Nationalfeiertag in den Niederlanden. Heute feiern die Niederländer den Geburtstag des Königs bzw. der Königin. Königin Beatrix dankte am 30. April 2013 zugunsten ihres Sohnes Willem-Alexander ab. Der Feiertag wird seit 2014 Koningsdag genannt und am 27. April, dem Geburtstag Willem-Alexanders, gefeiert.
Das Leben im Stadtzentrum zeigt sich ziemlich unaufgeregt. Keine Spur von gesetzlichem Feiertag. Voller Touristen (überwiegend aus D), Läden zu 85 % offen, Markt vor dem Rathaus. Aus einigen Häusern hängt die holländische Flagge samt „Oranje“-Band.
Traditionell gibt es einen riesigen, privaten Trödelmarkt im Stadtpark, der im Lauf des Tages sich in ein Festivalgelände wandelt. Aber: Abgesagt wegen Schlechtwetter! Die Temperaturen kommen kaum über 13 Grad, Sonne und Regen wechseln im Halbstundentakt und zeitweilig kommt Starkwind auf. Wir machen eine letzte Rundtour per Rad und gehen am Nachmittag wieder in die warme Stube (auf der Kato).
Do./Fr. Wir bekommen spontanen Besuch. Petra kommt kurzentschlossen aufs Boot. Wir starten einen Stadtrundgang und sind schon ein bisschen stolz, fast als „Fremdenführer“ agieren und Petra die Stadt zeigen zu können. Am Donnerstag geht es auf der Westseite durch die Stadt. Rauf auf den Kirchturm, um sich Übersicht zu verschaffen. Abends ins Filmhuis zum Essen.
Freitagvormittag steigt ein Taucher ins Hafenbecken. Was er sucht, erfahren wir nicht. Wir fahren mit dem Bus zum Bonnefanten Museum, zur Lynch-Ausstellung. Monika und Petra finden sie scheußlich. Ich finde, er ist sehr kreativ, aber auch etwas düster irre. Übrigens, Bonnefanten, der ungewöhnliche Name stammt vom einem Schwesternkloster der „Bon Enfants“.
Der Tag geht schnell vorbei. Gegen 17.30 bricht Petra zur Heimfahrt auf. Wir gehen noch einkaufen und freuen uns auf den morgigen Kingsday!
Di./Mi. Wir genießen eine völlig neue „Frei-„Zeit und beschließen bis einschließlich Samstag (Koningsdag, gesetzlicher Feiertag in NL) in Maastricht zu bleiben.
Die Räder kommen von Bord. Maastricht hat einen sehr gut zu Fuß erreichbaren inneren Stadtkern, doch per Rad macht es viel mehr Spaß beide Seiten der Maas zu erkunden. Einkaufen (in unserem Lieblingssupermarkt Albert Heijn) und Komplettierung unserer Bootsausrüstung (Festmacherleinen und Wasserschlauch).
Wir pendeln durch die Stadt und lassen es uns gutgehen. Am Dienstagabend kommt der erste Regen seit wir in Holland sind. Es wird auch deutlich kühler.
Der Linssen-Konvoi zieht weiter, zurück nach Maasbracht. Wir bleiben mit drei anderen Schiffen im Hafen liegen. Deren Routen gehen südwärts oder, wie wir, westwärts nach Antwerpen.
Zeit für uns Maastricht zu entdecken. Hauptstadt der Provinz Limburg mit gut 120.000 Einwohnern. Bereits etwa 500 v. Chr. gab es eine keltische Ansiedlung an einer Furt der Maas. Maastricht ist eine der drei ältesten Städte der Niederlande.
Für uns natürlich fest mit dem Vertrag von Maastricht verbunden, der am 7. Februar 1992 im „Gouvernement“, dem Sitz der Provinzialregierung, der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde und die Europäische Union begründete.
Wir starten unseren Rundgang an der Maaspromenade. Erst auf der östlichen Seite wechseln wir aber dann bald wieder auf die westliche mit dem sehr gut erhaltenen Altstadtkern. Zwischen wunderschönen alten Häusern hindurch geht es durch die extrem belebten Geschäftsstraßen zum Rathaus. Ostertouristen bevölkern die Stadt und nutzen die vielen geöffneten Länden zum Shoppen. Zurück im Hafen beschließen wir den Tag mit einem kleinen Abendessen im „Filmhuis Lumière“ (ein ehemaliger Industriebau) das auch ein nettes Café zum Hafen hat.
Wecken vom Osterhasen. Üppiges Osterfrühstück am Buffet im Hafen. Dann geht’s über Maasbracht in die erste von drei Schleusen auf dem Julianakanaal nach Maastricht. Der rund 36 km lange Kanal verläuft zwischen Limmel bei Maastricht und Maasbracht in der Gemeinde Maasgouw praktisch parallel zu einem seit 1822 nicht mehr schiffbaren Teil der Maas.
Wir müssen feststellen, dass ein nicht kleiner Teil unseres Konvois sehr ungeduldige Schiffsführer*innen hat, die gerne unmotiviert überholen und vor Schleusen auch gerne drängeln. Anyway, es gibt auch sehr sympathische. Am Abend ist im Hafenrestaurant für die Gruppe reserviert. Das Essen ist lecker, zieht sich aber ein wenig.
Linssen hat sich mächtig für die Tour ins Zeug gelegt, die kleine Krise der defekten Schleuse souverän gemeistert und schöne Liegeplätze reserviert. Trotzdem sind wir froh, nun wieder „unbetreut“ fahren zu können und freuen uns auf die kommende Zeit.
Eigentlich Abfahrt der ersten Gruppe um 8.00 Uhr. Als es um 8.30 Uhr immer noch nicht los geht, kommt die Nachricht von einer defekten Schleuse (Sluis 16 Weert). Das kommt schon mal vor. Im letzten Jahr hatten wir einige „Reparaturaufenthalte“ an Schleusen und Brücken. Aber wenn man mit 18 Schiffen ein vorgegebenes Programm hat, kommt man nicht um eine grundsätzliche Entscheidung herum. Linssen Organisator André plant um. Zurück nach Stevensweert, da gibt es im Hafen genügend Liegeplätze und dann nicht die Route Zuid Willemsvaart sondern über den Julianakanal nach Maastricht.
Der Bus zum gemeinsamen Abendessen im „Fabulous t Eilandje“ in Maaseik wird nach Stevensweert umgeleitet. Und nach 40 Minuten sind wir da. Die Anlage ist wirklich schön, das Wetter anhaltend super und das Essen perfekt. Nicht alle werden am späten Abend nüchtern wieder das Schiff erreichen.
11.00 Uhr. Zum Kaffee und Kuchen zu Linssen. Danach Einweisung und Vorstellung der Tour. 18 Schiffe werden teilnehmen. Von der kleinsten (29.9) bis zum Schlachtschiff (GS 500). Zwei Gruppen werden sich bilden, da der komplette Konvoi eh nicht in die Schleusen passt. Start 13.00 Uhr. Eintreffen in Weert 15.30 Uhr.
In der ersten Schleuse passiert, was uns in 12 Jahren Bootsfahren noch nicht passiert ist. Die Festmacherleine verklemmt sich in der Schleusenwand, das Wasser steigt und die Leine hängt unlösbar in der Bootsklampe fest. Monika gerät etwas in Panik und letztendlich müssen wir die Leine kappen und als verloren geben (shit happens).
Ansonsten ist alles wunderschön. Traumhaftes Wetter mit 30,1 Grad Außentemperatur. Alle Schiffe versammeln sich in dem sehr kleinen Stadthafen von Weert. Die Linssen-Crew hilft beim Anlegen und um 18.00 Uhr gibt es im Hafen einen kleinen Umtrunk. Eine ziemlich gemischte Gruppe, viele Deutsche, Holländer, Belgier, Franzosen und je ein Engländer und ein Amerikaner.
Gestern, Mittwoch, hat es dann doch mit dem Volltanken hier vor Ort geklappt. Und wie! Diesel an einer freien Straßentankstelle 1,38 €, also kann man an einer Wassertankstelle mit gut 1,65 € rechnen – das Bunkerboot hat sagenhafte 1,23 € aufgerufen. Das hat sich gelohnt!
Zurück im Hafen haben wir die nächste „Kennenlernen-Einheit“ unserer Kato 2 vollzogen. Und wenn man ins Detail geht, entdeckt man auch Sachen, die man eigentlich nicht finden will: die Backbord-Windscheibe auf dem Oberdeck ist verzogen. Heute kleiner Linssen-Krisenstab zum Thema. Da die Persenning an die Scheibe angepasst wurde, heißt das: Scheibe abbauen, zum Fensterhersteller einschicken, neu produzieren mit den dementsprechenden Bohrungen, zurückschicken und wieder einbauen. Summa summarum: 3 Wochen (und so lange ist statt der Scheibe ein großes Loch). Am Liebsten wäre uns ja dafür der August, aber da hat Linssen Werksferien.
Morgen um 11.00 Uhr startet die Linssen-Ostertour. Mal sehen, was uns die Werft dann für einen neuen Vorschlag macht.
Gestern, Montag, sind wir wieder in Maasbracht gelandet. Der Tag begann um 03.15, Abfahrt ICE nach Duisburg 05.30. Mit zwei schweren Reisetaschen und Rucksäcken viermal umsteigen (Duisburg, Viersen, Venlo, Roermond). Um kurz vor 13.00 Uhr endlich wieder auf der Kato 2.
Anmeldung bei Rennie, der uns unser vorausgeschicktes Paket bringt. Fahrräder von Bord genommen um zum Einkaufen zu fahren. Meins hat einen Platten und die Luftpumpe an Bord hat nicht den passenden Ventilaufsatz. Also nicht nur einen neuen Fender kaufen, sondern auch eine neue Fahrradpumpe.
Den Fender haben wir bekommen, aber die beiden Fahrradläden im Ort haben montags geschlossen (im Gegensatz zu den Bootsausrüstern, die haben dienstags zu) – ok, muss man nur wissen.
Dienstag. Lange geschlafen. Die Pumpe gekauft und die Wassertanks aufgefüllt. Wir wollten den Tag zum Tanken nutzen. Rennie empfiehlt das Bunkerboot kurz vor der Schleuse Maasbracht. Eine kurze Fahrt, aber wir finden es nicht. Wie wir später erfahren, lag es versteckt hinter einem riesigen Containerfrachter. Wir werden morgen einen neuen Versuch starten (mittlerweile haben wir auch die Telefonnummer).
Zufällig gefunden: ein kleines Video von der Gemeinde Maasgouw. In der Timeline 00:37 – 00:58 auch mit einem kurzen Blick auf Linssen (im Überflug Fabrikgelände mit Werfthafen). Hier liegt derzeit unsere Kato 2 und wartet auf den „Oster-Start“.
Bereits am Vortag, Aschermittwoch, haben wir kräftig aufgeräumt und alles, was sich als „überflüssig mitgebracht“ herausgestellt hat, wieder ins Auto geladen. Gegen 17.00 Uhr kam Rens an Bord und hat unsere kleine Mängelliste entgegengenommen. Außer dem falsch montierten Kabel der WC-Spülung in der Hecknasszelle und einer Bitte um Prüfung (Bilgen- und Heizungskontrolle) hatten wir nichts mehr zu bemängeln. Also: zu 99,9% ist das Schiff ok! Heute am Donnerstag gehen wir um 10.00 Uhr von Bord und überlassen es der Werft für die Garantieinspektion. Zu Beginn der Osterwoche geht es dann zur viertägigen Linssen Osterfahrt und direkt anschließend auf große Tour.
Unser erstes Fazit der zehntätigen Einfahrt fällt überaus positiv aus. Heraus sticht das sehr wertige und stimmige Interieur mit seiner Liebe zum Detail. Die Fahreigenschaften, vorwärts wie rückwärts, und, vor allem bei Hafen-, Schleusen- und Wendemanövern, sind beeindruckend. Über den Verbrauch können wir nach den 23 Fahrstunden noch nichts sagen. Allerdings scheint es so, dass wir mit dem permanenten Betrieb der Heizung bei Weitem mehr Diesel verbraucht haben, als mit dem Fahren. Die Maschine ließen wir nach dem Warmwerden meist mit knapp 2.000 Umdrehungen laufen, was mit circa knapp 10 km/h Marschfahrt gut ausreichte, durch die meist ruhige Maas zu gleiten.
Für die frühe Zeit im Jahr war uns der Wettergott wider Erwarten gnädig gestimmt. Während der ersten drei Tage, mit fast sommerlichen Tagestemperaturen, hatten wir lediglich mit den kalten Nächten zu kämpfen. Auch die ersten Märztage waren nicht wirklich eine Herausforderung – kurzum, Glück gehabt! Allerdings wird es wohl für lange Zeit eine Ausnahme gewesen sein, vor Ostern „aufs Schiff“ zu gehen. Es war eine schöne Zeit, die Vorfreude „auf mehr“ mit unserer neuen Kato 2 macht. Der eine verloren gegangene Fender (da war wohl ein hektisch falsch geworfener Webeleinstek im Spiel) wird zu verschmerzen sein.
Unser letzter Fahrtag. Noch einmal eine kleine Rundfahrt damit wir auf die von der Werft vorgegebenen 25 Betriebsstunden kommen. Werden wir nicht ganz schaffen, aber das sollte wohl auch kein Problem sein. Es ist recht windig, 15 Grad in der Sonne, doch es schieben sich immer wieder Wolken dazwischen.
Wir fahren wieder auf der Maas und denken, dass das bis Maastricht möglich ist. Aber falsch gedacht. Am Südende von Ohé tauchen drei gelbe Bojen auf – Ende der schiffbaren Maas. Nach Maastricht geht es nur auf dem Julianakanal. Also wieder zurück. Wir beschließen nach Thorn zu fahren. Ein Aldi bietet die Möglichkeit noch ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen einzukaufen. Thorn ist, wie am letzten Dienstag auch, im Winterschlaf. Nur eine kleine Gruppe Jecken lässt sich beim Pannekoekenbakker blicken.
Abends an Bord startet der zweite Backofenversuch. Noch immer nicht nach Bedienungsanleitung perfekt, aber wiederum sehr lecker. Auflauf.
Rosenmontag. Am späten Nachmittag brechen wir nach Maasbracht auf. Lausig kalt und der Wind wird beständig stärker. Im Radio hören wir, dass im rheinischen Karneval Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen (z. B. keine Pferde in den Zügen). Auch bei uns wird es immer ungemütlicher. Und immer wieder kräftige Regenschauer.
Im Hafen in Maasbracht werden wir beim Festmachen richtig nass. Wieder unter Deck wärmt uns ein starker Tee und … die Sonne kommt raus. Aber wir wollen uns nicht beschweren, für Ende Februar/Anfang März hat es das Wetter ziemlich gut mit uns gemeint.
Sonntag in Roermond. Grau in grau, 12 Grad, weitgehend niederschlagsfrei. Unsere zwei Begleiter fahren wieder zurück nach Münster und Berlin. Nachdem wir Tobias zum Bahnhof gebracht haben, trinken wir mit Susanne noch einen Kaffee, dann geht es für sie wieder im IC-Bus nach Düsseldorf und dann mit der Bahn nach Münster. Beide, aber vor allem Tobias, hätten noch weiterfahren können. Waren aber natürlich auch ganz happy, bei der Jungfernfahrt dabei gewesen zu sein. Trotz tiefer Temperaturen.
Wir gehen zurück an Bord, machen etwas „klar Schiff“ und beschließen für eine weitere Nacht im Roermonder Hafen zu bleiben.
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