Zurück auf dem DEK

Haren – Lingen

Wir starten in Haren bei km 177,8 in den Dortmund-Ems-Kanal (DEK). Ziel Stadthafen Münster (km 67.9). Die Strecke werden wir in kleinen Teilstrecken fahren. Heute bis Lingen (km 146,5).

Die drei Schleusen (Hüntel, Meppen und Varloh) können wir zügig hinter einem kleinen Frachter ohne Wartezeiten passieren. Der Frachter hält ziemlich konstant seine Geschwindigkeit bei 8 km/h. Da die Berufsschifffahrt eh Vorrang an den Schleusen hat, machen wir keine Anstalten ihn zu überholen.

In Lingen laufen wir den „Alten Hafen“ an. Ein trostloser kurzer Stichkanal ohne jegliche Versorgung. Aber nah an der Stadtmitte. In der zweiten Reihe stehen neue „Stadtvillen“ – die erste Reihe ist bereits als Bauplatz für weitere abgesteckt. Ein kleiner Stadtrundgang zeigt eine kleine, saubere, aufgeräumte Stadt, der aber ein wenig Patina fehlt.

Abends geht es noch in ein Balkan-Restaurant (wir stellen beide fest, dass wir seit 100 Jahren nicht mehr bei einem „Jugoslawen“ waren). Und irgendwie ist die Zeit auch in dieser Lokalküche stehengeblieben. Alles ist üppig und schmeckt so, wie wir es erwartet hatten. Unser Fußballabend endet auf dem Boot im Salon vor dem Radio, da der ausstrahlende Sender RTL hier nicht über DVB-T ausgestrahlt wird. Ist vielleicht besser so (bei einem 2:4).

Zurück an Bord

Ter Apel

31.08 bis 03.09.2019. Die letzten vier Wochen in Berlin waren extrem anstrengend, mit wenig Zeit zum Luft holen. Die Veränderung in der Agentur, Monikas Unfall mit dem Motorroller und noch einiges anderes mehr.

Am Samstag ging es per Bahn bei brütender Hitze zum Kahn. Schön, wenn man wieder im zweiten Zuhause ankommt. Wir lassen uns Zeit und üben meinen Einsatz als „Alleinfahrer“. Es fällt Monika sehr schwer, nicht zuzugreifen und sich auf leichte Zuarbeiten zu beschränken. Aber, es geht!

Vorräte werden aufgefüllt, Wasser gebunkert, Wäsche gewaschen und ein wenig geputzt. Das Wetter hat einen kräftigen Sturz auf 20 Grad gemacht. Wolken und hin und wieder ein Miniregen. Morgen starten wir mit der Rückfahrt nach Deutschland.

3 1/2 Monate unterwegs – Pause

Ter Apel – Berlin (per Bahn)

Nach einer wunderschönen Tour und 3 1/2 Monaten legen wir eine einmonatige Pause ein. Susanne fährt zurück nach Münster und wir nach Berlin. Henk hat uns wieder einen super günstigen Liegepreis gemacht und wir wissen unsere Kato an einem sicheren Platz und in guten Händen.

Von Ter Apel gönnen wir uns ein Taxi bis Meppen. Dann noch eine gemeinsame Fahrt mit Susanne (die bis Münster durchfahren kann), bis sich unsere Wege in Rheine trennen.

Schön war’s. Bis dahin.

Entschleunigung neu definiert

Veendam – Stadskanaal – Ter Apel

Die 8.00 bis 13.00 Uhr Regelung bleibt uns für die nächsten zwei Tage erhalten. Frühes Starten, und mittags ist alles schon wieder vorbei. Noch ein Halt in Stadskanaal und schlußendlich am Montag nach Ter Apel. Der Montag war dann auch der erste „Nach-Tropen-Tag“ – es gelten wieder die normalen Betriebszeiten.

Start in die „Tropentage“

Groningen – Veendam

Wir nehmen Kurs auf Ter Apel. Dort wollen wir die Kato 2 für den kompletten August „parken“. Eine kurze Strecke, die sich aber wegen unzähliger Brücken und Mini-Schleusen zieht.

Und das größte Handycap: das Ausrufen der Tropentage. Die Fahrzeiten werden auf 8.00 bis 13.00 Uhr beschränkt. Grund sind die extremen Temperaturen ab dem Mittagsbereich, die die Eisenbrücken mal eben in den Ausdehnungstoleranzen unangenehm beeinflussen.

Das führt nun zu Mini-Törns, die uns nur stückchenweise voranbringen. So ist nach 30 km in Veendam das erste Teilstück bereits beendet.

Zwei Tage in Groningen

Groningen

Schon am frühen Morgen ist es unglaublich heiß. Aber, wir können weiterfahren. Es scheint, die Reparaturarbeiten konnten Dank Nachtschicht erfolgreich abgeschlossen werden.

In Groningen finden wir im zentral gelegenen Stadthafen einen Liegeplatz. Die Hitze macht uns zu schaffen. Es bleibt bei nur wenigen Ansätzen durch die Stadt laufen zu wollen.

Das Groninger Museum bietet mit einem interessanten Austellungsprogramm einige Stunden in herrlich kühl klimatisierten Räumen. Erst in den späten Abendstunden ist es angenehm, draußen zu sitzen.

Zwangspause vor Groningen

Assen – Groningen

Abfahrt aus Assen Richtung Groningen. Dieses Mal entscheiden wir uns für die Fahrt durch die Stadt. Soll sehr schön sein, wurde uns im Hafenbüro gesagt.

Unser Eindruck war jetzt nicht so doll. Man umfährt die Stadt und anders als in anderen holländischen Städtchen ist hier kein schöner, alter Stadtkern zu bewundern sondern nur einige, recht profane Neubauten. Anyway, wir wurden von einem netten Dreierteam geschleust und perfekt durch die Brücken geleitet.

Als Groningen in Sichtweite kommt, freuen wir uns auf ein relativ frühes Eintreffen im Stadthafen. Aber, „zu früh gefreut“. Ungefähr 4 oder 5 Brücken vor der Innenstadt war Schluss. Nach geraumer Wartezeit in sengender Sonne kam ein Polizist, der alle Boote darüber informierte, dass es heute nicht mehr weiter geht, da eine der nächsten Brücken repariert werden muss. Vielleicht geht es morgen weiter.

Es wird heiß

Dieverbrug – Assen

Die Strecke nach Assen ist wenig spektakulär. Die Sommerhitze zieht deutlich an. Und in Assen sind – wie passend – „Italienische Tage“. Skurriler Höhepunkt, ein etwas kitschig geratener Nachbau der Rialtobrücke an der Kaimauer. Der Dienstag wird mit einem kleinen Ausflug durch die kleine Stadt vertrödelt. Mehr Assen siehe hier.

Wir nehmen wieder Fahrt auf

Zwartsluis – Dieverbrug

Von Zwartsluis nach Assen. Meppel lassen wir „links liegen“ um unseren Zeitplan nicht über Gebühr zu strapazieren. Die Strecke nach Assen ist in einer Tagestour leider nicht zu schaffen. Also, Zwischenstation, wie schon im letzten Jahr, in Dieverbrug (s. Drentse Hoofdvaart).

Die erste Panne, der Treibriemen

Kampen – Zwartsluis

Wir starten von Kampen Richtung Meppel. Schon beim Start ist, wie schon gestern, das laute quietschende Jaulen des Treibriemens zu hören. Gestern war es nur kurz beim Start. Heute hört es kaum auf. Wir fahren noch über die Ijssel durch die kleine Schleuse auf , dann wird es doch sehr unangenehm anhaltend.

Also, nächster möglicher Stopp in der Pampa und ab in den Motorraum. Der Treibriemen hat zu viel Spiel. Er wird (nach Lektüre im Handbuch) von uns nachgespannt. Aber wir rufen doch vorsichtshalber beim Linssen Service an. Diana vom After Sales Service gibt uns die Nummer vom Volvo Service und von dem bekommen wir den nächsten Volvo Penta Service Point genannt. In Zwartsluis. Liegt auf unserem Weg nur ein paar Kilometer entfernt.

Wir kündigen uns für 14.00 Uhr an und werden im Hafen schon erwartet. Ein Techniker begutachtet den Riemen und empfiehlt einen Austausch. Der bereits vorhandene Abrieb zeigt nichts Gutes an. Nach einer halben Stunde ist der neue Treibriemen drin (kostenlos, da Garantie) und wir sind beruhigt.

Im Hafen von Zwartsluis finden wir den letzten freien Liegeplatz direkt neben dem kleinen Stadtmuseum. Da für Samstag Gewitter und Sturmböen angesagt sind, werden wir erst am Sonntag weiterfahren.

Kampen

Kampen

Da wir Kampen schon öfter besucht haben (s. 2018) begnügen wir uns mit einem entspannten Spaziergang durch die alte Hansestadt. Einkaufen, Kaffee trinken und am Schiff Wasser bunkern.

Wir machen „Strecke“ – Die Randmere

Weesp – Harderwijk – Kampen

Die Törnplanung wird von der vorgesehenen „Tourpause August“ vorgegeben. Wir müssen am 31.07.19 im Zug nach Berlin sitzen. Bevorzugter Liegeplatz für die Kato 2 ist Haren, alternativ Ter Apel oder Groningen. Dementsprechend werden wir den ersten Teil der 285 Wasserkilometer etwas zügig angehen, um in Friesland nicht in Zeitstress zu kommen.

Die „Randmeren van Flevoland“, das sind acht zusammenhängende Seen (niederländisch „mere“) zwischen der Mündung der IJssel ins Ketelmeer und der Hollandse Brug am südöstlichen Ende von Flevoland. Ein Band von knapp 80 km Länge, das zwischen altem und neuem Land mäandert – hüben der Küstenstrich, den die einstige Zuiderzee verschonte, und drüben die Polderflächen Flevolands, die die Niederländer dem Wasser abrangen.

Am Dienstag geht es von Weesp nach Muiden (Tankstopp) und dann über einen kleinen Bogen auf dem Ijmeer übers Gooimeer, Eemmeer und Wolderwijd nach Harderwijk. Das Wetter bleibt grau. In Harderwijk ist unser Zielanleger (Außenseite an einem kleinen Strand) komplett belegt. Wir müssen in den Stadthafen an eine recht häßliche Kaiseite mit riesigem Parkplatz für die Dolfinariumbesucher. Es bleibt Zeit genug, um einzukaufen und für einen Spaziergang. Wir beschließen nur eine Nacht zu bleiben.

Mittwoch. Früher Aufbruch aus Harderwijk. Zweiter Teil der Randmeere mit Veluwemeer, Drontermeer, Vossemeer und Ketelmeer. Einbiegen übers Keteldiep auf die Ijssel. Ein wunderschöner Fahrttag, denn, „der Sommer ist zurück“. Herrlichster Sonnenschein und 26 Grad!

Die beiden Strecken fahren sich gut, zumal wir an den beiden „Engstellen-Schleusen“ (Nijkerkersluis und Roggebotsluis) merken, dass wir „gegen den Strom“ (vieler Boote) fahren. Erstaunlicherweise ist trotz niederländischer und deutscher Ferienzeit nicht allzu viel los.

Stille Tage in Weesp

Weesp

Drei Tage Ruhepause. Der kleine Ort ist für uns die bessere Alternative als das am Ijmeer liegende, überlaufende Muiden. Mal wieder das Boot aufräumen, Wäsche waschen und rumtrödeln. Das Wetter ist nicht wirklich sommerlich. Immer wieder Regenschauer. Am Montag kommt neuer Besuch an Bord, Susanne. Sie wird uns bis zur Tourpause am 31.07. begleiten.

Ohne Pause geht es weiter

Amsterdam – Weesp

Wir belassen es bei einer Übernachtung (und dem Spaziergang in Nord-Amsterdam). Keine Lust auf City-Sightseeing.

Nur langsam entknäult sich am Morgen im Sixhaven die Hafenbelegung. Es wird hin und her rangiert, dann können wir gegen 9.30 Uhr aus unserer Box auslaufen. Die Querfahrt auf die linke Fahrrinnenseite erfolgt problemlos. Jetzt sind es hauptsächlich nur noch Binnenfrachter, die, wie wir, zum Amsterdam-Rijnkanaal wollen. Die aber heftig. Alle schneller als wir – also, Augen nach hinten auf!

Ein kurzer Trip und wir biegen nach Weesp ab. Durch die kleine Stadt bis zur Utrechtsche Vecht. Wir landen beim Jachthaven „WSV de Vecht“. Ruhig, nett, am Ortsrand.

Es regnet den ganzen Nachmittag. Erst gegen 17.00 Uhr hört er auf. Zeit genug für eine kurze Radtour im Ort und zum Einkaufen.