Nächster Halt: Hannover

Minden – Hannover

Da wir heute weitergefahren sind, ist auch klar, dass der Verkauf nicht vollzogen wurde (Boot ist den Interessenten zu klein, bzw. zu schmal). So ging es um 11.30 wieder ab auf den MLK.

Ein Fahrtag ohne besondere Vorkommnisse. Um 17.30 waren wir bei dem uns bereits bekannten Yachthafen in Hannover. Es ist bewölkt und ab Nachmittag unangenehm drückend warm. Was nach einem aufziehenden Gewitter aussah, wandelte sich am Abend fast noch in einen ganz normalen sonnigen Sommerabend.

Last exit: Minden?

Bad Essen – Minden

Am Donnerstag von Bad Essen nach Minden. Eine kurze Strecke. Nach 3,5 h sind wir da. Der Bootselektriker kommt pünktlich um 16.00 Uhr an Bord und lokalisiert den Fehler. Ein defektes Umschaltrelais. Telefonische Bestellung bei einem ortsansässigen Bootsausrüster in Minden.

Kurz darauf treffen auch die Interessenten für unsere Kato ein. Erste Besichtigung. Durchaus positiv aber auch mit deutlichen Hinweisen auf unsere Schwachstelle  – das Oberdeck. Wir verabreden für Freitag eine Probefahrt mit anschließender Kaufpreisverhandlung.

Heute am Freitag nutzen wir die „Wartezeit“ mit einem Minden-Kurzausflug per Rad zum ersten Kennenlernen. Im Nordosten von NRW gelegen und mit rund 80.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt liegt an der Weser und ist durch sein Wasserstraßenkreuz bekannt, an dem sich Mittellandkanal und Weser in einem Bauwerk kreuzen.

Wir sind ganz angetan von den vielen Fachwerkhäusern und und dem verwinkelten Altstadtkern. Zurück an Bord stellen wir fest: die Relaisreparatur muss vertagt werden. Wir haben das falsche Ersatzteil. Dafür kommen Jens und Thomas pünktlich zur vereinbarten Probefahrt. Sie scheinen ganz zufrieden, die anschließende Preisverhandlung kommt auf einen gemeinsamen Punkt. Endgültige Entscheidung morgen 11 Uhr. Wenn positiv, ist unsere Heimfahrt mit einem „Sixt-Sprinter“ schon mal vorangefragt. Wenn negativ, setzen wir unsere Heimfahrt um 12 Uhr fort. Wir werden sehen.

Bad Essen

Ibbenbüren – Bad Essen

Nach einer Zwischenstation (bei Ibbenbüren) auf einem Seitenarm auf den ersten 3 Kilometern des Mittellandkanals war am Dienstag Bad Essen erreicht.

Nach fast 2000 km störungsfreier Fahrt haben wir jetzt „auf den letzten Metern“ tatsächlich doch noch ein kleines Problem. Die Lichtmaschine gibt während der Fahrt keinen Strom an die Verbraucherbatterien, trotz Voltmeteranzeige Ladestrom „13 V“. Ein Bootselektriker war hier im Ort nicht aufzutreiben. Jetzt haben wir einen Termin morgen in Minden.

Der Sole-Kurort Bad Essen (15.000 Einwohner) liegt an der Deutschen Fachwerkstraße direkt am Hang des Wiehengebirges im Naturpark Terra Vita des Osnabrücker Landes. Der kleine Ortskern hat mit seinen vielen Fachwerkhäuser durchaus Charme. Wir streifen durchs Städtchen und raus zum Aussichtsturm. Irgendwann ist es mit dem Rad zu anstrengend, den letzten Anstieg wird es ein Waldspaziergang. Die Aussicht vom nur 19 m hohen Turm ist recht eingeschränkt. Der Turm ist eindeutig zu niedrig (oder die Bäume drumherum zu hoch). Anyway, der Spaziergang, mit Wassertreten im Solewasser (beim Auf- und beim Abstieg) war sehr schön. Im Wald ist die Hitze so gut wie nicht zu merken.

Danach ins Sole-Freibad (Schwimmbecken mit Bad Essener Sole). Äusserst erfrischend. Noch ein Abstecher zur SoleArena und Tisch reservieren für die „KaffeeMühle“. Punkt 19 Uhr. Rappelvoll, alle Tische draußen waren reserviert, Essen & Trinken war super.

Rheine – Ibbenbüren

Altenrheine – Ibbenbüren

Wir entscheiden uns für die „Rheine-Nordroute“ per Rad. Kloster Bentlage, Saline Gottesgabe und Naturzoo Bentlage. Das Kloster ist herrlich gelegen. Mitten am Wald, begrenzt von der Ems. Wir können nur in wenige Räume rein und außen drumherum. Montags geschlossen. Das Gleiche bei der Saline.

Aber die Fahrradroute durch Wälder und Parkanlagen ist den Weg wert. Der Zoo hat auf und ist auch am Montag sehr gut besucht. Tolles Konzept, etliche begehbare Gehege und Volieren plus großem „Affengarten“. Mit viel Liebe angelegt, hat uns dieser kleine Zoo total begeistert.

Nach dem „Rheine-Ausflugstag“ haben wir noch kurzfristig beschlossen, die letzten 10 km DEK mit zwei Schleusen als Vorabendprogramm 3 Stunden in spätnachmittaglicher, brennender Sonne zu genießen. Mit Einfahrt in den Mittellandkanal sind nun keine Schleusen mehr auf der Strecke bis Hannover. Wir machen Halt im ersten kleinen Seitenarm an einem Sportbootanleger.

Altenrheine

Haren – Meppen – Lingen – Altenrheine

Haren am Samstag war Waschtag und Alles-mal-aufräumen-Tag, bisschen einkaufen und abends zum Italiener. Irgendwie (wie so häufig) ging der Tag rum, wie nichts.

Der Sonntag ist „Fahrtag“. 9.30 Uhr in Haren los und mit vielen Schleusen um 19.30 in Altenrheine. Jetzt haben wir noch 2 Schleusen vor uns und dann sind wir wieder am Mittellandkanal. Aber nicht morgen. Da wollen wir mit dem Fahrrad mal sehen, was es so in Rheine zu sehen gibt.

Tot ziens, Nederland

Bareveld – Ter Apel – Haren

In zwei Tagesetappen zurück in Haren/Deutschland. Am Mittwoch bei 22 Grad und noch trübem Wetter haben wir es gerade so bis zu unserem holländischen Heimathafen Ter Apel geschafft. Ein letztes Mal in Holland einkaufen und ab in die Koje.

Heute auch wieder früh gestartet und durch den Haren-Rütenbrock-Kanal nach Haren. Natürlich nicht ohne noch einmal den Tank an der Kanaltanke (zum Straßenpreis) randvoll zu machen.

Fazit nach 5 1/2 Wochen NL: Es ging schneller rum, als wir gedacht hatten. Aber wir sollten nicht hadern! Es war eine wunderschöne Rundfahrt durch die nördliche Landeshälfte. Unglaublich viel gesehen, von Pannen verschont, reichlich gutes Wetter gehabt.

Die südliche Hälfte (u. a. mit Utrecht, Rotterdam, Eindhoven, Maastricht) wird wohl ein neues Ziel werden. In welchem Jahr und mit welchem Schiff auch immer.

Auf dem Weg zurück nach Ter Apel

Groningen – Zuidlaarder Meer – Leinewijk – Bareveld

Als wir aufstehen regnet es in Strömen. Die Freude auf den Fahrtag hält sich in Grenzen. Wir trödeln ein wenig, frühstücken ausgiebig und siehe da, es scheint besser zu werden. Der Regen hört auf. Nur hin und wieder kommt noch eine kleine Nieselregenwolke.

Aus Groningen raus ist kräftiger Frachterverkehr. Es ist jedoch nur eine kleine Strecke, dann biegen wir Richtung Zuidlaarder Meer ab. Schlagartig sind wir allein. Rüber übern See und an der Ausfahrt kümmern wir uns um die notwendige „Passage“ von Leinewijk bis Bareveld. Punkt eins sind nicht nur die üblichen zwei Begleiter da, heute sind es drei.

Wir fühlen uns bei diesem betreuten Fahren, als würden wir nach Hause fahren. Das Wetter wird immer besser. Am Nachmittag haben wir herrlichsten Sonnenschein. Unsere letzte Strecke in Holland wird morgen nach Ter Apel sein.

Anmerkung von mir (Monika) für Rainer ein großes Dankeschön für die tägliche Eintragung unserer Tour, es ist teilweise richtig Arbeit.

Zwischenstopp Groningen

Assen – Groningen

Der Himmel macht zu. Die Strecke ist nun auch nicht so zum Jubeln. In der Mittagspause kommt noch Nieselregen dazu. Aber wir schaffen es tatsächlich bis Groningen. Das Wetter wird nicht besser. Leider auch nicht in der Prognose bis Freitag. Macht nichts, wir fahren morgen einfach mal weiter.

Assen am Sonntag

Assen

Ein Sommersonntag in der Stadt. Das quirlige Leben ist einer beschaulichen Verschlafenheit gewichen. Erst nach dem Mittag sind Pärchen, Familien und kleine Gruppen von Sonntagsausflüglern wieder auf den Beinen.

Wir wollen ins Drents Museum. Was 1259 als Kloster begann wurde später als Provinzverwaltung um- und ausgebaut. Das Drents Museum wurde im Jahr 1854 gegründet. Und was hier mit einer einfachen Vitrine begann, ist inzwischen zu einem imposanten Museum herangewachsen. Und damit das historische Zentrum optimal zur Geltung kommt, wurde die Erweiterung des Drents Museums von 2009 bis 2011 unterirdisch realisiert. Über dem großen Ausstellungsraum wurde ein Garten zum Schlendern angelegt.

Aktuell stehen zwei Ausstellungen im Fokus. Iran, kulturelle Wiege der Menschheit und Der Fall Vermaning. Warum um Zweitere soviel Aufwand betrieben wird, ist uns nicht ganz klar geworden. Es zeigt das Leben des bis heute umstrittenen holländischen Amateurarchäologen Tjerk Vermaning, der durch seine Funde die Geschichte Drenthes mal eben um 50.000 Jahre zurückverlegen wollte.

Die Ausstellung Iran nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch die iranische Kulturgeschichte. Die in der Schau beleuchtete, nahezu unvorstellbare, Zeitspanne von 7000 BC bis 1700 AD reicht von den ersten Anfängen – der Zeit, in der Ackerbau und Viehzucht aufkamen – bis hin zur Kultur der Elamer, dem Perserreich und der islamischen Zeit. Die Exponate werden hervorragend präsentiert. Das Ganze macht Lust auf mehr. An dieser Stelle bedauere ich, dass aus dem „Afghanistan-Projekt“ nichts geworden ist.

Nach dem Museum noch ein wenig in die Gärten (der größere ist Veranstaltungsfläche für Familien, Musik- und Tanzvorführungen). Der Tag klingt auf dem Boot aus und ab morgen müssen wir tatsächlich eine genaue Tourplanung einhalten, damit wir erstens pünktlich in Haren (wg. Susanne) und zweitens pünktlich in Minden (wg. Kato-Kaufinteressent) sind.

Assen

Dieverbrug – Assen

Entspanntes Fahren von Dieverbrug nach Assen. 24 km, 3 Schleusen, 3 Brücken direkt passierbar, 18 Brücken mit Bedienung. Schönes Sommerwetter, nicht zu heiß. Mittenmang die übliche Wärter-Mittagspause von 12-13 Uhr. Wieder führt uns die Strecke an Häusern und Höfen vorbei hinter denen gleich die Wiesen und Felder beginnen. Überall wochenendliches Schaffen. Eine Lieblingsbeschäftigung der Holländer: mit dem Laubsauger vor der Türe „kehren“. Der Staub wirbelt bis auf den Kanal.

Assen, Hauptstadt der Provinz Drenthe, 68.000 Einwohner und u. a. als Austragungsort der niederländischen Motorrad-Weltmeisterschaft bekannt. Wir erreichen Assen mal gerade so eine halbe Stunde vor 17 Uhr (die magische Zeit, zu der fast alles, was interessant ist, schließt). Also auch die letzten Brücken. Aber der Liegeplatz ist ein Hammer. Mitten im alten Zentrum. Schnell zum Havenkantoor und ein kurzer Spaziergang durch den alten Stadtkern. Da wird es wohl morgen noch einiges zu entdecken geben.

Auf dem Weg von Meppel nach Assen

Meppel – Dieverbrug

Die Drentse Hoofdvaart, von Meppel nach Assen hat eine Länge von 50 km und verbindet den Kanal Meppelerdiep bei Meppel mit dem Noord-Willemskanaal bei Assen.

Eigentlich eine kurze Strecke. Doch sechs Schleusen und unzählige Brücken, die keine Durchfahrt ohne Bedienung zulassen, bringen uns das entschleunigte Reisen zurück. Das  „Weiterreichen“ von Brücke zu Brücke funktioniert ganz gut. Aber von 12 bis 13 Uhr ist Mittagspause und um 17 Uhr eh Feierabend. So machen wir frühzeitig auf halber Strecke Halt an einem kleinen, neuen Hafen an der Dieversluis.

Die Tage verfliegen. Meppel

Harderwijk – Veluwemeer – Kampen – Kamperzeedijk-West – Zwarte Meer – Zwartsluis – Meppel

Am Mittwoch volle Fahrt von Harderwijk über das Veluwemeer bis Kampen. Unser bevorzugter Hafen ist wieder besetzt. Wir fahren über die Ijssel in die Nebenstrecke ein. In Kaperzeedijk-West hoffen wir, den Biobauer noch besuchen zu können. Leider hat er ausgerechnet am Mittwoch nur zwischen 14 und 16 Uhr seinen Hofladen offen. Wir sind eine halbe Stunde zu spät dran, schade.

Heute, Donnerstag, zurück zum Zwarte Meer und dann, nach der Querfahrt steuerbord auf das Zwarte Water. Ab hier fahren wir eine neue Strecke. In Zwartsluis zeigt unsere App-Fahrkarte uns eine „offene“ Schleuse an, die von zwei Brücken begrenzt ist. Die erste können wir prima unterqueren (2,50 m), bei der zweiten müssen wir passen (2,30 m). Weil es 12.40 ist warten wir in der ehemaligen Schleusenkammer die Mittagspause ab. Um 13.30 kommt ein Schleusenwärter vorbei und macht uns darauf aufmerksam, dass wir hier nicht liegen bleiben können. Unsere Bemerkung, wir warten auf die Brückenöffnung, wird mit der Auskunft beantwortet: „die Brücke hier wird nicht mehr bedient!“ (hätte man auch vor der ersten hinschreiben können). Fazit: auch Apps können irren!

Die kurze Fahrt dann bis Meppel ist schnell gemacht. Die Stadt ist ein Verkehrsknotenpunkt im Südwesten der Provinz Drenthe. In jeder Beziehung – Autobahn, Bahnstrecken, Wasserstraßen. Die Innenstadt ist von sehr großen (und häßlichen) Industriegebieten eingekesselt. Im inneren Altstadtkern aber wieder ein schönes Städtchen mit Grachten und netten Ecken.

Unsere Tourplanung sieht nach Assen dann wieder Groningen vor. Von dort aus geht es dann allmählich auf „Heimattour“ nach Ter Apel.

Die Randmere bis Harderwijk

Muiden – Goimeer – Eemeer – Wolderwijd – Harderwijk

Ein „Fahrtag“. Zurück durch Muiden und über einige der „Randmere“ (Goimeer, Eemeer, Wolderwijd) bis Harderwijk. Sommer pur. Mit Wind, zur Freude der Segeler, Wind- und Kitesurfer. In Harderwijk nehmen wir diesmal den Außenanleger (nagelneu und per App organisiert).

Sunday, lazy sunday

Weesp

Lange schlafen, duschen, rumtrödeln. Nachmittags ein bisschen aufs Rad. Überraschend etwas einkaufen (tatsächlich am Sonntagnachmittag in der Kleinstadt), Eis essen – sonst nischt. Tut gut!