuch in einem Champagner Stammhaus gebucht, Joseph Perrier. Nicht zu verwechseln mit Laurant-Perrier, ebenfalls eine renommierte Champagner Marke (in Tours-sur-Marne), nicht verwandt, nicht verschwägert. Und das allseits bekannte Perrier Mineralwasser, dessen Quelle in Südfrankreich, in Vergèze südwestlich von Nîmes, liegt, hat mit Joseph Perrier absolut nichts zu tun. Übrigens, das zum Nestlé Konzern gehörende Wasser ist nach 1990 nun erneut Ende 2024 wegen «virologischer Risiken» stark unter Druck geraten.

Donnerstag gibt es Streifzüge durch die Stadt und am Abend ein Konzert am Place de la République. Châlons leistet sich über einen ganzen Monat tägliche Konzerte – Free Open Air. MIA, FESTIVAL MUSIQUES D‘ICI & D‘AILLEURS (Musikfestival, von hier & anderswo). Eine musikalische Reise um die Welt (USA, Madagascar, Guatemala, Nouvelle-Zéland, Grèce, Jamaique, Pérou, Sénégal, Chine, Tunisie, France, Grand Est). Und das schon in der 34. Auflage. Respekt!

Am Tag, als der Regen kam – nach Châlons en Champagne

Sillery – Châlons en Champagne

So., 06.07.2025. Wir wachen auf und wollen überhaupt nicht aufstehen. Es regnet in Strömen. Normalerweise würden wir uns jetzt noch einmal umdrehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Aber …

… wir haben einen Liegeplatz in Châlons, mit Ankunft heute, reserviert und sind uns (bei den wenigen und deshalb äußerst begehrten Plätzen im Hafen) nicht sicher, ob er nicht vergeben wird, wenn wir nicht kommen.

Also, Regenklamotten raus, Augen zu und durch! „Wir sind doch nicht aus Zuckerwatte“.

Die Tour von Sillery nach Châlons en Champagne: 34 km, 14 Schleusen, 1 Tunnel (2,5 km!). Um da pünktlich in Chalons anzukommen, muss schon alles wie am Schnürchen laufen. Zumal, es ist Sonntag und die Schleusen schließen bereits um 18 Uhr.

Drei Widrigkeiten unterbrechen, bzw. verlangsamen, unsere Fahrt. Vor dem Tunnel schaltet die Ampel bei unserer Ankunft auf rot – 30 Minuten Wartezeit. In einer Schleuse klemmen die Ausfahrtstore – 30 Minuten bis ein VNF-Helfer kommt. Und auf dem Canal latéral à la Marne bremst uns ein vorausfahrender Frachter mit <5 km/h aus – mind. 30 Minuten Verzögerung.

Und so kam es, wie es kommen musste, an der Stadtschleuse in Châlons kommen wir nach über 9-stündiger Fahrt erst um 18.30 Uhr an. Zum Glück gibt es vor der Schleuse einen Anleger an dem wir die Nacht verbringen können.

Mo., 07.07. Erneut weckt uns der Regen. Wir haben keine Lust, die letzten 300 m bis zu unserem Liegeplatz noch einmal im strömenden Regen zu fahren – wollen aber auch natürlich vor der Schleuse weg. Also, wieder volle Montur und ab durch die Schleuse. Außer der Anmeldung in der Captainerie passiert am restlichen Tag nicht mehr viel. Wir schalten einen Gang runter.

Es wird heiß. Und zwar so richtig! Reims/Sillery knackt mit 42,7 Grad unseren diesjährigen Rekord

Reims/Sillery

Mo./Di., 30.06./01.07. Wir lassen es ruhig angehen in Sillery. Einkaufen und wenig Bewegung. Die Temperaturen klettern auf 40 Grad. Am Dienstag starten wir zu einer „Probefahrt“ nach Reims zur Basilika. Hier haben wir Karten für Freitag (Konzert) und Samstag (Luminiscence).

Die 10 km verlaufen auf einem wunderbaren Radweg direkt am Kanal. In max. 40 Minuten ist die Strecke gut zu bewältigen. 70 % der Strecke liegen im Schatten. Großartige Runden in Reims verkneifen wir uns. Ein kleiner Lunch an der Basilika, eine Park-Pause und dann auch wieder retour nach Sillery.

Mittwoch und Donnerstag sind fast unerträglich. Die Hitzewelle hat mit über 42 Grad auf dem Achterdeck (im Schatten!) seinen Höhepunkt erreicht. Wir bewegen uns so wenig wie möglich – höchstens unter die Dusche, mehrmals. Abends gehen wir bei einer Kojentemperatur von 38 Grad ins Bett – am frühen Morgen „kühlt“ es sich auf 24 Grad ab.

Fr., 04.07. Die Hitze ist nicht mehr auf dem Höhepunkt, bleibt aber anstrengend. Das Gastkonzert des belgischen Orchestre Philharmonique Royal de Liège in der Basilique Saint-Remi in Reims beginnt um 20 Uhr. Um die größte Hitze zu vermeiden, planen wir unsere Anfahrt mit dem Rad so, dass wir eine Stunde vor Beginn da sind.

Die zwei Teile, Strauss, Burlesque pour piano et orchestre und Dvořák, Symphonie nº 9, du Nouveau Monde, werden auf hohem Niveau gespielt. Der junge belgische Pianist Florian Noack (Jg. 1990) spielt den Strauss prächtig, leider wird die Akustik in der Basilika nicht den Anforderungen an ein großes Klavierkonzert gerecht. Im zweiten Teil versetzt sich das Orchester (nun ohne den Flügel auf dem Podium), in den Rausch, den die Neunte braucht, um sich kraftvoll und mit begeisternder Dynamik dem Publikum zu präsentieren. Bravo.

Sa., 05.07. Zweiter Abend mit Eventcharakter. „Luminiscence“, eine (angeblich hochgelobte) immersive Ton- und Lichtshow an gleicher Stelle. Diesmal ist der Beginn erst um 21.50 Uhr.

Wir sitzen fast am gleichen Platz, nur blicken wir in der Basilika nun in Richtung Altar. Um es kurz zu sagen, so ein disharmonisches Machwerk hatten wir nicht erwartet. Die Lichttechniker ballern in Las-Vegas-Manier alles an Decke und Wände, was die Computertechnik hergibt – ohne Feingefühl und farblicher wie bildlicher Spannung. Der Sound ist viel laut und zu martialisch und nimmt dem vorzüglichen Live-Chor jegliche Chance, sich Gehör zu verschaffen. Man hat das Gefühl, sich in einem gigantischen Videospiel zu befinden – ich schaue nach zwanzig Minuten das erste Mal auf meine Uhr, wann denn dieses Spektakel endlich zu Ende ist. Sehr schade!

Wir sind kurz nach Mitternacht wieder im Hafen von Sillery und nehmen noch einen Trost-Schaps bevor wir todmüde in die Kojen fallen. In der Nacht kommt endlich das sehnsüchtig erwartete Gewitter und leitet den Temperaturwechsel ein.

In 4 Etappen nach Reims/Sillery

Variscourt – Alger – Courcy – Sillery

Fr,/Sa. 27./28.06 Auf der Fahrt von Variscourt nach Courcy wechseln wir bei Berry au Bac vom ausgehenden Canal des Ardennes auf den Canal de l’Aisne à la Marne bis Courcy. Mit einem Anleger bei Alger, allerdings nur zum Übernachten direkt hinter einer Schleuse.

So., 29.06. Eigentlich wäre Reims unsere nächste größere Station gewesen. Geht aber nicht, da in Reims der komplette Stadtanleger saniert wird. Das Ganze ist eine große Baustelle, die in dieser Saison wohl auch nicht fertig wird. Schade, wir hatten uns auf eine tolle Woche mit kurzen Wegen in einer wirklich schönen Stadt (inkl. zweier bereits gebuchter Konzerte) gefreut. Aber, alles Gute ist nicht immer beisammen.

Der Ausweichhafen liegt rund 10 km südlich von Reims in Sillery. Dort freut man sich natürlich, dass man nun zu einem „offiziellen Reims Hafen“ avanciert ist. Und die Reimsbesuche lassen sich auch per Rad bewältigen.

Sillery ist ein „Voll-Digital-Hafen“. Nicht nur unseren Aufenthalt haben wir über eine App gebucht. Vom Zutritt bis Elektrik- und Wasseranschluss wird alles über die App ausgewählt, bezahlt und abgerufen. Die Capitainerie ist nur noch ein freundlicher „Erklär-Service“, wie, wo, was funktioniert (oder schlimmstenfalls, was man falsch gemacht hat). Na ja.

Über die Schleusentreppe tief in die Provinz

Le Chesne – Attigny – Rethel – Variscourt

Sonntag, 22.06.2025, Monika geht es zwar nicht wirklich besser – aber sie hat keine Lust mehr, im Bett zu bleiben. Also geht es von Le Chesne auf die 26stufige Schleusentreppe nach Attigny. Die eng aneinander liegenden Schleusen haben alle einen Hub von rund 3 Meter. Wir fahren zu Tal, also soweit kein großes Problem. Es zieht sich lediglich. Nach 4 Stunden sind wir durch.

Der Anleger in Attigny ist bei unserem Eintreffen bereits gut belegt. Wir packen uns zwischen unseren französischen „Schleusen-Team-Partner“ Olivier & Frau und einem belgischen Schiff. Neben einem gemeinschaftlichen Wassertanken (der gelegte Schlauch geht Reih‘ um) gibt es einen Austausch, wer wohin will.

Von dem Belgier erfahren wir, dass Reims gesperrt sei. Schreck lass nach! Während wir noch im Kopf überschlagen, wie wir nun unsere Reiseroute in den Süden ändern müssen (z. B. über Compiègne und Paris), kommt auch schon Entwarnung.

Nicht die Strecke (also der Canal de l’Aisne à la Marne) ist gesperrt, sondern „nur“ die komplette Stadtmarina in Reims. Sie wird modernisiert und ist leider in voller Länge derzeit nicht nutzbar. Da haben wir wohl zuerst in dem Englisch-Französisch-Deutsch-Kauderwelsch etwas falsch verstanden.

Montag, 23.06.2025, Am nächsten Morgen sind wir in Attigny allein am Anleger. Die anderen Boote sind zügig weiter. Wir bleiben und legen einen Trödeltag ein. Nicht zuletzt, um in der geschichtsträchtigen, kleinen 1100-Seelen-Gemeinde noch für Monika einen Erkältungssaft aus der Apotheke zu holen.

Das mit der Apotheke, sowie auch mit einem sehr guten Bäcker, war schnell erledigt. Allerdings mussten wir (drogenabhängigen Menschen) dann feststellen, das aus Attigny eine „rauchfreie Gemeinde“ geworden ist.

Mon dieu, die Franzosen nehmen den Nichtraucherschutz ernst. Nicht nur über den Preis (fast genau 50 % teurer als in D), das Werbeverbot an den Fassaden (z. B, die markante, rote „TABAC“-Raute) sondern auch jetzt zum 1. Juli 2025 dem neuen verschärften Nichtraucherschutzgesetz. Mit satten Strafen bei Nichtbeachtung schlägt das auch von Tagesspiegel bis Spiegel online in deutschen Medien ordentlich Wellen.

Kurz und gut, wir konnten im Ort keine Zigaretten einkaufen, werden somit zu Kurzzeitnichtrauchern und sollten vielleicht doch noch einmal über das Thema nachdenken.

Dienstag, 24.06.2025. Ab ins Kraut nach Rethel. Kurze Strecke, keine besonderen Vorkommnisse. Die „Kraut-Fahrten“ in Frankreich sind wir gewohnt. Hier hilft nur Gelassenheit, Schleichfahrt und hin und wieder mal ein kleiner Aufstopper samt kurzer Rückwärtsfahrt. Dann sind Schraube und Welle wieder vom Grünzeug befreit. Der Wasserfilter muss natürlich ebenfalls unter Kontrolle bleiben. So kommen wir gut in Rethel an.

Mittwoch, 25.06.2025, Rethel (7500 Einw.) haben wir 2023 bereits ausgiebig erkundet. Das ein oder andere hätten wir uns schon gerne noch einmal angesehen – aber am Anleger sind Strom- und Wasseranschlüsse immer noch nicht wieder funktionstüchtig. Kurzer Beschluss, nach einem Einkauf um die Ecke, fahren wir weiter.

Strecke: Rethel – Variscourt. Weder die Karte noch der Plotter weisen auf den nächsten Anlegern Wasserstellen aus. Erst an der letzten Tagesschleuse, an der wir VNF-Hilfe anfordern mussten, gab uns der Techniker den Tipp, in Variscourt zu halten. Er sei sich sehr sicher, dass es dort zumindest einen Wasseranschluss gibt.

Und tatsächlich, am sehr schönen kleinen Anleger in Variscourt treffen wir wieder auf die holländische Pénichette (mit der fetten BMW im Vorschiff), die gerade mit Wasser betankt wurde. Wieder Glück gehabt. Wir können ihren Wasserschlauch benutzen – unserer wäre auch nicht lang genug gewesen. Wir müssen uns mal bei nächster Gelegenheit eine Verlängerung zulegen!

In Variscourt kippt das Wetter. Die brütende Hitze wird von einem nächtlichen Gewitter unterbrochen. Von 35 auf 24 Grad. Aber zu früh gefreut. Einen Tag später ist die Sonne schon wieder sichtbar und sowie sie rauskommt, haben wir wieder 30+X Grad.

Mit Kurzstopp in Charleville-Mézières auf den Canal des Ardennes

Monthermé – Charleville-Mézières – Le Chesne

Freitag, 13.06.2025, Monthermé, der nette, kleine Ort mitten in der größten Meuse-Schleife, gibt uns die Möglichkeit, einen Gang runterzuschalten. An einem langen Anleger ist Platz ohne Ende. An der Promenade wird es dagegen für Caravans schon ein wenig eng.

Am Anleger sind kleine Säulen für Strom und Wasser. Die Liegegebühren günstig. Das Wetter hat bereits seit einigen Tagen den Schalter auf Hochsommer gelegt.

Sa./So, 14./15.06. Unsere Aktivitäten ausserhalb des Bootes beschränken sich auf den Einkauf für den täglichen Bedarf. Im Dorfeingang gibt es einen kleinen, aber feinen, „Carrefour Contact“. Alles, was man braucht, ist da – sogar eine Frischetheke.

Sonntag ist Ausflugstag. Vom Boot sieht man den Aussichtspunkt „La Roche à 7 Heures“. Der Blick von oben auf die Meuse-Schleife muss phantastisch sein. Also rauf auf die Räder und ab nach oben. Es ist die erste „Berg-Etappe“ mit den neuen Rädern. Und, sie schlagen sich für die 250 Höhenmeter hervorragend. Oben gibt es ein kleines Picnic samt atemberaubendem Blick.

Mo./Di, 16./17.06. Die Passage von Monthermé nach Charleville-Mézières ist kurz und ohne besondere Vorkommnisse. Charleville wird für uns dieses Mal nur ein Mini-Zwischenstopp. Die Stadt hat wirklich viel zu bieten und wir sind froh, dass wir sie auf früheren Touren gut erkunden konnten. Der Schock im Hafen: Ich spiele nicht „Schiffe versenken“ sondern „Rad versenken“ – siehe Bild.

Mi., 18.06. Fahrtag Charleville-Mézières nach Le Chesne. Wir verlassen die Meuse bei Pont à Bar und fahren auf den Canal des Ardennes. Einmal volltanken und, da wir im Charterhafen von Bénédicte keinen Platz bekommen können, geht es sofort weiter nach Le Chesne.

Do./Fr. 19./20.06. Die 900-Seelen-Gemeinde Le Chesne ist wieder ein hervorragender Liegeplatz. Mitten im Ort, an beiden Ufern gibt es Parkbuchten für je 2 bis 3 Schiffe. Bei unserer Ankunft können wir uns einen Platz aussuchen. Die Gemeinde erhebt keine Liegegebühr. Strom und Wasser sind ebenfalls kostenlos. Supermarkt, Bäcker und Café (Tabac!) sind einen Steinwurf entfernt. Also bleiben diesmal die Räder an Bord.

Am Donnerstag steht mal wieder eine französische Trachtengruppe vor unserem Boot. Sage und schreibe zu sechst. 2 x Polizei und 4 x VNF. Der Chef der Gruppe kommt an Bord und lässt sich alle Papiere zeigen, plus Sicherheitswesten und prüft letztendlich die TÜV-Plakatte des Feuerlöschers. Alles in Ordnung, bien sûr!

Am Freitag gibt es hier im Ort eine vorgezogene Veranstaltung im Rahmen der „Fête de la musique“. In einem kleineren Saal der hiesigen Grundschule treten zwei Chorgruppen auf. Wir müssen nur einmal über die Brücke und an der Kirche vorbei und schon sind wir dabei.

Sa., 21.06.2025, wir wollen pünktlich um 9 Uhr am Startpunkt zur Schleusentreppe sein. Aber Monika fehlt am frühen Morgen die Stimme. Sie krächzt – na, hoffentlich kommt da keine Sommergrippe um die Ecke. Es gibt noch Frühstück auf die Schnelle, dann schicke ich sie zurück ins Bett.

Für mich die Gelegenheit, den Blog auf den letzten Stand zu bringen. Die Sonne knallt vom Himmel – unter Deck sind 35 Grad. Am Anleger sind mittlerweile alle Plätze belegt. Mal sehen, ob es Monika morgen früh wieder besser geht.

Die ersten Etappen in Frankreich und, wir stellen fest, „jedes Ding hat zwei Seiten“

Dinant (B) – Givet (F) – Revin – Monthermé

07.-12.06.2025 – Samstag, Fahrtag von Dinant nach Givet, der ersten Station in Frankreich. Die vier Schleusen klappen perfekt und das auch noch in „Alleinfahrt“! Trotzdem kommen wir etwas ermüdet in Givet an – nur zum Übernachten an der Kaimauer. Wir gehen noch nicht mal von Bord.

Sonntag. Mit der gestern an der Grenzschleuse erhaltenen Télécommmande geht es nun automatisiert weiter. Allerdings, die ersten zwei Schleusen (vor und nach dem „Tunnel de Ham“) werden wir noch durch Schleusenwärter:innen betreut. Ist auch ganz angebracht, da der Hub unangenehme 3,20 m hoch ist und in den Wänden keinerlei Festmacher sind. Da das Ganze „montant“ (zu Berg) geht, wir also unten einfahren, ist Hilfe bei den Leinen von oben immer willkommen.

Der Tunnel de Ham (565 m) wird von uns nun mittlerweile das dritte Mal durchfahren. Routiniert passieren wir den Tunnel ohne Umbau zum „Cabrio“ und sogar mit stehendem Mast. Lediglich ein Frontdachelement wird geöffnet, der besseren Sicht wegen.

Ab Schleuse Mouyon (56) fahren wir wieder die standardisierten, fernbedienten kleinen französischen Schleusen im „Freycinet-Maß“ (38,5 m Länge und 5 m Breite). Wir müssen uns erst wieder an diese kleinen Kammern gewöhnen. Zu Berg zerrt vorn der einbrechende Wasserdruck heftig am Schiff. Monika fühlt sich in den Schleusen stets dabei wie bei einer Einheit in der „Muckibude“. Drei der vier Schleusen sind wir leider vorne, die letzte dürfen wir alleine fahren.

In Revin erwischen wir am Nachmittag (natürlich wieder ohne Voranmeldung) den letzten freien Platz in unserem Lieblingshafen.

Montag bis Mittwoch: Und das jedes Ding seine zwei Seiten hat, erfahren wir dieses Mal in Revin. Ein notwendiger, großer Einkauf am Montag wird arg getrübt durch einen grottigen und äußerst schlecht sortierten Intermarché. Unser Einkauf zeigt deutliche Lücken.

Im Hafen wollen wir uns in Müßiggang üben und überlegen, sogar noch einige Tage zu verlängern. Nix da! Catherine, die wir als den „Sonnenschein der Anlage“ in Erinnerung hatten, erscheint uns bereits am Montag schon ziemlich gestresst. Da, wo sonst Freundlichkeit und Nachsicht auf schlecht französisch sprechende Gäste genommen wurde, stehen wir dieses Mal einem ungeduldigen Redeschwall in ungewohnt harscher Tonart gegenüber.

Besonders schlimm wird es, als ich mich auch noch versehentlich zuerst mit unserem Ankunftstag vertue. Eine Verlängerung ist wegen der vielen Anmeldungen ab morgen nicht mehr möglich. Kein Problem für uns … nur der herrische Ton missfällt uns enorm. Kurz, wir werden eindrücklich ermahnt, morgen, Do., früh den Hafen zu verlassen, und fühlen uns wie „vom Hof gejagt“.

Do, 12.06.2025. Mit etwas Frust im Bauch verlassen wir Revin gegen 10 Uhr. Der Hafen ist nun relativ leer.

Das eigentliche Tagesziel, Charleville-Mézières, ist 6 Schleusen und 42 km entfernt. Aber eine defekte Schleuse zwingt zu einer einstündigen Pause und wir beschließen spontan nach 4 Schleusen die Fahrt in Monthermé zu beenden. Hier lagen wir in 2021 auch schon einmal.

In diesem Jahr nur Zwischenstopps, Namur & Dinant

Namur – Dinant

Mo., 02.06.2025. Ähnlich unserem Aufenthalt in Liège sind auch die nächsten zwei Stationen in dieser Saison sehr ereignisarme Stopps. Über die Hauptstadt der Wallonie, Namur, und den Tourismusmagneten und Adolphe-Sax-Geburtsstadt, Dinant, haben wir in zahlreichen Blogs bereits berichtet. Jetzt freuen wir uns, dass wir uns schnell und gut in den Städten zurechtfinden.

Allerdings schützt Wissen nicht davor, den gleichen Fehler erneut zu machen. Nein, trotz aufwändiger Suche werden wir in Dinant, wie schon 2021, auch diesmal keine passende Gasflasche finden.

Das Wetter lässt weiterhin zu wünschen übrig. Die Tage haben extreme Schwankungen. Und die Regenphasen nehmen zeitweilig überhand. An den Abenden frischt es kräftig auf. Aber, wir wollen nicht meckern – manchmal zeigt sich auch die Sonne.

Mi., 04.06.2025. Der Fahrtag nach Dinant ist unkompliziert. Die sechs Schleusen fahren sich wie geschnitten Brot. Dank überaus freundlichem Schleusenpersonal! Trotzdem, am Abend geht es früh in die Kojen.

Do./Fr., 05./06.06. Dinant ist überraschend leer. Kurz vor dem Pfingstwochenende ist von Besucherwelle nichts zu sehen. Das schlechte Wetter, mit nur seltenen Sonnendurchbrüchen, tut sein übriges, um das Stadtflair gegen Null zu drücken.

Ein E-Mail zu David nach St Jean de Losne wird am nächsten Tag schnell beantwortet. Wir bekommen eine positive Nachricht auf unsere Anfrage nach einem Winterplatz über die wir uns sehr freuen.

Der letzte Teil der Mail macht uns sehr betroffen. Bereits Anfang März ist Marie Christine im Alter von 70 Jahren nach wohl kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Eine sympathische, engagierte und gastfreundliche Frau. Wir wussten zwar von der Krankheit, hatten aber die Hoffnung, sie in ihrem „Heimathafen St Jean“ im Sommer wiederzusehen. Unsere Gedanken sind bei Dominique, ihrem Mann.

Liège: La Belle et la Bête

Liège

Do., 29.05.2025, ein Geburts(feier)tag der eher ruhigen Art. Ausgiebiges Frühstück, ein kleiner Stadtausflug mit dem Rad und abends ins „La Rive Gauche“, das (angeblich) die besten „Boulets à la liégeoise“ in Lüttich zu bieten hat.

Himmelfahrts-, Vater- oder Herrentag-Attitüden sind in der Stadt nicht zu beobachten. Lediglich rund um den Place St-Lambert zieht „Radio HITALIA“ eine kleine Menschenmenge mit Livemusik und italienischen Marktständen an. Auf der Bühne werden Italo-Pop-Songs und 3-Tenöre-Covers präsentiert. Ein bisschen schräg das Ganze, aber es finden sich genügend Fans.

Am Freitag ist für mich noch ein kleiner Shopping-Nachschlag fällig. Diesmal neue Bootsschuhe.

Da wir Liège ja bereits ausgiebig aus den Jahren 2021/22/23 (s. Blog-Beiträge) kennen, bleibt nicht so wahnsinnig viel Neues zu entdecken. Also nehmen mal wir uns die „Grüne Kuppel“ und den daneben stehenden Turm (auf der Anhöhe Cointe im gleichnamigen Stadtbezirk) südwestlich hinter dem Hauptbahnhof zur Erkundung vor.

Es handelt sich um das Mémorial Interallié, eine Gedenkstätte die nach dem Ersten Weltkrieg errichtet wurde, um an die Beteiligung aller Alliierten des Weltkrieges zu erinnern.

Das Denkmal besteht aus der Kirche Église du Sacré-Cœur et Notre-Dame-de-Lourdes als zentrales religiöses Gebäude und dem Turm Phare de Liège als säkulares Denkmal. Die Kirche wurde im Jahr 2010 profaniert und ist seitdem geschlossen. Das komplette Ensemble wurde zum 4. August 2014 (große Gedenkfeier zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs) aufgefrischt, aber geht seitdem leider in einen sehr vernachlässigten Zustand über.

Im Turm wurde vor einigen Jahren ein Leuchtturm-Mechanismus von den Lichtplanern des Eiffelturms installiert. In Erwartung endgültiger Genehmigungen arbeitet der Lütticher Leuchtturm seit seiner Einweihung punktuell, um beispielsweise historische Daten oder den Feiertagen zum Jahresende zu gedenken.

Zurück im Hafen passiert es dann: Monika wird am schmalen Kai im Vorbeigehen zu unserem Boot von einem Cocker Spaniel aus heiterem Himmel angegriffen und in die Wade gebissen. Sie ist erschrocken, die Hundebesitzer peinlichst berührt. Zum Glück ist die Wunde nicht tief, die Schmerzen halten sich Grenzen, nur bildet sich schnell eine Schwellung.

Am Abend haben wir Karten für das OPRL (Orchestre Philharmonique Royal de Liège). Ein Konzertabend „Du West End à Broadway“, von London nach New York, ein buntes Best-Of beliebter Musicals. Und, was gibt es zum Auftakt? Die Ouvertüre zu „La Belle et la Bête“! Darauf mein Kommentar: „Wie passend – Meine Schöne und das (hundige) Biest“.

Samstag, 01.06.2025. Am nächsten Morgen wird die Wunde begutachtet und von Monika, ohne ärztlichen Befund, als reisefähig erklärt. Alors, wir fahren weiter – nach Namur.

Noch 3 Tage Maastricht und dann im Sauseschritt nach Liège

Maastricht – Liège

So., 25.05.2025. Wir bleiben noch drei Tage in Maastricht. Am Sonntag feiert das Museum Bonnefanten „25 years! Maastricht Museum in Centre Céramique“. Freier Eintritt ins Museum, und viele Aktionen im ganzen Viertel und am Museum: Workshops, ein Kunstmarkt (“Bonnefanten Art Market”) mit Original-Kunstwerken der 80er, 90er und 00er Jahre, ein 100-m-Tisch mit gratis Kaffee und Vlaai im Charles Eyck Park am Maasufer sowie Live-Musik.

Die aktuelle Hauptausstellung „Carl Cheng – Nature never loses“ ist durchaus interessant, die kleine Sonderausstellung, Folkert de Jongs Installation „The Shooting at Watou (2006)“ in der Kuppel des Bonnefanten wirkt etwas aufgesetzt.

Mo./Di, 26./27.05.2025. Der Montag wird genutzt, um für mich ein paar fällige Sachen einzukaufen. Dank guter Auswahl in der Stadt werde ich schnell fündig. Nicht ganz so schnell geht es mit unserer Gas-Reserveflasche. Jansen Nautica – gleich um die Ecke – hat keine passende am Lager, verspricht aber Nachschub für den nächsten Tag. Kein Problem, warten sind wir ja gewohnt.

Der Dienstag vergeht im Fluge. Gasflasche abholen. Noch einmal ein bisschen im Boot rumräumen und zack, ist der Tag vorbei. Ein interessante Tapas-Platte im Lumière im Hafen beschert uns ein schönes Abschiedsessen.

Mittwoch. Aufbruch gegen 10 Uhr zusammen mit einem Neuseeland(!)-beflaggten Boot aus t’Bassin. Immer wieder von Regenphasen begleitet. Aber, zur Belohnung wartet eine noch offene Kammer in der Lanaye-Schleuse auf uns.

Wir können sofort einfahren. Als die Kammer oben ist, setzt ein Platzregen ein. Und ich muss ins Büro laufen, um uns für die, nach wie vor kostenlose, Wallonie-Passage anzumelden. Die Vergabeprozedur haben wir schon zweimal über uns ergehen lassen – in 2022 und in 2024. Ich bringe, etwas durchnässt, beide Papiere ins Büro. Kommentar vom sehr freundlichen Mitarbeiter: „Sie haben doch UKW an Bord. Da hätten Sie die M.E.T.-Nummer einfach durchgeben und ohne weitere Anmeldung gleich weiterfahren können“. OK, jetzt weiß ich’s.

Der Stadthafen in Liège überrascht mit dutzenden leerer Visiteur-Plätze. Gegen 15 Uhr kontrolliert ein Mitarbeiter des Hafenbüros alle Anlieger. Wir nutzen die Gelegenheit nach dem Tor-Code (ohne den kommt man nicht raus) und den Büroöffnungszeiten zu fragen. Wir belassen es bei der Anmeldung – für einen Ausflug sind wir heute zu faul, bzw. zu müde.

Tatsächlich, es kann losgehen

Maasbracht – Maastricht

Maasbracht. Am Montag sind die benötigten Austauschteile fürs Bug- und Heckstrahlruder immer noch nicht da. Sie sollen nun, aber ganz bestimmt, am Mittwoch eintreffen. Ruud, den ich zufällig bei Erwin vor dem Laden treffe, meint, wir sollten einfach das schöne Wetter für einen Bootsausflug ausnutzen. Danach ist uns aber nicht zumute. Innerlich sind wir viel zu unruhig, wie es weitergeht, sollten die Teile weiterhin ausbleiben.

Do., 22.05.2025, Vetus hat nun endlich gestern nachmittag geliefert und Dominic kommt am Vormittag mit einem Kollegen zum Einbau. Mit einem kleinen Hindernis (falsche Stecker an den Kabelsträngen) sind sie nach 1 1/2 h erfolgreich fertig. Uns ist ein sofortiger Aufbruch zu hektisch und wir vertagen ihn auf morgen.

Fr.., 23.05.2025, sage und schreibe 21 Tage nach unserem Eintreffen in Maasbracht können wir „Leinen los“ rufen und nach Maastricht aufbrechen.

Der Julianakanaal, den wir im vergangenen Jahr umständlich umfahren mussten, wurde am 01. Mai 2025 nach 7 monatiger Schließung wiedereröffnet. Die 36 Kilometer lange, künstlich angelegte Wasserstraße zwischen Maastricht und Maasbracht ist eine stark befahrene Schifffahrtsroute zwischen Häfen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich und läuft parallel zu einem seit 1822 nicht mehr schiffbaren Teil der Maas, der sogenannten Grenzmaas.

Durch die Umbaumaßnahmen ist es jetzt möglich, dass 190 m lange und 11, 4 m breite Schiffe mit einem Tiefgang von 3,5 m, und damit auch ein Schubverband mit zwei Leichtern, den Kanal befahren können. 

Die Passage verläuft zügig und ohne Probleme. Beim Drama in der Maasbrachter Schleuse sind wir nur Zuschauer. Zum Glück kann die Katastrophe (sehr knapp) verhindert werden. Gegen 16 Uhr fahren wir in unseren Lieblingshafen t’Bassin ein.

Samstag, 24.05.2025. Ein Abstecher zu DeBeente. Es wird noch ein bisschen an Monikas Rad nachjustiert. Dann Wochenendeinkauf bei Albert Heijn. Zurück im Hafen fängt es an zu regnen. Und hört bis zum Abend nicht auf.