32 Grad in Traben-Trarbach

Trier Monaise – Bernkastel-Kues – Litziger Lay (Traben-Trarbach)

Fr. bis So., am Freitag geht es in einem Zug nach Bernkastel. Nur kurz mit einem Tankstopp in Neumagen-Dhron und einer etwas längeren Wartezeit an der Schleuse Zeltingen (viel Frachtverkehr) unterbrochen. Da wir relativ spät in Bernkastel eintreffen, legen wir kurzerhand an einem Anleger direkt an der Mosel an.

Samstag früh losgefahren und bereits gegen 12.00 Uhr bei unserem Lieblingsanleger vor dem Litziger Lay eingetroffen. Vorsichtshalber hatten wir uns telefonisch angekündigt. Es ist Wochenende und traumhaftes Hochsommerwetter. Dementsprechend sind an der Mosel „Himmel und Menschen“ unterwegs.

Am Sonntag gibt es mal wieder einen Radausflug. An der Mosel entlang durch die kleineren Moseldörfer Kröv, Kinheim, Kindel und Wolf. In Kröv wurde uns ein Besuch der Eisdiele „Marcello’s Eiseck“ empfohlen (1. und 2. Plätze in RP). In der Tat, der Besuch hat sich gelohnt.

Es macht Spaß, durch die kleinen Dörfer zu radeln. Allerdings ist auch hier am Sonntag doch recht viel Ausflugsverkehr. Vom anstehenden Beginn der diesjährigen Weinlese ist noch nichts zu sehen.

PS.: Danke sagt Monika den pflanzenkundigen Blog-Leser*innen (Thomas, Petra L. und Axel W.) für die kenntnisreichen Zusendungen unserer Blumenfrage aus Remich!

Aus Frankreich über Luxemburg zurück nach Trier

Metz (F) – Schwebsange (L) – Remich (L) – Trier Monaise (D)

Di. bis Do., Dienstag treten wir schweren Herzens unsere Rückreise an. Metz ist wunderschön und wir werden wiederkommen. Die Fahrt bis ins luxemburgische Schwebsange verläuft problemlos. Einen Großteil der Strecke verhilft uns die Vorausfahrt eines Frachters, jeweils hinter ihm in die Schleusen einfahren zu können.

Am Mittwochmorgen geht es sofort weiter. Allerdings liegen wir gut in der Zeit und machen Halt in Remich. Der kleine Sportbootanleger an der Hauptpromenade hat eine elektronische Tafel, die anzeigt, ob und wie lange ein Platz frei ist (kann man auch im Voraus reservieren).

Aber, … die luxemburgische Wasserstraßenverordnung schreibt eine befähigte (!) Person dauerhaft an Bord vor. Ist also ein Problem, wenn man zu zweit unterwegs ist und gern auch gemeinsam etwas in der Stadt unternehmen möchte.

Ich rufe bei der Verwaltung an und uns wird freundlich beschieden, dass das „eine die Verordnung“ ist und das „andere eine Duldung“ ist, durchaus das Boot „mal“ alleine zu lassen. Zur Sicherheit malen wir noch ein Schild mit meiner Mobilnummer und kleben es ins Fenster. Im insgesamt zweistündigen Ausflug passiert nichts und wir haben bei der Rückkehr auch kein „Ticket“ am Schiff.

Am späten Nachmittag sind wir wieder im Hafen von Trier Monaise und erwischen unseren freundlichen Hafenmeister kurz vor Dienstschluss. Mittlerweile kennt er uns und weist uns einen extra schönen Liegeplatz zu.

Donnerstag ist Einkaufs- und Trödeltag an Bord.

Metz (4), der letzte Tag

Metz

Mo., wir lassen uns noch einmal durch die Stadt treiben. Per Fahrrad geht es kreuz und quer um und durch Metz. Kein wirkliches Ziel vor Augen suchen wir ein paar Punkte, die wir noch nicht gesehen haben.

Die innere Stadt ist relativ klein und schnell zu durchfahren. Da Montag – d. h., dass u. a. nahezu alle öffentlichen Gebäude geschlossen sind – wird es ein eher „klassisches Sightseeing“.

Metz (3) am Sonntag

Metz

So., das Centre Pompidou-Metz (CPM) ist als Zentrum für alle Formen zeitgenössischer Kunst eine Dependance des Centre Georges Pompidou in Paris, mit dem es Sammlungen und Gründungsphilosophie teilt. Es besteht seit 2010 und ergänzt die Attraktivität von Metz auf eine wunderbare Weise.

Wir wollen unbedingt die aktuelle Ausstellung „Der Himmel als Atelier. Yves Klein und seine Zeitgenossen“ sehen und fahren mit dem Rad zum südwestlichen Stadtrand von Metz.

Welcher Künstler kann schon von sich behaupten, eine eigene Farbe entwickelt zu haben? Yves Klein (1928 – 1962) konnte dies. Nicht nur wegen seines einzigartigen „Yves-Klein-Blau“ zählt er zu den wichtigen Figuren der französischen Kunstszene der Nachkriegszeit. „Atelier Himmel“ offenbart die von ihm außerhalb der Bewegung der Neuen Realisten mit einer Konstellation von Künstlern – Gutai in Japan, Spatialisten in Italien, ZERO in Deutschland und die Gruppe NUL in den Niederlanden – entwickelte ästhetische Verbundenheit. Die Ausstellung beeindruckt in einer großen Vielfalt die verbindende Zusammenarbeit der beteiligten Künstler und Gruppen.

Insgesamt zeigt das CPM vier Ausstellungen, die wir bis auf eine durchlaufen. Fazit: Excellent!

Metz (2)

Metz

Sa., auf dem Programm stehen ein Einkauf von fehlenden Lebensmitteln, ein kleiner Stadtspaziergang und um 15.00 Uhr eine 1 1/2 stündige Stadtführung.

Metz (1)

Metz

Fr., lange schlafen, bei der Capitainerie anmelden und erste Annäherung an Metz.

Die an der Mosel gelegene Stadt mit knapp 120.000 Einwohnern ist die Hauptstadt des Départements Moselle und war zuvor Hauptort der früheren Region Lothringen, die seit 2016 in der Region Grand Est aufgegangen ist.

Die Jahre der Zugehörigkeit zum Deutschen Reich bis 1918 haben sich stark auf das Metzer Stadtbild ausgewirkt und machten sich vor allem in der militärischen und zivilen Architektur geltend (z. B. Bahnhof und Hauptpost). Bis heute kann man leicht das „deutsche“ oder „preußische“ vom „französischen“ Metz unterscheiden. Diese Dualität gehört zur Geschichte der Stadt, ähnlich wie in Straßburg. Im Gegensatz zu Straßburg, wo mehrheitlich Deutsch gesprochen wurde, war und blieb Metz eine mehrheitlich französisch geprägte Stadt.

Wir sind angenehm überrascht, wie dicht wir mit unserem Boot an der Stadtmitte liegen. Mit einem zehnminütigen Spaziergang sind wir an der Kathedrale. Sie ist auch unser erster Anlaufpunkt, zumal das Tourist-Office direkt dahinter liegt.

Nun doch, unsere Pläne ändern sich drastisch

Schwebsange (L) – Metz (F)

Do., wir verlassen das Dreiländereck an der ersten französischen Schleuse Apach. Direkt nach Schengen geht es jetzt in Frankreich auf der Moselle weiter.

Frohen Mutes (und völlig blauäugig) fahren wir die ersten französischen Schleusen an. Die UKW-Gespräche sind eine kleine Katastrophe, da meine Französischkenntnisse mittlerweile unterirdisch sind. Aber irgendwie geht es dank Übersetzungsapp auf dem Smartphone.

Die richtig schlechten Nachrichten gab es dann im Oberwasser der Schleuse in Thionville, im Touristen-Büro für die Vignette. Erstens können wir nicht über Frankreich nach Belgien fahren (Teilabschnitte um Verdun haben Wassermangel) und die zweite schlechte Nachricht ist die geplante Sperrung aller Moselschleusen bis Koblenz vom 20.09.20 bis zum 01.10.20.

D. h., wir nehmen nur eine 7-Tage-Vignette für 67,60 € für Frankreich. Das reicht für einen ausgiebigen Besuch von Metz. Dann müssen wir zügig nach Deutschland zurück, um vor dem 20.09. in Koblenz zu sein. Das verlangt nach einem gutem Timing!

Ausflug nach Schengen

Schwebsange/Schengen

Mi., vom Yachthafen Schwebsange sind es nur 4 Kilometer bis Schengen und da Schengen nicht wirklich einen Bootsanleger hat, nehmen wir die Räder.

Das berühmte (und zugleich unbekannte) Schengen liegt am südlichsten Zipfel der Luxemburger Weinstraße am Ufer der Mosel. Vis-à-vis vom deutschen Winzerort Perl. In der Nachbarschaft vom französischen Apach. Genau dort, wo das Saarland, Lothringen und Luxemburg das Dreiländereck bilden.

Am 14. Juni 1985 wurde das Schengener Abkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Abbau der Personenkontrollen an den gemeinsamen Grenzen vorsah. Zehn Jahre später trat es in Kraft.

Schauplatz des historischen Akts war ein Fahrgastschiff der Luxemburger Moselflotte. Die elegante „MS Princesse Marie-Astrid”, benannt nach der Schwester von Großherzog Henri. An Bord trafen sich die Vertreter Frankreichs, Deutschlands und der drei Beneluxstaaten (Belgien, Niederlande, Luxemburg). Um die Verträge bei einer schlichten Zeremonie zu signieren und darauf mit Moselwein vom Schengener Markusberg anzustoßen.

Schengen ist zwar immer noch ein Dorf. Doch am Ufer erinnern immerhin das Europäische Museum und das Europadenkmal an den historischen Akt. Auch das Tourist-Office, ein Gebäude in Form eines Schiffes, wurde am einstigen Ankerplatz der „Princesse Marie-Astrid” untergebracht. 

Unseren Ausflug lassen wir mit einem kleinen Geburtstagsessen in der „Brasserie du Port“ im Hafen von Schwebsange ausklingen.

39 km Luxemburg

Trier Monaise – Schwebsange (L)

Mo./Di. nach einem Trödeltag in Monaise starten wir nun endlich nach Luxemburg. Die Mosel ist einer der größten Flüsse in Luxemburg. Auf einer Strecke von 39 Kilometern bildet sie die natürliche Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland.

„D’Musel“, wie die Bewohner die Mosel liebevoll nennen, hat in Luxemburg ein wunderschönes Tal gegraben. Die Region ist insbesondere für ihre Weinberge und ihre mittelalterlichen Städte bekannt.

Ein Highlight der Region, der Crémant de Luxembourg. Ein Qualitätsschaumwein auf höchstem Niveau. Seit 1991 darf der Name « Crémant » verwendet werden. Grundlage sind gesunde, aromatische Trauben mit einer erfrischenden Säure, begünstigt durch die geografische Lage des Luxemburger Weinbaugebiets.

An den sehr touristisch ausgelegten Orten wie Grevenmacher und Remich fahren wir ohne Halt vorbei. Unser Ziel ist Schwebsange mit dem nahen Schengen – und dem „Dreiländereck“, Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Tanken? Nur mit Umweg über Schweich

Saarburg – Schweich – Trier-Monaise

So., eigentlich wollten wir die 10 km bis zur Saarmündung zurück und dann die Mosel 38 km bergauf nach Schwebsange, Luxemburg. Aber, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Auf telefonische Nachfrage erfahren wir, dass die Tanke in Schwebsange für eine längere Reparatur geschlossen bleibt. Gab es schon auf der Saar keine Wassertankstelle, müssen wir jetzt auf der Mosel bis Schweich zurück. Also, durch die Schleuse Trier und an Trier vorbei.

In Schweich die nächste Überraschung: Tanken nur mit Barzahlung! Im Restaurant zum Fährhaus bietet uns Lisa Kreusch (Chefin des Hafens und der Linssenvertretung in Schweich) an, mich schnell zur nächsten Bankfiliale zu bringen. Sehr nett von ihr. Es reicht nach dem Tanken noch für Eis, Kaffee und Kuchen und einen kleinen Schnack auf der Hafenterrasse. Dann geht es wieder zurück.

An der Schleuse Trier werden unsere Nerven noch auf ihre Belastbarkeit getestet. Eine knappe Stunde Wartezeit (ohne Anlegemöglichkeit) bei offener Schleuse und rotem Einfahrlicht. Außer uns weit und breit kein anderes Schiff unterwegs. Auf UKW-Anruf wird nicht geantwortet. Zum Glück ist Trier die ganz große Ausnahme. Auf Mosel und Saar haben wir sonst nur sehr gute Erfahrungen gemacht!

Unser Sonntags-Tank-Ausflug endet nach insgesamt 50 km Fahrstrecke gegen 19.30 in Trier-Monaise. Der uns gut bekannte Hafen hat noch Gastliegerplätze frei.

Malerisches Saarburg

Saarburg

Sa., Saarburg wurde 964 von Graf Siegfried von Luxemburg mit dem Bau der Burg hoch über der Saar gegründet. 1705 wurde sie von französischen Truppen gesprengt. Nur Teile des dreigeschossigen Turms sind bis heute erhalten geblieben. Die historische Bausubstanz der Altstadt ist dagegen außergewöhnlich. Gediegene Fachwerk-, Fischer- und schöne Bürgerhäuser prägen den malerischen Charakter.

Gleich zwei Aussichtspunkte ziehen uns magisch an. Wir starten per Sesselbahn zum Warsberg. Der Ausblick ist fantastisch. Weit über der Saar lässt sich ihr Verlauf in beide Richtungen hervorragend verfolgen. Das Wetter bleibt freundlich und stabil. Unseren Rundgang beenden wir mit dem Aufstieg zur Burg. Hier, dicht an der Saar, bieten sich noch weitere tolle Aussichten an. Saarburg, ein wirklich schöner kleiner Ort.

Zurück auf der Saar

Merzig – Saarburg

Mi. bis Fr., die Rückfahrt am Mittwoch nach Merzig verlief problemlos und pünktlich. Allerdings spürt man die lange Bahnfahrt dann doch ein bisschen in den Knochen. Donnerstag wird der Keller neu aufgefüllt. Für die Einkaufsfahrt können wir den „Hafen-Service-PKW“ benutzen. Sehr praktisch. Den Rest des Tages ist Putzen angesagt. Vier Wochen ungestörter „Vogelbesuch“ hinterläßt Spuren.

Freitag brechen wir wieder auf. Erst einmal zurück Richtung Mosel. 35 km, zwei Schleusen, bis Saarburg. Die kleine, mittelalterliche Stadt war uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen.

Tourpause in Merzig/Berlin

Saarlouis – Merzig (– Berlin)

Mi./Do., am Mittwoch fahren wir das kurze Stück von Saarlouis nach Merzig, wo wir mit dem Hafenmeister verabredet sind und er uns in eine „4-Wochen-Park-Box“ einweisen will. Wir müssen uns in eine (für uns) sehr kleine reinquetschen. Der Nachbar, wenn er denn in den 4 Wochen fahren will, hat es auch nicht einfach, rein- und rauszukommen.

Am Donnerstag sind wir fast abreisefertig, da gibt es die Info, dass sich der Nachbar zwischenzeitlich beschwert hat. Also auf den letzten Drücker umparken. Die nächste Zuweisung ist auch nicht viel besser, aber jetzt ist es uns egal, wir müssen zum Zug.

Per Taxi geht es zum Bahnhof Merzig. Abfahrt 13.10 Uhr. Regio bis Mannheim, dann mit dem ICE nach Berlin, 20.22 Uhr Südkreuz. Einen Teil der Strecke fährt der Regio dicht an der Saar. Schön, die Saar mal vom Zug aus zu sehen. Mit 71 Minuten Verspätung treffen wir in Berlin ein. Ist halt doch eine lange Strecke.

Pause bis zum 26.08., dann gehen wir wieder an Bord.

Der Stadtanleger in Saarbrücken ist eindeutig zu laut

Saarbrücken – Saarlouis

Di., Saarbrücken hat wirklich nette Ecken, aber … der Anleger direkt neben der A620 lässt uns unausgeschlafen und vom Lärm genervt in den Tag starten. Ein Umzug zum etwas ausserhalb liegenden Yachthafen MBC Saar lohnt sich leider nicht mehr.

Also starten wir noch zu einem ausgedehnten Stadtrundgang auf der rechten Saarseite und beschließen, am Nachmittag nach Saarlouis zurückzufahren.

Das Nauwieser Viertel liegt im Zentrum Saarbrückens nördlich des alten Stadtzentrums von St. Johann. Alte und marode Bausubstanz ist mittlerweile umfangreich saniert worden. Es konnte sich in den letzten Jahren eine eigene Kneipen- und Ausgehkultur entwickeln, welche auch über die Stadtgrenzen Saarbrückens bekannt ist. Vielerorts bezeichnet man das Nauwieser Viertel schon als das „kulturelle Herz“ der Landeshauptstadt. Die Szene reicht von exquisiten Restaurants bis hin zu genossenschaftlichen Kultur- und Werkhöfen.

Nach dem Spaziergang samt Mittagstisch in einem Biomarkt brechen wir von Saarbrücken zurück nach Saarlouis auf.