Maasbracht – Maastricht – Antwerpen
08. bis 11.05.2022. Die Bahnverbindung von Berlin nach Maasbracht zieht sich (Berlin – Duisburg – Viersen – Venlo – Roermond – Maasbracht), der letzte Abschnitt per Bus. Die Bahn gerät bereits auf der ersten Strecke (Duisburg) in Verzug. Alle weiteren Anschlüsse können wir knicken. Unterm Strich stehen von Tür zu Tür lange elf Reisestunden .
Aber, was soll’s. Jetzt sind wir wieder auf dem Kahn. Eine neue Zeitrechnung beginnt. Am Sonntag noch ein paar vergessene Lebensmittel einkaufen (ja, das geht in NL) und am Montag starten wir nach Maastricht. Übernachtung am Maas-Anleger an der Wilhelminabrug. Maastricht kennen wir gut und lassen es dieses Mal kurzerhand links liegen. Ziel ist es, in zwei Etappen zügig Antwerpen zu erreichen.
Wir schlagen die Warnung eines Bootsnachbarn (auf unserer 2019er Tour), nicht über den Albertkanaal zu fahren, in den Wind. Wir wollen einfach auf dem schnellsten Weg nach Antwerpen. Unsere 2019er Strecke durch die flämische Provinz (über die Zuid-willemsvaart sowie Turnhout und Schoten) war vor drei Jahren genau die richtige Entscheidung. Der Albertkanaal ist eine Güterschiff-Autobahn durch ödes, vielfach hässliches Industriegebiet. Auf unserem Weg ist uns kein einziges Sportboot entgegengekommen!
Die sechs Schleusen sind alle gleich ausgestattet. Je eine große sowie zwei kleinere Kammern. Das Schleusen geht einigermaßen reibungslos. Wir schwimmen mit den Frachtern fast im Gleichtakt. Nur ein Problem, wo am Tagesende anlegen? Zwei Yachthäfen befinden sich strategisch ungünstig mehr am Anfang und am Ende des Kanals. Sportbootanleger im Mittelbereich sucht man vergeblich. Unser erster Etappentag am Dienstag, 10.05., endet mit Einbruch der Dunkelheit direkt hinter der Schleuse Olen. Hier reihen wir uns in die zahlreichen Frachtschiffe an den Anlegern im großen Schleusenvorhof ein und fallen hundemüde in die Kojen. Für die ungefähr 87 km samt sechs Schleusen stehen volle 12 Stunden auf dem Zettel.
Allerdings, die gestrige „Gewalttour“zahlt sich aus. Heute, Mittwoch, ist der relativ kleine Rest bis zum Zielhafen Antwerpen Willemdok schnell gemacht. Nach der letzten Schleuse (Wijnegem) melden wir uns telefonisch beim Hafenmeister an. Er fragt, wo wir sind und meint, in etwa einer Stunde stehen wir vor der Siberiabrug, die uns mit der nachfolgenden Londenbrug den Zugang zum Hafen ermöglicht.
In der Anfahrt auf die Siberiabrug, werden wir über Marifon vom Brückenwärter angerufen. Er will wissen, ob wir zum Willemdok wollen. Dann aber schnell, er müsste sich beeilen, in seiner Betreuungsreihenfolge steht gleich danach auch die Londenbrug an. Wir sind restlos begeistert, dass „unser“ Hafenmeister uns an den Brücken angekündigt hatte. Zusammen mit zwei weiteren ankommenden Booten werden wir vom Hafenmeister mit seinem kleinen, schnellen Dingi auf die freien Boxen verteilt. Perfekt.
Kurz nach 13 Uhr melden wir uns für die nächsten sechs Tage im Hafenmeisterbüro an. Die Räder kommen von Bord genommen und wir touren völlig entspannt bei strahlendem Sonnenschein durch Antwerpen.













