Schiffstaufe und Rückfahrt nach Roermond

Venlo – Roermond

Am Morgen wird die längst fällige Schiffstaufe vollzogen. Nur mit „Anker spritzen“ und selbstverständlich nicht am Bug zerschellen. Für die Rückfahrt haben wir uns die Nebenstrecke nach Roermond ausgesucht. Sie ist etwas länger aber viel ruhiger. Tobias hat Premiere als „Mittschiffs-Festmacher“. Picobello. Die komplette Crew nutzt während der Fahrt die Dusche an Bord aus. Einhellige Meinung: gibt nichts zu meckern!

Der Stadthafen von Roermond ist relativ voll. Überwiegend Festlieger, die „Passanten“-Plätze sind bis auf zwei kleine Boote leer. Ich bin ganz hin und weg vom tollen Rückfahrtverhalten unserer Kato. Auf leichte Korrekturen mit Bug- und Heckstrahlruder regiert das Schiff sagenhaft präzise.

Die Mädels und Tobias gehen schnell nochmal shoppen. Den Karnevalstrubel lassen wir links liegen.

Erste Tour nach Venlo

Maasbracht – Venlo

Die erste längere Fahrt steht an. Wir wollen nach Venlo. Wir nehmen den Lateralkanaal Linne-Buggenum, der westlich von Roermond direkt nach Venlo geht. Zwei Schleusen, diverse Brücken mit bequemer Durchfahrt. In der Schleuse Heel erster Test des Marifon (UKW). Hier in Limburg wird gut Deutsch verstanden und auch gesprochen. Beide Abfertigungen sehr freundlich und schnell. Aber, natürlich, Einfahrt erst nach der Berufsschifffahrt. Unser Luxus an Bord, AIS Sender und Empfänger (Automatic Identification System). Sehen und Gesehen werden. Wenn wir jetzt noch einen Frachter hinter uns auf dem Schirm sehen, brauchen wir uns an der Schleuse nicht beeilen.

Die gestern angekommene Plotterkarte ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, lässt aber bereits die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten erahnen. Und, seit wir die Karte installiert haben, können wir auch das neue Marineradio im Salon prima auf dem Plotter auf der Plicht vollumfänglich bedienen.

Das Wetter ist umgeschlagen. Kalt, regnerisch (Nieselregen), z. T. neblig. Im Stadthafen Venlo sind wir das einzige Schiff. Im Stadtkern steppt der (Karneval-)Bär. Venlo, Roermond und Maastricht sind die Hochburgen. Aber auch die kleineren Orte sind gut dabei. Für Berliner nach wie vor ein Rätsel das Ganze.

Susanne kommt an Bord

Maasbracht

Die Kato 2 bleibt bei Linssen im Hafen. Wir holen Susanne in Roermond ab. Sie kommt aus Düsseldorf mit dem IC-Bus der DB, der das Designer Outlet Roermond anfährt (und nicht etwa den Bahnhof im Zentrum!). Da wir schon mal da sind, wird ein kleiner Spontan-Shopping-Zug durchs Outlet gemacht.

Zurück in Maasbracht hole ich die eingetroffene Plotterkarte vom Bootsausstatter ab, als Tobias vom Schiff anruft – Wasser in der Heckbilge! Zwei Techniker sind schnell an Bord und pumpen das Wasser aus. Ursache war ein nicht fest genug angeschraubter Druckwasserschlauch am Klo hinten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch in der Bug-Nasszelle noch ein tropfender Abfluss des Handwaschbeckens nachgezogen.

Für die Kojeneinteilung testen wir nun auch das Gästebett im Salon. Es lässt sich schnell und leicht einrichten und ist als Doppelbett gut nutzbar. Also, für kurze Zeit können prima sechs Personen auf der Kato 2 übernachten.

Der Fahrradträger wird montiert

Maasbracht

Am Vormittag macht sich Philip ans Werk, unseren Fahrradträger zu montieren. Angekündigt hatte er eine Stunde Arbeitszeit, aber es werden dann doch knapp drei. Viel Lob für die Topp-Arbeit von Herrn Grabow, aber der Teufel sitzt bekanntlich im Detail. Die Bohrungen werden noch mit 2-K-Lack gestrichen und das Einsetzen für die Innenverschraubungen ist nicht ganz einfach. Am Ende sind wir mit seiner Arbeit sehr zu frieden und freuen uns, unsere Räder jetzt perfekt an Bord befestigen zu können.

Wir besuchen einen Bootsausrüster in der Nähe, kaufen 2 zusätzliche Fender, eine Reservegasflasche und bestellen eine Navigationskarte für den Raymarine-Plotter. Die Karte soll hoffentlich noch diese Woche kommen, sonst wird es eng. Nächste Woche ist geschlossen wg. Karneval.

Der Nachmittag wird mit einem Roermond-Ausflug ausgefüllt. Immer noch tolles Wetter. Lebhaftes Treiben in der Stadt. Es macht Spaß, durch die Stadt zu bummeln.

Die erste Ausfahrt (allein an Bord)

Maasbracht – Ohé en Laak – Thorn – Maasbracht

Trotz unangenehm tiefer Nachttemperaturen (8-10 Grad) haben wir fantastisch geschlafen. Tobias holt Brötchen und wir frühstücken ausgiebig. Das Wetter wird immer besser. Die Sonne scheint, und wir freuen uns über 25 Grad oben auf der Plicht. Kein Wunder, die Persenning wirkt wie ein großer Wintergarten.

Unsere erste Alleinfahrt geht auf der Maas südlich bis Ohé en Laak mit einem Abstecher in die „weiße Stadt“ Thorn. Man merkt sofort, dass es noch Februar ist. Keine Schwimmstege und die wenigen Anlegemöglichkeiten tragen alle ein „Parken-verboten-Schild“, welches wir natürlich übersehen. Kurzer Stadtrundgang durch das ebenso völlig verschnarchte Thorn und anschließend ein Imbiss auf dem Schiff.

Mit einem tiefroten Sonnenuntergang geht es zurück in den Linssen Hafen. Am Abend wird der Backofen getestet, Lachsquiche. Ofen funktioniert, Quiche schmeckt hervorragend.

Ein besonderer Tag: Übergabe der KATO 2

Düsseldorf – Maasbracht

Montagmorgen gegen den Strom der Pendler aus Düsseldorf raus nach Maasbracht. Nach etwas über einer Stunde Fahrzeit pünktlich um 9.45 Uhr bei Linssen vor dem Tor.

Empfang durch Rens, der uns den restlichen Tag begleiten wird. Erste Begehung unseres Schiffes. Mit im Gepäck zwei dicke Ordner voll mit Bediensanleitungen. Geduldige Erklärungen der wichtigsten Funktionen. Vieles ist uns bekannt, aber natürlich ist die Technik auf neuestem Stand. Speziell beim Cockpit schwirrt uns der Kopf.

12.00 Uhr, kleiner Lunchbreak. Dann geht es auf Einweisungsfahrt. Bei schönstem Wetter (Sonne, 20 Grad!) bleiben wir dabei im näheren Fahrgebiet auf kleineren Maasseen. Alle drei Bootsführer bekommen die Gelegenheit das Schiff zu fahren. Zurück im Werfthafen längere Übergabeprozedur der Dokumente.

Gegen 17.00 Ende des offiziellen Teils und Start des Einzugs. Die zwei Container, die wir kurz vor Weihnachten beladen haben, stehen im Hafen bereit. Dazu noch der proppevolle Volvo. Irgendwie bekommen wir auch fast alles an Bord und kämpfen uns durch Kartons, Kisten und Taschen. Ist schon erstaunlich, was so alles in der alten Kato war. Irgendwann fallen wir kaputt in die frisch bezogenen Kojen.

Hannover – Wolfsburg

Hannover – Braunschweig – Wolfsburg

Wie schon auf der Hinfahrt: „Strecke machen“. 9.30 Abfahrt, 19.30 Wolfsburg. Die beiden Schleusen kosten Zeit. Auch am Sonntag ist relativ viel Berufsschifffahrt unterwegs und hat (natürlich) Priorität. Wir starten bei fast windstillen, brütendheißem Wetter. Bei Braunschweig kommt zwar 10 Minuten Regen, aber in Wolfsburg wieder schönster Sonnenuntergang.

Die Strecke bietet nicht viel Abwechslung. Am Kanal viele Sonntagsausflügler. Mit Kind und Kegel, aber vor allem per Rad. In der Autostadt tobt noch der Bär. Auf der Seebühne wird der Night-Act vorbereitet. In dem kleinen Wolfsburger Hafen gehen wir zum „Hafen-Italiener“.

Nächster Halt: Hannover

Minden – Hannover

Da wir heute weitergefahren sind, ist auch klar, dass der Verkauf nicht vollzogen wurde (Boot ist den Interessenten zu klein, bzw. zu schmal). So ging es um 11.30 wieder ab auf den MLK.

Ein Fahrtag ohne besondere Vorkommnisse. Um 17.30 waren wir bei dem uns bereits bekannten Yachthafen in Hannover. Es ist bewölkt und ab Nachmittag unangenehm drückend warm. Was nach einem aufziehenden Gewitter aussah, wandelte sich am Abend fast noch in einen ganz normalen sonnigen Sommerabend.

Last exit: Minden?

Bad Essen – Minden

Am Donnerstag von Bad Essen nach Minden. Eine kurze Strecke. Nach 3,5 h sind wir da. Der Bootselektriker kommt pünktlich um 16.00 Uhr an Bord und lokalisiert den Fehler. Ein defektes Umschaltrelais. Telefonische Bestellung bei einem ortsansässigen Bootsausrüster in Minden.

Kurz darauf treffen auch die Interessenten für unsere Kato ein. Erste Besichtigung. Durchaus positiv aber auch mit deutlichen Hinweisen auf unsere Schwachstelle  – das Oberdeck. Wir verabreden für Freitag eine Probefahrt mit anschließender Kaufpreisverhandlung.

Heute am Freitag nutzen wir die „Wartezeit“ mit einem Minden-Kurzausflug per Rad zum ersten Kennenlernen. Im Nordosten von NRW gelegen und mit rund 80.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt liegt an der Weser und ist durch sein Wasserstraßenkreuz bekannt, an dem sich Mittellandkanal und Weser in einem Bauwerk kreuzen.

Wir sind ganz angetan von den vielen Fachwerkhäusern und und dem verwinkelten Altstadtkern. Zurück an Bord stellen wir fest: die Relaisreparatur muss vertagt werden. Wir haben das falsche Ersatzteil. Dafür kommen Jens und Thomas pünktlich zur vereinbarten Probefahrt. Sie scheinen ganz zufrieden, die anschließende Preisverhandlung kommt auf einen gemeinsamen Punkt. Endgültige Entscheidung morgen 11 Uhr. Wenn positiv, ist unsere Heimfahrt mit einem „Sixt-Sprinter“ schon mal vorangefragt. Wenn negativ, setzen wir unsere Heimfahrt um 12 Uhr fort. Wir werden sehen.

Bad Essen

Ibbenbüren – Bad Essen

Nach einer Zwischenstation (bei Ibbenbüren) auf einem Seitenarm auf den ersten 3 Kilometern des Mittellandkanals war am Dienstag Bad Essen erreicht.

Nach fast 2000 km störungsfreier Fahrt haben wir jetzt „auf den letzten Metern“ tatsächlich doch noch ein kleines Problem. Die Lichtmaschine gibt während der Fahrt keinen Strom an die Verbraucherbatterien, trotz Voltmeteranzeige Ladestrom „13 V“. Ein Bootselektriker war hier im Ort nicht aufzutreiben. Jetzt haben wir einen Termin morgen in Minden.

Der Sole-Kurort Bad Essen (15.000 Einwohner) liegt an der Deutschen Fachwerkstraße direkt am Hang des Wiehengebirges im Naturpark Terra Vita des Osnabrücker Landes. Der kleine Ortskern hat mit seinen vielen Fachwerkhäuser durchaus Charme. Wir streifen durchs Städtchen und raus zum Aussichtsturm. Irgendwann ist es mit dem Rad zu anstrengend, den letzten Anstieg wird es ein Waldspaziergang. Die Aussicht vom nur 19 m hohen Turm ist recht eingeschränkt. Der Turm ist eindeutig zu niedrig (oder die Bäume drumherum zu hoch). Anyway, der Spaziergang, mit Wassertreten im Solewasser (beim Auf- und beim Abstieg) war sehr schön. Im Wald ist die Hitze so gut wie nicht zu merken.

Danach ins Sole-Freibad (Schwimmbecken mit Bad Essener Sole). Äusserst erfrischend. Noch ein Abstecher zur SoleArena und Tisch reservieren für die „KaffeeMühle“. Punkt 19 Uhr. Rappelvoll, alle Tische draußen waren reserviert, Essen & Trinken war super.