Zu Gast bei Freunden

Düsseldorf

Mo./Di., 20./21.09.2021, wir quartieren uns für die nächsten Tage bei Petra und Hanno ein, also vom Hafen die 11 Kilometer per Rad in den Süden nach D-Wersten. Direkt auf dem Weg, in D-Carlstadt, klappt es mit einer spontanen Verabredung mit Monika N. auf einen längeren Kaffee. Schön, sich mal wieder persönlich austauschen zu können.

Wichtigste, erste Handlung am Nachmittag bei Petra: Wählen! Die von ihr aus Berlin mitgebrachten Briefwahlunterlagen werden ausgefüllt und feierlich in den nächsten Briefkasten eingeworfen. Es sind ja nur noch fünf Posttage bis zum Wahltag.

Das Thema „Reserve-Gasflasche“ nimmt den Rest des Nachmittags ein. Obi und Bauhaus werden mit Petra per Auto abgeklappert. Keine vollen „Campingaz 907“ vorhanden! Wir gewinnen nach einem weiteren, erfolglosen Telefonat den Eindruck, dass Düsseldorf nicht der Ort für unsere Austauschaktion ist und brechen ab.

Der Abend gehört Elvira und Misch. Einer Einladung zum Abendessen als Dankeschön für ihre Aufenthaltsmöglichkeit bei uns in Rixdorf folgen wir mit Petra zusammen (Hanno hatte leider keine Zeit) sehr gern. Das Atelierhaus in Unterbilk fasziniert uns. Eine einmalige Atmosphäre im Erdgeschoß und ein riesiges, lichtdurchflutetes Atelier darüber. Elvira zaubert ein opulentes, hervorragendes 4-Gänge-Menü auf den Tisch. Misch führt uns in einer Pause durchs Atelier. Ein sehr schöner, unterhaltsamer Abend, der erst spät endet.

Am Dienstag ein Wiedersehen mit Axel im Bistro Zicke, bei dem wir auch zufälligerweise auf Axels alte Freundin Christiane treffen. So lernt man/frau sich endlich mal kennen.

Monika ist mit Petra zum Hafen, da wir so langsam unser Ladegerät für die Fahrräder vermissen. Ein kleiner Ausflug zum Südpark und ein köstliches Essen am Abend zu viert runden den Tag ab.

Déjà-vu: Zwei Etappen bis Düsseldorf

Koblenz – Köln – Düsseldorf

Sa./So., 18./19.09.2021, die rund 160 Flusskilometer von Koblenz bis Düsseldorf werden in zwei problemlosen Etappen (97 km bis Köln und weitere 60 km bis Düsseldorf) bewältigt. Die Strömung sorgt bei 1800 U/min für einen spritsparenden, flotten Reisedurchschnitt von über 15 km/h.

Das schöne Wetter und das Wochenende sorgen für lebhaften Verkehr auf dem Rhein. Zumal es für die Berufsschifffahrt kein Wochenende gibt.

Von der Mosel auf den Rhein

Winningen – Koblenz

Mi.-Fr., 15.-17.09.2021, bereits nach 12 Kilometer sind wir an der letzten Moselschleuse Koblenz. Ohne Wartezeit geht es durch. Dann noch zwei Kilometer den Rhein zu Berg und in den Seitenarm „Rheinlache“. Wir sind sehr früh im Hafen und bekommen einen der recht wenigen Gäste-Liegeplätze.

Am Mittwoch sind ein paar Notwendigkeiten zu erledigen, so zum Beispiel der Kartenkauf für die Bahn nach Berlin für die beiden Renates. Der Rückweg vom Koblenzer Hauptbahnhof bietet die Möglichkeit einer Mini-Stadtführung. Im Weindorf Koblenz, das uns im vorigen Jahr zwar mit gutem Essen aber unangenehm langer Wartezeit in Erinnerung ist, testen wir schon mal, wie es aktuell um die Schnelligkeit steht. Sie nutzen ihre zweite Chance und wir reservieren einen Tisch für den Donnerstagabend für unser gemeinsames Abschiedsessen.

Am Donnerstag fahren die drei Frauen auf die Festung Ehrenbreitstein. Das Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein präsentiert zusammen mit dem Landesmuseum Koblenz: „Das geheime Wirken der Dinge. Esskulturen – eine forschende Ausstellung“. Die drei sind von den Exponaten begeistert. Ein großer Spaziergang auf der Festung mit Kaffeepause runden den Besuch ab. Zurück in Koblenz betätigt sich Monika noch als ortskundige Stadtführerin durch die Stadt (natürlich nicht ohne Zwischenhalt an der Koblenzer Super-Eisdiele „eGeLoSIa“).

Da sich das Ganze zieht, kommen sie nicht zum Boot zurück. Wir treffen uns direkt im Weindorf zum Abendessen. Essen, Trinken, Quatschen … ein Rückblick auf die vergangenen neun gemeinsamen Tage fällt übereinstimmend ausgesprochen positiv aus. Am nächsten Morgen bringt ein Taxi die beiden zum Hauptbahnhof, dann geht es für sie zurück nach Berlin – es hat uns Spaß mit euch gemacht.

Letzte Station auf der Mosel, Winningen

Cochem – Winningen

Di./Mi., 14./15.09.2021, die letzte Etappe auf der Mosel führt uns nach Winningen. Hier reservieren wir in einem recht großen Yachthafen einen Liegeplatz. Erstens, um am Dienstag möglichst früh in Koblenz anzukommen (der Wunschliegeplatz „Rheinlache“ nimmt keine Reservierungen an) und zweitens, um vor dem Rhein noch mal voll zu tanken.

Winningen ist ein kleines Winzerdorf (mehrfacher Gewinner von Dorfwettbewerben wie „Unser Dorf hat Zukunft“) und rühmt sich, eines der schönsten Dörfer Deutschlands zu sein. Der Weinhex­brunnen, umgeben von einem Fachwerkensemble, spielt auf die Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert an. Oberhalb des Ortes auf dem Hexenhügel erinnert das derzeit älteste bekannte Denkmal aus dem Jahr 1925 an die Opfer der Hexenverfolgungen an diese Zeit.

Auf unserem Spaziergang, mit Eispause auf dem Marktplatz, erklingt über Lautsprecher plötzlich laute Marschmusik und danach eine Durchsage: „Das Rathaus ist zur Zeit telefonisch nicht erreichbar“. Auf unsere Nachfrage bei einem Anwohner wird uns erklärt, dass es in Winningen seit 70 Jahren einen „Ortsrundfunk“ – als einzige Gemeinde in Deutschland – über rund 200 an Gebäuden montierten Lautsprechern gibt. Von Montag bis Samstag werden gegen 12 Uhr und 17 Uhr öffentliche Bekanntmachungen und private Durchsagen somit für jeden im Ort hörbar durchgegeben. Die privaten kosten pro Ausruf sieben Euro und können über das Gemeindebüro gebucht werden. Social Media mal ganz anders.

Cochem im Spätsommer

Traben-Trarbach – Cochem

So.-Di., 12.-14.09.2021, eigentlich sollte es nur eine Minitour von Traben nach Zell werden. Den Heimatort der „Zeller Schwarze Katz“ haben wir aus dem vorigen Jahr noch in guter Erinnerung. Wir sind recht früh in Zell, aber leider sind die wenigen Stadtanleger alle belegt. Da das Wetter prächtig und die Stimmung an Bord gut ist, fahren wir kurzerhand nach Cochem durch.

Auch der Stadthafen in Cochem hat sich nicht verändert. Wohl wissend, dass es im kleinen Hafenbecken keinen Wasseranschluss gibt, wird vor der Einfahrt draußen Wasser gebunkert. Am Innenkai liegen wir weit weg vom einzigen Stromkasten. Also Umparken am nächsten Vormittag. 

Durch die längeren Aufenthalte im Vorjahr sind wir etwas „Cochem-müde“. So ziehen die beiden Renates auf eigene Faust durch die quirlige Mosel-Metropole. Wir nutzen die Fahrräder zum Einkaufen, ansonsten wird auf dem Boot gefaulenzt.

Daheim in „Österreich“

Bernkastel-Kues – Traben-Trarbach

Fr.-So., 10.-12.09.2021, da wir auf jeden Fall sicherstellen wollen, dass der Anleger am Litziger Lay nicht belegt ist, hatten wir uns schon frühzeitig aus Monaise telefonisch bei David angemeldet. Die Etappe von Bernkastel nach Traben-Trarbach ist erneut eine Sonnentour an altbekannten Weinanbaugebieten vorbei ohne jegliche Komplikationen.

Am Freitag erreichen wir den für uns freigehaltenen Anleger an unserem österreichischen Lieblingsrestaurant. Es war fast so, wie wieder nach Hause zu kommen. Im Restaurant sind für den Abend, auch durch eine große Geburtstagsgesellschaft bedingt, alle Tische belegt. Für den Samstagabend ist uns ein Tisch sicher, wir haben einen schönen Abend und die Gelegenheit bis spät in die Nacht mit Ines und David zu plaudern. Die beiden sind von den zwei katastrophalen Hochwassern in 2021 und den Auswirkungen des zweiten Coronajahrs ziemlich geschafft, wollen aber, immer nach dem Motto „schlimmer kann es gar nicht mehr werden“, auf jeden Fall weitermachen.

Monika und Renate spazieren durch Trarbach und kommen mit, nein nicht Wein, sondern mit einem (gift)grünen Pistazienlikör zurück. Beide Renates erkunden dann am Samstag Traben noch ausführlicher während wir uns auf dem Boot eine Auszeit nehmen.

Der Hochsommer ist zurück

Schweich – Neumagen-Dhron – Bernkastel-Kues

Mi./Do., 08./09.09.2021, wir haben uns einen kleinen Fahrplan für die Tour bis Koblenz mit den beiden Renates zurechtgelegt. Von Schweich starten wir in zwei Etappen bis Bernkastel-Kues. Das Wetter ist fantastisch. Richtig Sommer, aber auf dem Wasser nicht zu heiß.

Im Hafen von Neumagen-Dhron hat sich nichts geändert. Die Hafenmeisterin ist unfreundlich bis pampig, die Liegegebühr die teuerste auf der gesamten Mosel/Moselle. Es bleibt ausreichend Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den kleinen, ältesten Weinort Deutschlands. Abends wählen wir den naheliegenden „Italiener“ (mit den viel zu großen Pizzen), den wir schon vom vorigen Jahr kennen.

Am Donnerstag eine Ministrecke nach Bernkastel-Kues. Mit dem Vorteil, dass wir fast den ganzen Tag für einen ausgedehnten Ausflug zur Verfügung haben. Monika konnte sich erinnern, dass direkt an der Mosel letztes Jahr ein Boot an einem Einzelanleger eines Hotel und Restaurants lag. Also ran den Anleger und fragen. Volltreffer. Er ist frei und kostenlos („sie würden sich freuen, wenn wir zum Essen kommen“). Bevor wir anlegen, fahren wir noch zum Wasser bunkern in den Hafen im Seitenarm.

Für den Aufstieg zur Burg Landshut gönnen wir uns den „Berg-Express“. Ein alter 911er Mercedes-Allrad-LKW, der die Burgruine in knapp 20 Minuten geräuschvoll aber mühelos erreicht. Die Burgruine steht an der Stelle eines spätrömischen Kastells (4. Jh). 1692 wurde die Höhenburg durch einen unglücklichen Brand zerstört und seither nie wieder aufgebaut. Seit 1920 ist sie im Besitz der Stadt. Der begehbare Bergfried bietet einen herrlichen Ausblick ins Moseltal.

Nach einem ausgiebigen Stadt-(Shopping-)bummel durch den Altstadtkern von Bernkastel lösen wir unser Abendessen-Versprechen beim Hotel „Rosi“ mit einer Runde Pfifferling-Gerichten ein.

Urlaub vom Urlaub

Trier-Monaise – Schweich

Sa.-Di., 04.-07.09.2021, Trier-Monaise ist für uns Urlaub vom Urlaub. Kein Programm, kein Ausflug nach Trier, nur lange schlafen und rumtrödeln. Die größte Aktion ist am Montag noch ein kleiner Bootsputz und ein abendliches Essen beim naheliegenden „Zum Moselaner“. Es wird sich noch bemerkbar machen, dass wir die vor uns liegende Strecke nun innerhalb eines Jahres zum dritten Mal befahren.

Am Dienstag brechen wir nach Schweich auf. Wieder Wartezeit vor der Schleuse Trier, deren zweite, dringend benötigte, Kammer immer noch im Bau ist. Der Rest ist schnell zurückgelegt.

In Schweich ärgern wir uns abermals über die schlechte Hafenorganisation – unser zugesagte Liegeplatz wurde zweimal vergeben. Allerdings waren wir schneller, das folgende Charterboot musste sich in eine enge Box quetschen. Das zum Hafen und Campingplatz zugehörige Restaurant „Am Fährturm“ ist auf Masse angelegt. Ein kleiner Mittagsimbiss war ok, aber wirklich nichts Besonderes.

In Schweich sind wir mit den beiden Renates verabredet, die uns jetzt bis Koblenz begleiten werden. Sie treffen nach einer 11stündigen Bahnfahrt aus Berlin um 20.30 Uhr im Hafen ein. Abendessen an Bord und noch langes Quatschen.

Über Luxemburg nach Trier-Monaise

Metz (F) – Schwebsange (L) – Trier-Monaise (D)

Mi.-Fr., 01.-03.09.2021, wehmütig verabschieden wir uns für dieses Jahr von Frankreich. Die Menschen, die Landschaft, die Ruhe – das jederzeit spürbare Laisser-faire der Franzosen hat uns eingenommen. Obwohl wir noch gute sechs Wochen unterwegs sein werden, träumen wir bereits von einer weiteren Frankreichtour in 2022.

Der erste Streckenabschnitt, Metz – Schwebsange, bringt uns ohne Probleme über 50 km ins Dreiländereck nach Luxemburg. Im recht großen Hafen von Schwebsange wäre eine Voranmeldung gut gewesen. Ein dänischer „Konvoi“ von fünf Booten hatte sich einen großen Teil des Visiteur-Kais gesichert. Aber wir bekommen noch einen Platz. Brauchen wir auch, da wir unbedingt tanken müssen.

Zufall, auf den Tag genau vor einem Jahr waren wir ebenfalls hier. Der Tag ist durch viele Geburtstagstelefonate geprägt, die dann doch mal am Vormittag für einen schönen Radausflug unterbrochen werden müssen. Das steuerfreundliche Luxemburg sorgt für preiswertes Tanken (Diesel 1,23 €/l) und unglaublich billige Zigaretten (sie kosten im Vergleich zu Frankreich nur die Hälfte). Von den zwei Restaurants im Hafen entscheiden wir uns für das kleinere, das Luxemburger Spezialitäten anbietet. Kniddelen (Mehlspeise) und Gromperekichelcher (Reibekuchen/Kartoffelpuffer) waren nur zum Teil super lecker und wir wissen nicht genau, ob es an der Küche oder am Gericht generell lag.

Am Freitag geht’s im Sauseschritt auf der 40 Kilometer langen Grenzmosel nach Trier-Monaise. Bei der telefonischen Voranmeldung müssen wir lange verhandeln bis uns ein Platz zugesagt wird. Wir wollen unbedingt nach Monaise, da im zweiten Hafen, Konz, nur Dalbenplätze (Bug am Steg, Heck an Dalben oder umgekehrt) vorhanden sind und wir so nicht unsere Räder von Bord kriegen. In Monaise hat uns der Hafenmeister eine Lücke am Längsanleger geschoben, in die wir zentimetergenau reinpassen. Ende gut, alles gut.

Metz. Schön, wieder hier zu sein

Metz

So.-Mi., 29.08.-01.09.2021, da wir in Metz schon 2020 für vier Tage waren, beschränken wir uns im diesjährigen Blog auf die Dinge, die wir neu erfahren haben. Für alle, die mehr über Metz wissen wollen, klicken hier, um direkt auf die 2020er Blog-Einträge zu gelangen.

In diesem Jahr sehen wir Metz mit etwas anderen Augen. Es ist so ein bisschen wie die Reise in eine wohlbekannte Ferienwohnung. Der Drang nach „Sehenswürdigkeiten“ ist nicht mehr da. Und um zur Markthalle oder zum Museum zu kommen, muss kein Handy-Navi aufgerufen werden. Es ist einfach schön, wieder hier zu sein.

Highlight ist (wieder einmal) das Centre Pompidou-Metz. Die Ausstellung „Chagall. Le passeur de lumière“ (Überbringer des Lichts) hat am Montag ihren letzten Tag, bevor sie ins Chagall Museum Nizza weiterzieht. Die von Chagall geschaffenen Buntglasfenster sind zum ersten Mal an einem Ort vereint und werden gemeinsam mit einer bedeutenden Zahl von Gemälden, Skulpturen, Keramiken und Zeichnungen aus den Sammlungen des Centre Pompidou, des Musée National Marc Chagall in Nizza, internationalen Museen und Privatsammlungen gezeigt. Wir finden, eine sehr gelungene Ausstellung.

Eine echte Überraschung und überaus spannende zweite Ausstellung im Museum, „Face à Arcimboldo“ (Arcimboldo von Angesicht zu Angesicht) verkörpert den aktuellen Stand der Kunst durch die Augen von 130 Künstlern, die sich bei ihrer Auswahl von dem – vermuteten, unbewussten oder fantasierten – Einfluss leiten ließen, den der lombardische Meister auf ihr Denken und ihre Kunst hatte.

Die Tage in Metz vergehen wie im Flug. Kleine Ausflüge in die Stadt und Einkäufe im Marché Couvert. Es gelingt uns sogar in einem Fachgeschäft eine Backform für Madeleines zu erwerben (als Souvenir und Ansporn, sie zuhause selber zu backen). An unserem letzten Abend in Metz, und damit auch in Frankreich, gehen wir auf Empfehlung des Hafenmeisters in ein gutes, preiswertes Restaurant in der Altstadt, Le Bistrot de G. – excellent!

In einem Rutsch nach Metz

Nancy – Metz

Sa., 28.08.2021, ob wir die Strecke von Nancy bis nach Metz (65 km) in einem Schlag schaffen (wollen), ist bei Abfahrt nicht klar. Ein möglicher Zwischenhalt auf halber Strecke, in Pont-à-Mousson, wird vorsichtshalber mal eingeplant.

Aus Nancy über den Canal de la Marne au Rhin (Ostabschnitt) zurück auf die Moselle. Das zieht sich wieder. Knapp zwei Stunden später sind wir durch. Dann geht es allerdings prima voran. Mal abgesehen von einer längeren Wartezeit an einer Schleuse (auf ein uns folgendes Sportboot). Auf den restlichen Moselschleusen werden wir dann als „Zweierpack“ weitergereicht. Immer freie Einfahrt, wenn wir in Sichtweite der Schleuse kommen. Bis auf einen uns entgegenkommenden Frachter ist kein Schiffsverkehr auf der Moselle feststellbar.

Als wir Pont-à-Mousson erreichen, ist es erst kurz nach 13.00 Uhr und wir beschließen durchzufahren. Um 17.00 Uhr erreichen wir den Port de Plaisance in Metz. Der Hafen ist maximal zur Hälfte belegt. Wir können, wie im Vorjahr, am Seitenanleger festmachen. Der Tag war etwas kühl und sehr unbeständig. Am Abend regnet es. Wir sind froh, dass wir nun einen zusätzlichen Trödeltag in Metz „erfahren“ haben. Unsere Vignettenverlängerung für Frankreich beginnt heute und hat sieben Tage Gültigkeit.

Culture à Nancy

Nancy

Do./Fr., 26./27.08.2021, wir buchen spontan noch einen Tag in Nancy dazu und verschieben unsere Weiterreise auf Samstag.

Unser kleines Kulturprogramm startet am Donnerstag mit den beiden „l’Art Nouveau“-Häusern, dem „Musée de l’École de Nancy“ und der „Villa Majorelle“. Unter den verschiedenen globalen Jugendstilströmungen, die um 1880 entstanden sind, platzierten die Künstler der École de Nancy-Bewegung die Stadt ab Anfang des 20. Jahrhunderts in die Top-Five-Liste europäischer Metropolen. Talentiert, kreativ, originell, vielseitig, Gallé, Majorelle, Prouvé, die Brüder Daum, Gruber, André, Weissenburger (u. v. a.) sind hauptsächlich von der lokalen Flora inspiriert.

Die Villa Majorelle, nur 600 m von der Schule entfernt, ist das Flaggschiff der Jugendstilarchitektur in Nancy. 1902 vom gelernten Möbeltischler und Industriellen Louis Majorelle bezogen, steht sie seit 1996 unter Denkmalschutz. Die Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten gehen derzeit mit der Fertigstellung des zweiten Obergeschosses in die letzte Phase. 2022 soll es komplett wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Am Freitag zum Place Stanislas ins Musée des Beaux-Arts. Die verschiedenen Kunstströmungen des 14. bis 21. Jahrhunderts sind hier vertreten. In den Gemäldesammlungen finden sich Namen wie Perugino, Tintoretto, Caravaggio, Rubens, Delacroix, Monet, Modigliani, Dufy, Picasso u.w. Ein Rundgang führt allmählich hin zu Werken zeitgenössischer französischer bzw. ausländischer Künstler. Bei den Bildhauern trifft man auf Rodin, Maillol, Zadkine, César, Dietman. Die Glassammlung Daum bietet dem Besucher einen Überblick über die hundertjährige Tradition der berühmten Glasherstellung in Nancy.

Nancy, die facettenreiche Herzogsstadt

Nancy

Di./Mi., 24./25.08.2021, um es gleich vorwegzunehmen, Nancy begeistert uns. Die ersten zwei Tage bei strahlendem Sonnenschein geht es kreuz und quer durch die Stadt. Wir haben uns nicht wirklich eine Strategie zurechtgelegt, wie wir für uns Nancy erobern können. Von einer Fahrt mit der Touri-Bimmelbahn mal abgesehen.

Während die Bevölkerung von Nancy nur ca. 105.000 Einwohner beträgt, leben im Arrondissement Nancy ca. 415.000. Bemerkenswert dabei, der hohe Anteil an Studenten. Zwei Universitäten und ein polytechnisches Institut (bestehend aus 10 nationalen Hochschulen) wurden 2011 zu einer einzigen Universität von Lothringen fusioniert. Die 58 Einrichtungen für 60 000 Studenten befinden sich zu 60 % im Großraum Nancy und 40 % in Metz. Kurzum, Nancy ist dynamisch und jung.

Für den Tourismus zählen andere Werte: Nancy, die Hauptstadt der Herzöge von Lothringen, weltbekannt für ihr architektonisches Ensemble aus dem 18. Jahrhundert, welches seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt: darunter der Place Stanislas, der Place de la Carrière sowie der Place d’Alliance. Neben dem städtebaulichen Ensemble glänzt Nancy auch mit seinem kulturellen Erbe, denn der französische Jugendstil, die Art-Nouveau-Stilrichtung, hat hier Schule gemacht. 

Wir freuen uns auf Nancy

Toul – Nancy

Mo., 23.08.2021, grau in grau, kühl und Nieselregen. Die rund 35 Kilometer nach Nancy sind etwas tricky – zumindest, wenn man zum ersten Mal diese Strecke fährt. Von den zwei Möglichkeiten, von Toul nach Nancy zu kommen, entscheiden wir uns für die etwas kürzere Nordroute. Also, auf die Moselle, dann zu Tal bis Pompey und zum Abzweig Frouard nach Nancy.

Das Befahren der unterschiedlichen Wasserstraßen ist unproblematisch und wird von den beteiligten Schleusenwärtern freundlich und hilfreich begleitet. Die kurze Strecke auf der Moselle lässt uns tief durchatmen. So gut wie kein Schiffsverkehr und eine himmlische Ruhe. Ein teilweise riesiger Flusslauf fängt uns, trotz Nieselregen, mit einer fantastischen Stimmung ein.

Nach dem Abbiegen auf den Zweigkanal zum Hafen Nancy-Frouard und dem Rhein-Marne-Kanal (Ostabschnitt) erhalten wir an der Schleuse Clévant wieder eine Télécommande. Die letzten Kilometer bis zum Yachthafen Nancy gibt es zwar keine Schleusen mehr, es müssen jedoch (automatisch) Brücken gehoben werden.

Unser Eintreffen am Hafen ist mit ein wenig Zähneknirschen verbunden. Er ist sehr voll und wir werden wieder in eine Box mit „halbem Anlegesteg“ geschickt. Dieses Mal finden wir uns jedoch besser mit der Situation zurecht, zumal die Boxen breiter und die Stege stabiler sind. So können auch die Räder unkompliziert von Bord.