Wir entscheiden uns für die „Rheine-Nordroute“ per Rad. Kloster Bentlage, Saline Gottesgabe und Naturzoo Bentlage. Das Kloster ist herrlich gelegen. Mitten am Wald, begrenzt von der Ems. Wir können nur in wenige Räume rein und außen drumherum. Montags geschlossen. Das Gleiche bei der Saline.
Aber die Fahrradroute durch Wälder und Parkanlagen ist den Weg wert. Der Zoo hat auf und ist auch am Montag sehr gut besucht. Tolles Konzept, etliche begehbare Gehege und Volieren plus großem „Affengarten“. Mit viel Liebe angelegt, hat uns dieser kleine Zoo total begeistert.
Nach dem „Rheine-Ausflugstag“ haben wir noch kurzfristig beschlossen, die letzten 10 km DEK mit zwei Schleusen als Vorabendprogramm 3 Stunden in spätnachmittaglicher, brennender Sonne zu genießen. Mit Einfahrt in den Mittellandkanal sind nun keine Schleusen mehr auf der Strecke bis Hannover. Wir machen Halt im ersten kleinen Seitenarm an einem Sportbootanleger.
Haren am Samstag war Waschtag und Alles-mal-aufräumen-Tag, bisschen einkaufen und abends zum Italiener. Irgendwie (wie so häufig) ging der Tag rum, wie nichts.
Der Sonntag ist „Fahrtag“. 9.30 Uhr in Haren los und mit vielen Schleusen um 19.30 in Altenrheine. Jetzt haben wir noch 2 Schleusen vor uns und dann sind wir wieder am Mittellandkanal. Aber nicht morgen. Da wollen wir mit dem Fahrrad mal sehen, was es so in Rheine zu sehen gibt.
In zwei Tagesetappen zurück in Haren/Deutschland. Am Mittwoch bei 22 Grad und noch trübem Wetter haben wir es gerade so bis zu unserem holländischen Heimathafen Ter Apel geschafft. Ein letztes Mal in Holland einkaufen und ab in die Koje.
Heute auch wieder früh gestartet und durch den Haren-Rütenbrock-Kanal nach Haren. Natürlich nicht ohne noch einmal den Tank an der Kanaltanke (zum Straßenpreis) randvoll zu machen.
Fazit nach 5 1/2 Wochen NL: Es ging schneller rum, als wir gedacht hatten. Aber wir sollten nicht hadern! Es war eine wunderschöne Rundfahrt durch die nördliche Landeshälfte. Unglaublich viel gesehen, von Pannen verschont, reichlich gutes Wetter gehabt.
Die südliche Hälfte (u. a. mit Utrecht, Rotterdam, Eindhoven, Maastricht) wird wohl ein neues Ziel werden. In welchem Jahr und mit welchem Schiff auch immer.
Groningen – Zuidlaarder Meer – Leinewijk – Bareveld
Als wir aufstehen regnet es in Strömen. Die Freude auf den Fahrtag hält sich in Grenzen. Wir trödeln ein wenig, frühstücken ausgiebig und siehe da, es scheint besser zu werden. Der Regen hört auf. Nur hin und wieder kommt noch eine kleine Nieselregenwolke.
Aus Groningen raus ist kräftiger Frachterverkehr. Es ist jedoch nur eine kleine Strecke, dann biegen wir Richtung Zuidlaarder Meer ab. Schlagartig sind wir allein. Rüber übern See und an der Ausfahrt kümmern wir uns um die notwendige „Passage“ von Leinewijk bis Bareveld. Punkt eins sind nicht nur die üblichen zwei Begleiter da, heute sind es drei.
Wir fühlen uns bei diesem betreuten Fahren, als würden wir nach Hause fahren. Das Wetter wird immer besser. Am Nachmittag haben wir herrlichsten Sonnenschein. Unsere letzte Strecke in Holland wird morgen nach Ter Apel sein.
Anmerkung von mir (Monika) für Rainer ein großes Dankeschön für die tägliche Eintragung unserer Tour, es ist teilweise richtig Arbeit.
Der Himmel macht zu. Die Strecke ist nun auch nicht so zum Jubeln. In der Mittagspause kommt noch Nieselregen dazu. Aber wir schaffen es tatsächlich bis Groningen. Das Wetter wird nicht besser. Leider auch nicht in der Prognose bis Freitag. Macht nichts, wir fahren morgen einfach mal weiter.
Ein Sommersonntag in der Stadt. Das quirlige Leben ist einer beschaulichen Verschlafenheit gewichen. Erst nach dem Mittag sind Pärchen, Familien und kleine Gruppen von Sonntagsausflüglern wieder auf den Beinen.
Wir wollen ins Drents Museum. Was 1259 als Kloster begann wurde später als Provinzverwaltung um- und ausgebaut. Das Drents Museum wurde im Jahr 1854 gegründet. Und was hier mit einer einfachen Vitrine begann, ist inzwischen zu einem imposanten Museum herangewachsen. Und damit das historische Zentrum optimal zur Geltung kommt, wurde die Erweiterung des Drents Museums von 2009 bis 2011 unterirdisch realisiert. Über dem großen Ausstellungsraum wurde ein Garten zum Schlendern angelegt.
Aktuell stehen zwei Ausstellungen im Fokus. Iran, kulturelle Wiege der Menschheit und Der Fall Vermaning. Warum um Zweitere soviel Aufwand betrieben wird, ist uns nicht ganz klar geworden. Es zeigt das Leben des bis heute umstrittenen holländischen Amateurarchäologen Tjerk Vermaning, der durch seine Funde die Geschichte Drenthes mal eben um 50.000 Jahre zurückverlegen wollte.
Die Ausstellung Irannimmt die Besucher mit auf eine Reise durch die iranische Kulturgeschichte. Die in der Schau beleuchtete, nahezu unvorstellbare, Zeitspanne von 7000 BC bis 1700 AD reicht von den ersten Anfängen – der Zeit, in der Ackerbau und Viehzucht aufkamen – bis hin zur Kultur der Elamer, dem Perserreich und der islamischen Zeit. Die Exponate werden hervorragend präsentiert. Das Ganze macht Lust auf mehr. An dieser Stelle bedauere ich, dass aus dem „Afghanistan-Projekt“ nichts geworden ist.
Nach dem Museum noch ein wenig in die Gärten (der größere ist Veranstaltungsfläche für Familien, Musik- und Tanzvorführungen). Der Tag klingt auf dem Boot aus und ab morgen müssen wir tatsächlich eine genaue Tourplanung einhalten, damit wir erstens pünktlich in Haren (wg. Susanne) und zweitens pünktlich in Minden (wg. Kato-Kaufinteressent) sind.
Entspanntes Fahren von Dieverbrug nach Assen. 24 km, 3 Schleusen, 3 Brücken direkt passierbar, 18 Brücken mit Bedienung. Schönes Sommerwetter, nicht zu heiß. Mittenmang die übliche Wärter-Mittagspause von 12-13 Uhr. Wieder führt uns die Strecke an Häusern und Höfen vorbei hinter denen gleich die Wiesen und Felder beginnen. Überall wochenendliches Schaffen. Eine Lieblingsbeschäftigung der Holländer: mit dem Laubsauger vor der Türe „kehren“. Der Staub wirbelt bis auf den Kanal.
Assen, Hauptstadt der Provinz Drenthe, 68.000 Einwohner und u. a. als Austragungsort der niederländischen Motorrad-Weltmeisterschaft bekannt. Wir erreichen Assen mal gerade so eine halbe Stunde vor 17 Uhr (die magische Zeit, zu der fast alles, was interessant ist, schließt). Also auch die letzten Brücken. Aber der Liegeplatz ist ein Hammer. Mitten im alten Zentrum. Schnell zum Havenkantoor und ein kurzer Spaziergang durch den alten Stadtkern. Da wird es wohl morgen noch einiges zu entdecken geben.
Die Drentse Hoofdvaart, von Meppel nach Assen hat eine Länge von 50 km und verbindet den Kanal Meppelerdiep bei Meppel mit dem Noord-Willemskanaal bei Assen.
Eigentlich eine kurze Strecke. Doch sechs Schleusen und unzählige Brücken, die keine Durchfahrt ohne Bedienung zulassen, bringen uns das entschleunigte Reisen zurück. Das „Weiterreichen“ von Brücke zu Brücke funktioniert ganz gut. Aber von 12 bis 13 Uhr ist Mittagspause und um 17 Uhr eh Feierabend. So machen wir frühzeitig auf halber Strecke Halt an einem kleinen, neuen Hafen an der Dieversluis.
Am Mittwoch volle Fahrt von Harderwijk über das Veluwemeer bis Kampen. Unser bevorzugter Hafen ist wieder besetzt. Wir fahren über die Ijssel in die Nebenstrecke ein. In Kaperzeedijk-West hoffen wir, den Biobauer noch besuchen zu können. Leider hat er ausgerechnet am Mittwoch nur zwischen 14 und 16 Uhr seinen Hofladen offen. Wir sind eine halbe Stunde zu spät dran, schade.
Heute, Donnerstag, zurück zum Zwarte Meer und dann, nach der Querfahrt steuerbord auf das Zwarte Water. Ab hier fahren wir eine neue Strecke. In Zwartsluis zeigt unsere App-Fahrkarte uns eine „offene“ Schleuse an, die von zwei Brücken begrenzt ist. Die erste können wir prima unterqueren (2,50 m), bei der zweiten müssen wir passen (2,30 m). Weil es 12.40 ist warten wir in der ehemaligen Schleusenkammer die Mittagspause ab. Um 13.30 kommt ein Schleusenwärter vorbei und macht uns darauf aufmerksam, dass wir hier nicht liegen bleiben können. Unsere Bemerkung, wir warten auf die Brückenöffnung, wird mit der Auskunft beantwortet: „die Brücke hier wird nicht mehr bedient!“ (hätte man auch vor der ersten hinschreiben können). Fazit: auch Apps können irren!
Die kurze Fahrt dann bis Meppel ist schnell gemacht. Die Stadt ist ein Verkehrsknotenpunkt im Südwesten der Provinz Drenthe. In jeder Beziehung – Autobahn, Bahnstrecken, Wasserstraßen. Die Innenstadt ist von sehr großen (und häßlichen) Industriegebieten eingekesselt. Im inneren Altstadtkern aber wieder ein schönes Städtchen mit Grachten und netten Ecken.
Unsere Tourplanung sieht nach Assen dann wieder Groningen vor. Von dort aus geht es dann allmählich auf „Heimattour“ nach Ter Apel.
Muiden – Goimeer – Eemeer – Wolderwijd – Harderwijk
Ein „Fahrtag“. Zurück durch Muiden und über einige der „Randmere“ (Goimeer, Eemeer, Wolderwijd) bis Harderwijk. Sommer pur. Mit Wind, zur Freude der Segeler, Wind- und Kitesurfer. In Harderwijk nehmen wir diesmal den Außenanleger (nagelneu und per App organisiert).
Lange schlafen, duschen, rumtrödeln. Nachmittags ein bisschen aufs Rad. Überraschend etwas einkaufen (tatsächlich am Sonntagnachmittag in der Kleinstadt), Eis essen – sonst nischt. Tut gut!
Es ist kaum zu glauben. Unsere Rückreise beginnt. Schneller als gedacht ist die Zeit ins Land gegangen. Fazit zur „Halbzeit“: Wir sind noch nicht im „Rentnermodus“ – wollen viel zu viel sehen und nehmen uns nicht richtig die Ruhe. Kato läuft und läuft und läuft … wir sind wirklich stolz auf unseren Kahn!
Die Routinearbeiten wie Wasser auffüllen, i. d. R. Essen für 2-3 Tage planen und dafür einkaufen, schütteln wir aus dem Handgelenk. Etwas schwieriger sind Duschen zu finden (der Hafen in Amsterdam hatte keine!). Ansonsten ist ein „Bootskoller“ nicht feststellbar.
Die Rückfahrroute wird im ersten Teil wieder fast die gleiche Strecke haben, sonst kommen wir mit der Zeit nicht hin. Ab Heerenveen können wir noch variieren. Über Groningen/Ter Apel müssen wir aber auf jeden Fall nach D zurück. Auf der Karte „Tourverlauf“ sind die Übernachtungsorte jetzt „rot“.
Heute ist Samstag und in Weesp und in Muiden ist der Teufel los. Diverse Veranstaltungen, Rennen und natürlich das ganz normale Sommer-Wochenende lassen die beiden Städtchen an Booten aller Größen überquellen. Wir bleiben also fürs Wochenende vor der ersten Brücke in Weesp liegen und faulenzen. Weiter geht es dann erst am Montag.
Das Rijksmuseum kleckert nicht, es klotzt. In jeder Beziehung. Gebäude, Ausstellungsebenen und natürlich die Exponate – zu viel für einen einzelnen Besuch. Heute am Freitag ist es nicht überfüllt. Wir können uns in Ruhe vieles ansehen. Natürlich gut gefragt, der zweite Stock mit den alten Holländern. Im Fokus: die Nachtwache.
Nach ca. 3 Stunden sind wir nicht mehr aufnahmefähig. Raus, einen Kaffee trinken und eine rauchen. Die Rückseite hat einen wundervollen kleinen Garten und ist gleichzeitig Tor zu weiteren Museen. Hier tobt das (Touristen-)Leben. Die anderen Museen müssen auf einen nächsten Amsterdambesuch warten.
Da wir aufgrund der niedrigen Brücken (und dem unheimlichen Gewühl an Booten) die inneren Grachten nicht befahren können, buchen wir noch eine Grachtenfahrt. Völlig entspannt schauen wir u. a. unserem Bootsführer zu, wir er den langen Kahn traumwandlerisch sicher beherrscht. Gefühlt fahren an die 50 Touriboote gleichzeitig durch die Grachten.
Wir lassen unseren heutigen Ausflug in der Innenstadt mit einem Heiniken und einem kleinen Imbiss ausklingen. Die Sonne brennt und die Kinder amüsieren sich an einem Brunnenplatz.
Trotz engster Kurven und reichlich Betrieb, der Käptn bleibt stoisch
Nach kurzer Ausfahrt aus Weesp geht auf einen quirligen, stark befahrenen Amsterdam/Rijnkanaal bis zum Liegeplatz. Östlich vom Zentrum von Amsterdam.
In der Marina ist alles „ferngesteuert“. Den Hafenmeister gibt es nur per Telefon. Anmeldung, Abrechnung, Strom, Wasser und Pincode für den Zugang und die Sanitärräume – alles per App. D. h., ohne Smartphone geht gar nichts. Wir müssen einmal umparken, da die Bereiche (Dauerlieger und Passanten) nicht gekennzeichnet waren. Wir stellen fest, ein freundlicher Hafenmeister, der uns heran winkt und bei einem kleinen Schnack alles kurz erläutert, ist nicht zu ersetzen. Das Ganze auch mit einem stolzen Liegepreis. Zahlen wir sonst zwischen 9 und 15 Euro pro Nacht, sind es hier 25 Euro (ohne Extras). Aber ok, dafür bekommen wir nun wirklich kein Hotelzimmer.
Natürlich geht es mittags gleich noch einmal aufs Rad. Wir fahren zum Rijksmuseum (Tickets haben wir schon für morgen gebucht), trödeln durch die Innenstadt und fahren mit der kostenlosen Fähre über das Ij nach Amsterdam Nord. Die Gegend um den Bahnhof und speziell die Nordseite erkennen wir nicht wieder. 2006 waren hier noch etliche Brachstellen. Aber klar, der Großraum Amsterdam hat schließlich auch 1,4 Mio. Einwohner und wächst beständig.
Mit dem Fahrrad kommen wir sicher durch die Stadt. Zwar müssen sich Fahrräder und Kleinroller und -mopeds den Radweg teilen. Nahezu alle fahren ordentlich und wenn nicht, achten sie zumindest auf andere. Fahrradhelme sind weit und breit nicht zu sehen. Es herrscht eine sehr hohe Rücksichtnahme (wie wir es schon in Groningen erlebt haben). Kampfradler sind uns noch nicht begegnet. Dafür ungewöhnlich viele Rennradfahrer und … DHL mit Lastenfahrrädern.
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