Sightseeing Antwerp

Antwerpern

Wir wollen zur „Chocolate Nation“, dem Schokoladenmuseum, und fahren quer durch die Stadt. Der große Samstagsmarkt an der Stadsschouwburg am Theaterplein überrascht mit einem überaus breiten Angebot. Allein hier könnte man locker den halben Tag verbringen.

Mit einem kurzen Blick nach „Chinatown“ wieder im Zick-Zack zurück zur Liebfrauenkathedrale. Hier befindet sich an der Rückseite das „Elfde Gebod“, unser Ziel für eine Spät-Lunch-Einkehr.

Auf der Suche nach einer Gasflasche

Antwerpen

Der Tag beginnt mit Regen und wird geprägt von der Suche nach einer passenden Gasflasche. Ein kleines Manko an unserer neuen Linssen. Mit 2,75 l sind sie für unseren Bedarf zu klein. Nach nun gerade mal sechs Wochen müssen wir wechseln.

Obwohl es in Antwerpen genügend professionelle Bootsausrüster gibt, ist diese kleine Größe nicht im Sortiment. Wir werden bei einem Outdoor-Spezialisten (mit zwei Filialen) fündig. Natürlich fahren wir zuerst zur falschen.

Die Wege durch die Stadt präsentieren immer wieder plötzlich auftauchende Kleinode. So der kleine, aber überaus feine, botanische Garten. Zum guten Schluss noch zum Einkaufen, u. a. bei dem Super-Fleischer im Hafen („Millevaches“).

Eilandje & Schipperskwartier

Antwerpen

Do. Antwerpen besteht aus acht Viertel mit jeweils eigenem Charakter und Charme. Wir fangen mit dem naheliegenden an, Eilandje.

Direkt an unserem Dock das MAS (Museum aan de Stroom). Ein imposantes Speicherhaus in dem ein mit meterhohen Glaswänden verkleideter „Boulevard“ 60 Meter nach oben führt. Über neun Ausstellungsetagen verteilen sich Dauer- und temporäre Ausstellungen. Die 10. ist ein Panoramadach. Faszinierender Ausblick, auch bei bedecktem Himmel.

Le Corbusier; „Linkeroever – Chandigarh“. Als Stadtplaner glaubte Le Corbusier (1887-1965), dass eine Stadt durch ihre Bauweise das Leben verbessern kann. Er entwarf Pläne für Antwerpen-Linkeroever („Linkes Ufer“), die nie umgesetzt wurden, und baute in Indien eine komplett neue Stadt: Chandigarh. Die Sonderausstellung haut uns nicht vom Hocker. Bild- und Videoflut, viele Einzelimpressionen, wenig Kontext und totales Fehlen von (heute notwendiger) Architekturkritik seines Baustils in den 50er und 60er Jahren.

Wir fahren noch „rund ums Viertel“, finden einen schönen alten Lagerschuppen (Werkstatt und Café) und gehen früh wieder aufs Boot.

Ruhedienstag und mittwochs nach Antwerpen

Schoten – Antwerpen

Di./Mi. Nachdem wir den Dienstag „vertrödelt“ haben, starten wir nun am Mittwochmorgen. Für die letzten beiden Schleusen des Dessel-Schoten-Kanals haben wir jetzt nur einen Schleusenwärter, der es wirklich gut mit uns meint und uns zügig durchlässt.

Das Wetter meint es nicht gut mit uns. Immer wieder Regen. Auf dem Albertkanal erreichen wir die erste Brücke zu unserem Dock in knapp einer Stunde.

Bei der erste Brücken (Siberiabrug) kommt ein kleiner Frachter gerade aus dem Dock, so dass wir uns nicht anmelden müssen. Die zweite (Londenbrug) hat feste Öffnungszeiten. Wir müssen eine Stunde warten. Der Hafenmeister lotst uns in einen tollen Außensteganleger und hilft im strömenden Regen beim Anlegen.

Der Hafen ist sehr gut ausgestattet (Wasser, Strom, WiFi, Waschmaschine/Trockner).

Per Rad mal Antwerpen beschnuppern

Schoten

So./Mo. Nach einem „faulen Sonntag“ ging es heute in das nur 10 km entfernte Antwerpen. Zwei Möglichkeiten: Bus & Tram oder Rad. Wir wollen uns bewegen und nehmen die Räder.

Der Hafen von Antwerpen ist der größte Hafen Belgiens. Gemessen am Ladungsaufkommen in Tonnen ist er der zweitgrößte Hafen Europas (nach Rotterdam) und der siebzehnte weltweit. Für Stückgut ist Antwerpen der größte Hafen der Welt.

Erstes Ziel, das Willemdock, in dem wir ab Mittwoch liegen werden. Ein beeindruckend großes Hafenbecken. Der Hafenmeister versorgt uns mit den wichtigsten Daten, wie Brückenöffnungen samt telefonischer Anmeldung und hat Monikas Anmeldung von gestern Abend bereits als Ausdruck auf dem Tisch. Bei der Tourist Information am Grote Markt versorgen wir uns mit Antwerpen-Infos aller Art. Gibt was zu lesen heute Abend!

Das Wetter ist grau in grau. Es fängt an zu regnen. Flucht in ein kleines Bistro – Essen, Trinken, Aufwärmen. In kleinem „Zick-Zack“ geht es wieder zurück nach Schoten.

Erster Eindruck: Mein Gott, muss Antwerpen bei Sonnenschein schön sein!

Samstags in der Vorstadt

Schoten

Das Wetter bleibt sich treu. Nachts saukalt, tagsüber Regen und Sonne im Wechselspiel, 13 Grad.

Egal, wir schauen uns Schoten an. Kastell, Stadtpark mit Truck-Food-Festival und besuchen ein Konzert der Academie Schoten.

Eineinhalb „gebrauchte“ Tage

Turnhout -Sint Jobin ‚t Goor – Schoten

Do./Fr. Als wir in Turnhout losfahren, sind wir noch guter Dinge. Wir lassen einen holländischen Frachter vorbeifahren. Was sich schnell als Fehler herausstellt. Denn im Gegensatz zu allen anderen Frachtern sind wir jetzt hinter einem „Extremschleicher“ (< 5 km/h). Irgendwann hat er ein Einsehen und winkt uns hinter einer Brücke mit Ausweichstelle vorbei.

Bringt aber nicht viel, da wir nur als Komparsen ins kommende „Schleusen-Drama“ eingeplant sind! Die Schleusen klein, die Frachter die Hauptdarsteller. An der 4. Schleuse ist schon Feierabend (16.30?!). Wir haben erst die Hälfte der zu unserem eigentlich geplanten Zielhafen Schoten bewältigt. „Zwangsübernachtung“ in Sint Jobin ‚t Goor.

Der Freitag wird noch schlimmer. Für die nächsten, dicht aufeinanderfolgenden, vier Schleusen (ca. 3,5 km) brauchen wir knapp vier Stunden. Das Wetter ist so „na ja“, die Gegend unspannend, hin und wieder regnerisch, Temperaturen um 14 Grad.

Jetzt liegen wir im Antwerpener Vorort Schoten. Wir werden das Wochenende erstmal hier bleiben.

Lommel – Turnhout

Lommel – Dessel – Turnhout

Das Tagesziel ist das ca. 38 km entfernte Turnhout in der Provinz Antwerpen. Kurz nach dem Start erreichen wir die erste belgische Schleuse. Die Anmeldeprozedur zieht sich ein wenig. Der Schleusenwärter ist sehr freundlich, aber bis er alle Daten (bei Ersterwerb einer Vignette für Belgien notwendig) in seinen PC gehackt hat, vergeht schon mal ein Weilchen. Das Ganze im Kauderwelsch holländisch, deutsch und englisch.

Die Schleusen in Belgien haben keine Poller in den Kammerwänden. D. h., fährt man zu Tal, wird am oberen Schleusenpoller festgemacht und bis unten gehalten, dann eingeholt. Zu Berg holt der Schleusenwärter das Seil mit Stange oder heruntergelassenem Haken nach oben, legt es um den Poller und wirft das Ende zum Schiff zurück. Ist der Hub für das Seil zu lang, muss mit einem zweiten Seil verlängert werden.

Wir unterbrechen unsere Fahrt am Wasserstraßenkreuz bei Dessel. Na klar, ein Aussichtsturm ruft nach Besteigung. Die Weiterfahrt auf dem recht schmalen Dessel-Schoten-Kanal führt fast nur durch Waldgebiet. Schön, aber auf Dauer ein bisserl langweilig. Bei einigen entgegenkommenden Frachtern wird es auch ziemlich eng.

Im Hafen von Turnhout, gegen 18.15 Uhr, wird es eng mit unseren Einkäufen. Aber Aldi sei Dank (ist nur ein paar Schritte vom Hafen entfernt und schließt um 19.00 Uhr) kommen wir noch zum Lebensmittel bunkern für den Feiertag.

Nächste Station: Lommel

Maasmechelen – Bochholt – Lommel

Am Morgen schweinekalt, Nebelschwaden auf dem Kanal und trotzdem fängt der Tag gut an. Wir laufen einmal um den Anleger und gelangen in die direkt hinter uns liegende neue Backmanufaktur. Brot, Brötchen und Kuchen werden in einer gläsernen Bäckerei nach alter Tradition und mit modernster Fertigung hergestellt. Augen und Nase wollen eigentlich sofort alles probieren. Aber wir bleiben „vernünftig“ und kaufen nur sechs Brötchen, ein Brot und eine kleine Packung Waffeln – und zack – sind 15,50 € weg.

Schon beim Superfrühstück an Bord hat sich der Nebel verzogen und die Sonne bricht durch. Sie wird uns den ganzen Tag begleiten. Wunderbar.

Eine unspektakuläre Fahrt auf dem Zuid-Willimsvaart und dem Bocholt-Herentals-Kanaal bis Lommel, 34 km , aber mit einem unangenehmen Vorkommnis. Ein Frachter (der viel zu schnell fährt) „schiebt“ uns beim Überholen mit seiner Bugwelle kurz auf die steinerne Uferböschung. Es macht „Schrapp“ und unser Antifouling kriegt wohl ein paar Kratzer ab. Was lernen wir daraus? Nicht zu weit nach rechts Platz machen!

Wir fahren nach Belgien

Maastricht – Maasmechelen

Sonntagvormittag. Nach einem kleinen Schnack mit der Schleusenwärterin, die besorgt wegen der niedrigen Brückendurchfahrt (gestiegener Wasserpegel) nach unserer Durchfahrtshöhe fragt, geht es (wir kommen mit unseren 3,45 m gut durch) weiter. Auf der Zuid-Willemsvaart überschreiten wir kurz nach der Schleuse Bosscherveld die Grenze nach Belgien. Noch ohne die notwendige Vignette – die können wir erst an der ersten belgischen Schleuse kaufen. Unsere heutige Tour ist kurz, 2,5 Stunden bis Maasmechelen. Hier sollte eigentlich unsere Linssen-Ostertour Station machen.

Der Anleger am „Village“ ist bis auf ein anderes Schiff leer. Wir wandern durch den kleinen, breitgestreuten Ort. Maasmechelen, 38.000 Einwohner, in der belgischen Provinz Limburg. Im Ortsteil Eisden existierte ein Steinkohlenbergwerk, welches 1987 die Förderung einstellte. Auf einem Teil des Zechengeländes steht heute das Factory-Outlet-Center Maasmechelen Village. Die Bergbausiedlungen sind gut zu erkennen. Einzelne neue Häuser und Villen brechen den Siedlungscharakter. Von weitem entdecken wir die Sint-Barbarakerk, die Pfarrkirche von Eisden-Tuinwijk – eine sogenannte Bergbau-Kathedrale (gewidmet der Schutzheiligen Sankt Barbara).

Der Aufstieg ist nach unserem langen Spaziergang etwas beschwerlich, aber oben angekommen, werden wir mit einem sagenhaft schönen Rundblick belohnt. Auf dem Rückweg doch noch für eine super Belgische Waffel und einem Spontankauf bei L’Occitane kurz ins Outlet.

Koningsdag

Maastricht

Nationalfeiertag in den Niederlanden. Heute feiern die Niederländer den Geburtstag des Königs bzw. der Königin. Königin Beatrix dankte am 30. April 2013 zugunsten ihres Sohnes Willem-Alexander ab. Der Feiertag wird seit 2014 Koningsdag genannt und am 27. April, dem Geburtstag Willem-Alexanders, gefeiert.

Das Leben im Stadtzentrum zeigt sich ziemlich unaufgeregt. Keine Spur von gesetzlichem Feiertag. Voller Touristen (überwiegend aus D), Läden zu 85 % offen, Markt vor dem Rathaus. Aus einigen Häusern hängt die holländische Flagge samt „Oranje“-Band.

Traditionell gibt es einen riesigen, privaten Trödelmarkt im Stadtpark, der im Lauf des Tages sich in ein Festivalgelände wandelt. Aber: Abgesagt wegen Schlechtwetter! Die Temperaturen kommen kaum über 13 Grad, Sonne und Regen wechseln im Halbstundentakt und zeitweilig kommt Starkwind auf. Wir machen eine letzte Rundtour per Rad und gehen am Nachmittag wieder in die warme Stube (auf der Kato).

Spontanbesuch aus Düsseldorf

Maastricht

Do./Fr. Wir bekommen spontanen Besuch. Petra kommt kurzentschlossen aufs Boot. Wir starten einen Stadtrundgang und sind schon ein bisschen stolz, fast als „Fremdenführer“ agieren und Petra die Stadt zeigen zu können. Am Donnerstag geht es auf der Westseite durch die Stadt. Rauf auf den Kirchturm, um sich Übersicht zu verschaffen. Abends ins Filmhuis zum Essen.

Freitagvormittag steigt ein Taucher ins Hafenbecken. Was er sucht, erfahren wir nicht. Wir fahren mit dem Bus zum Bonnefanten Museum, zur Lynch-Ausstellung. Monika und Petra finden sie scheußlich. Ich finde, er ist sehr kreativ, aber auch etwas düster irre. Übrigens, Bonnefanten, der ungewöhnliche Name stammt vom einem Schwesternkloster der „Bon Enfants“.

Der Tag geht schnell vorbei. Gegen 17.30 bricht Petra zur Heimfahrt auf. Wir gehen noch einkaufen und freuen uns auf den morgigen Kingsday!

Maastricht hat Charme

Maastricht

Di./Mi. Wir genießen eine völlig neue „Frei-„Zeit und beschließen bis einschließlich Samstag (Koningsdag, gesetzlicher Feiertag in NL) in Maastricht zu bleiben.

Die Räder kommen von Bord. Maastricht hat einen sehr gut zu Fuß erreichbaren inneren Stadtkern, doch per Rad macht es viel mehr Spaß beide Seiten der Maas zu erkunden. Einkaufen (in unserem Lieblingssupermarkt Albert Heijn) und Komplettierung unserer Bootsausrüstung (Festmacherleinen und Wasserschlauch).

Wir pendeln durch die Stadt und lassen es uns gutgehen. Am Dienstagabend kommt der erste Regen seit wir in Holland sind. Es wird auch deutlich kühler.

Ostermontag

Maastricht

Der Linssen-Konvoi zieht weiter, zurück nach Maasbracht. Wir bleiben mit drei anderen Schiffen im Hafen liegen. Deren Routen gehen südwärts oder, wie wir, westwärts nach Antwerpen.

Zeit für uns Maastricht zu entdecken. Hauptstadt der Provinz Limburg mit gut 120.000 Einwohnern. Bereits etwa 500 v. Chr. gab es eine keltische Ansiedlung an einer Furt der Maas. Maastricht ist eine der drei ältesten Städte der Niederlande.

Für uns natürlich fest mit dem Vertrag von Maastricht verbunden, der am 7. Februar 1992 im „Gouvernement“, dem Sitz der Provinzialregierung, der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde und die Europäische Union begründete.

Wir starten unseren Rundgang an der Maaspromenade. Erst auf der östlichen Seite wechseln wir aber dann bald wieder auf die westliche mit dem sehr gut erhaltenen Altstadtkern. Zwischen wunderschönen alten Häusern hindurch geht es durch die extrem belebten Geschäftsstraßen zum Rathaus. Ostertouristen bevölkern die Stadt und nutzen die vielen geöffneten Länden zum Shoppen. Zurück im Hafen beschließen wir den Tag mit einem kleinen Abendessen im „Filmhuis Lumière“ (ein ehemaliger Industriebau) das auch ein nettes Café zum Hafen hat.