Ins Zentrum von Haarlem

Heemstede – Haarlem

Die vier Kilometer ins Zentrum von Haarlem sind schnell gefahren. Allerdings an der letzten Brücke müssen wir gefühlt eine halbe Stunde auf einen „Konvoi“ (angeführt von einem Ausflugsdampfer) hinter uns warten.

So passieren wir als Letzte die Brücke und sehen, wie uns andere Sportschiffe Liegeplätze „wegnehmen“. Aber, noch kein Problem in der Mittagszeit. An den Kais der Spaarne finden wir einen guten Platz am Rand der Altstadt. Liegeplatz- und Stromanmeldung gibt es über die App „Aan-uit“ (virtueller Hafenmeister), die wir seit letztem Jahr auf den Handys haben.

Die frühe Zeit wird mit einem ersten Stadtrundgang genutzt.

An die Küste nach Zandvoort

Heemstede

Ausflug an die Nordsee. Was „Scheveningen“ für Den Haag ist, ist „Zandvoort“ für Amsterdam – ein schnell erreichbares Seebad. Die seit 1881 verkehrende normalspurige Bahnstrecke führt bis auf 200 Meter an den Strand heran. Man erreicht Zandvoort (über Haarlem) von Amsterdam-Centraal in einer halben Stunde. Da wir aus der Haarlemer Vorstadt Heemstede kommen, sind es für uns nur 8 km mit dem Rad.

Aus dem ehemaligen Fischerdorf wurde 1828 (Bau des ersten Badehauses) ein beliebtes Seebad. 1948 wurde der Circuit Park Zandvoort – eine Motorsport-Rennstrecke – angelegt. Die vielen Hochhäuser, teilweise Plattenbauten, die für Touristen, aber auch für die Einwohner entstanden, haben den typisch niederländischen Baustil des Ortes weitgehend verdrängt. In einigen Nebenstraßen finden sich noch Reste des alten Fischerdorfes und an den Ausfallstraßen stehen einige prachtvolle Jugendstilvillen.

Gemaal De Cruquius

Heemstede

Fauler Sonntag. Lange geschlafen. Das Wetter ist gekippt. Nach einem verregneten Samstag heute frische 17 Grad, die Sonne zeigt sich nur spärlich.

Sonntagsausflug zum Pumpwerk De Cruquius (Gemaal De Cruquius) aus dem Jahr 1849. Es ist eines von drei historischen Dampfschöpfwerken, mit denen der Haarlemmermeerpolder in der niederländischen Provinz Nordholland trockengelegt wurde. Das Pumpwerk und die Ortschaft, in der es steht, wurden nach Nicolaus Samuelis Cruquius (1678 – 1754) benannt, einem berühmten, niederländischen Wasserbaukundigen. Es war bis 1933 in Betrieb, ab 1934 wurde es als Museum eingerichtet.

Wir sind pünktlich um 13.00 Uhr zur sonntäglichen „Theater“-Führung da. Leider nur auf holländisch aber mit sehr viel Verve von den vier SchauspielerInnen gespielt. Wir haben Spaß dabei. Höhepunkt: Die dampfgetriebene Pumpe ist noch im Original erhalten und wird (seit 2002 hydraulisch) in Betrieb gesetzt.

In die Vorstadt der Vorstadt, Heemstede

Leiden – Heemstede

Start in Leiden um 9.30 Uhr. Wetter: Klasse. Ziel Haarlem. Reger Betrieb von Sportbooten an den Brücken, wir können uns häufig anschließen und müssen so nur maximal fünf Minuten warten.

Die Fahrt geht über die Zijl und die Kager Plassen zur Ringvaart van de Haarlemmermeerpolder. Hier haben wir dann später über den Noordzeekanaal Anschluss an Amsterdam. Bis Haarlem sind es 29 km. Eine Strecke ohne besondere Vorkommnisse.

Mit Ausnahme unserer Raymarine-Plotterkarte; sie zeigt für die Ausfahrt aus Leiden mal wieder einen völlig blödsinnigen (Innenstadt-)Weg an. Im Plotter ist die „Navionics+ – Central and West Europe“ Karte installiert. Für die Navigation benutzen wir zur Unterstützung mittlerweile immer mehr die „Vaarkaart Nederland“, eine Smartphone- und Tablet-App, die preiswert für 7,99 € pro Jahr zu haben ist. Und für Übersicht und Details natürlich die gedruckten Karten.

In Heemstede (südlicher Vorort von Haarlem) finden wir einen kleinen Hafen mit Wasser und Strom. Mit Blick an Steuerbord auf eine große Weideinsel.

Leiden

Leiden

Eine Stadt in der Provinz Südholland mit 125.000 Einwohnern. Beachtliche Industrie- und Forschungsansiedlungen, u. a. Airbus SE, Stiftung Eurotransplant, der europäische Sitz von IKEA, Bio Science Park Leiden.

Daneben ist die Stadt bekannt durch ihre wirklich große Altstadt und die zahlreichen Grachten. Last not least, Rembrandts Geburtsstadt.

Die Uni Leiden (1575 gegründet, die älteste der Niederlanden) mit ihren aktuell 28.000 Studierenden ist mächtig stolz auf ihre Geschichte, ihre 16 Nobelpreisträger und die Absolventen der kgl. Familie (u. a. der heutige König Willem-Alexander).

Für einen Stadtrundgang brauchen wir die Räder nicht. Es ist alles sehr gut fußläufig erreichbar. Das Wetter ist super, um die 25 Grad, aber in der Sonne unangenehm heiß.

Glück in Leiden

Den Haag – Leiden

Von Den Haag nach Leiden. Erneut eine Kurzstrecke, 18 km. Allerdings wird die Ausfahrt aus Den Haag, die Durchfahrt in Leidschendam und die Einfahrt in Leiden von zahlreichen (und von uns nicht ohne Öffnung passierbaren) Brücken gebremst. Wieder erleben wir, dass sich über Marifon nichts tut. Also Telefonnummer aus dem dicken „Wateralmanak“ (der NL-Pflichtlektüre an Bord) raussuchen. Dann geht es. Die Städte in dieser Region gehen fast ineinander über. Es gibt nur sehr kurze Abschnitte unbebauter Landschaft.

In Leiden fahren wir fälschlicherweise zuerst einen Hafen an, der gar keine Passantenlieger vorhält und auch restlos besetzt ist. Wir bekommen den Tipp, in der Innenstadt den Passantenhafen anzufahren. Also wieder durch einige Brücken. Es wird eng und voll. Um 15.30 Uhr erreichen wir den Hafen und bekommen tatsächlich den vorletzten freien Platz. Glück gehabt.

Drei Abschiede

Den Haag

So./Mo. Am Sonntag verabschieden wir Renate, die nach einer Woche an Bord wieder nach Berlin zurückfährt. Uns kommt es so vor, als wäre sie gerade erst angekommen – so schnell vergeht die Zeit. Abends verabschieden wir uns von unseren beiden sehr sympathischen Hafenmeistern Irene und Jack, die ihre „Dienstwoche“ im Hafen beenden.

Und am Montag verabschieden wir uns von Den Haag. Mit einem Radausflug. Noch einmal quer durch die Stadt.

In The Summertime – Scheveningen

Den Haag

35 Grad, strahlend blauer, wolkenloser Himmel. Ein heißer Samstag. Ganz Den Haag drängt es zum Strand. Da wir, wegen Veteranenfeier in der City, nur extrem schlecht an die See kommen, bietet uns Jack (unser Hafenmeister) an, uns mit dem Auto zu bringen. Ein tolles Angebot, das wir dankend annehmen.

Madurodam – „Ausflug in die Vergangenheit“

Den Haag

Den Haag, amtlich auch ’s-Gravenhage, ist der Parlaments- und Regierungssitz der Niederlande und des Königreichs der Niederlande sowie die Hauptstadt der Provinz Südholland mit rund 540.000 Einwohnern. Seit 1831 ist die Stadt Residenz des Königshauses.

Von unserem Liegeplatz im Stadtteil Binckhorst müssen wir per Bus in die City. Den Haag überrascht mit einer sehr dynamischen, quirligen Stadtlandschaft. Vom Den Haag Centraal geht es zum superneuen Stadhuis. Erste Infos vom Tourist Information Center holen.

Mit der Tram 9 fahren wir in unsere „1974er Vergangenheit“, nach „Madurodam“. Ein Miniaturpark im Stadtteil Scheveningen. Er gilt als eine der größten touristischen Attraktionen der Niederlande. Die Anlage auf einem Areal von circa 18.000 qm enthält über 300 Modelle der wichtigsten Bauwerke, Landschaftsausschnitte und technischen Objekte des Landes im Maßstab 1:25. Hier waren wir schon einmal vor 45 Jahren mit unserem holländischen Freund Ferdinand (und Renate war als Kind 1963(!) hier).

Delfter Blau und weiter nach Den Haag

Delft – Den Haag

Da die Strecke, die wir heute fahren wollen (von Delft nach Den Haag), nur 8 km lang ist, nutzen Monika und Renate den Vormittag für den Besuch der Royal Delft Keramikfabrik. Royal Delft, gegründet 1653, ist die letzte original erhaltene Delfter Töpferei, die nach jahrhundertealten Traditionen immer noch Delfter Blau herstellt.

Mit unserer Einschätzung, dass wir anschließend schnell in Den Haag sind, liegen wir völlig falsch. Allein an der ersten Brücke müssen wir – wegen Brückenbau – bis 15.00 Uhr warten bis die nächste Vorbeifahrt freigegeben wird. Im weiteren Verlauf zieht sich das Ganze. Und in Den Haag angekommen, können wir kaum per Marifon kommunizieren, steigen aufs Telefon um – und landen letztendlich in einer „Sackgasse“ zwischen zwei nicht mehr passierbaren Brücken. Der angestrebte Passantenhafen (am Kai im Schipperskwartier) ist nicht mehr vorhanden.

Zum Glück gibt es in einem zweiarmigen Seitenhafen die Watersportvereniging „de Vlietstreek“ mit Passanten-Liegemöglichkeit. Die für uns nicht durchfahrbare Zugangsbrücke wird uns vom Hafenmeister nach Anruf freundlicherweise noch geöffnet. Am Anleger stellen wir fest, dass wir für die 8 km knapp 8 Stunden gebraucht haben.

Delft, Prinsenstad (Prinzenstadt)

Delft

Zwei Tage Zeit für Delft. Eine Universitätsstadt zwischen Den Haag und Rotterdam am südlichen Teil des Rhein-Schie-Kanals. Delft gehört zu den ältesten niederländischen Städten. Die Altstadt birgt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die von ihrer Vergangenheit als blühende Handelsstadt im Goldenen Zeitalter zeugen.

Die kleine Stadt hat ein gut erhaltenes, von Grachten durchzogenes historisches Stadtbild, das von Brabanter Gotik und Patrizierhäusern der Renaissance geprägt ist und den typischen Charakter altholländischer Städte bewahrt hat.

Geschichtlich ist Delft insbesondere durch Wilhelm von Oranien bekannt, der seine Residenz ab 1572 in die befestigte Stadt verlegte, wo er 1584 ermordet wurde. Er ist in der Nieuwe Kerk bestattet; in der Gruft der Kirche werden seither die Mitglieder der königlichen Familie beigesetzt. Delft führt daher den Beinamen Prinsenstad (Prinzenstadt).

Seit dem 17. Jahrhundert ist Delft für seine Keramikmanufakturen und die dort hergestellten Delfter Keramiken in delfts blauw bekannt. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Maler Jan Vermeer.

Weiter geht’s

Rotterdam – Delft

Vom Veerhaven ist es nur ein kurzer Bogen auf der Nieuwe Maas zur Schleuse im Parkhaven. Die Maas ist ungewöhnlich ruhig und wenig frequentiert am Montagvormittag. Zum nächsten Ziel, Delft, sind es nur 18 km. Ein ruhiger, völlig entspannter Mini-Törn.

Rotterdam, der letzte Tag

Rotterdam

Samstagnachmittag bekommen wir Besuch. Mit kleiner bahntechnischer „Umleitung“ über Amsterdam trifft Renate aus Berlin am Rotterdam Centraal ein.

Sonntag. Am letzten Tag in der Metropole gibt es noch eine Mini-„Best-Of-Tour“. Durch die City mit der Tram, durch den Hafen mit einem „Spido“-Ausflugsschiff.