Zuhause in Brandenburg adH

Genthin – Brandenburg an der Havel

Mittwoch/Donnerstag. Von Genthin sind wir im Nu in Brandenburg. Leichter Regen, der erst am frühen Abend aufhört. Wie schon an anderer Stelle mehrfach gesagt, die Stadt ist ein bisschen wie unser zweites bzw. drittes Zuhause. Wir fühlen uns einfach wohl hier.

Donnerstag ist Ausschlaf-, Blog- und Bummeltag. Der Spätsommer ist zurück. Nur ein kleiner Spaziergang über das ehemalige Buga-Gelände ist zutiefst enttäuschend. Das komplette Gelände am Hafen (bis auf den Spielplatz) ist trostlos; ein Nachnutzungskonzept ist nicht im Ansatz erkennbar. Schade.

In zwei Etappen nach Genthin

Wolfsburg – Burg – Genthin

Montag/Dienstag. Am Montag von Wolfsburg (km 246,7) nach Burg (km 333). Jetzt darf auch die Kato 2 zum ersten Mal die Elbe im Trog überqueren. An der anschließenden Schleuse Hohenwarthe werden wir von der Wasserschutzpolzei Magdeburg (an der Wartestelle, per PKW) kontrolliert. Führerschein und Bootspapiere. Die Beamten scheinen sich aber mehr für unsere Kato als für die vollständige Kontrolle (u. a. Schwimmwesten, Funkschein etc.) zu interessieren.

Inzwischen hat der Schleusenwärter ein Einsehen mit uns. Da kein Berufsschiff weit und breit zu sehen ist, holt er uns eine der beiden riesigen Schleusenkammern leer hoch und schifft uns alleine(!) runter. Das passiert nun wirklich sehr selten und katapultiert den Schleusenwärter auf Platz eins der freundlichsten!

Der kanalseitige Sportbootanleger in Burg ist absolut ok. Wir nutzen ihn nur zur Übernachtung.

Dienstag wieder eine Kurzstrecke, nach Genthin (km 363,9). Wir wollen einkaufen. Zusätzlich machen mir meine Ohren wieder zu schaffen. Wie in Antwerpen suche ich einen HNO-Arzt raus, rufe an und bekomme sofort(!) einen Termin. Also aufs Rad und hin. Nach 1 1/2 Stunden ist alles wieder ok (warum geht das eigentlich in Berin nicht so schnell?).

Kalle geht in Braunschweig wieder von Bord

Hannover – Braunschweig – Wolfsburg

Samstag/Sonntag. Bei schönem Wetter am Samstag von Hannover (km 163,5) nach Braunschweig (km 217,5). Kalle fährt seine letzte Schleuse (Anderten) und wir erreichen den kleinen Yachthafen des BMC Braunschweig am frühen Nachmittag. Mit Glück ergattern wir den letzten freien Gastliegeplatz.

Im Gegensatz zum Hafen in Hannover ist der Hafen des BMC mit einem absenkbaren Tor zum Kanal geschützt. In Hannover haben uns die vorbeifahrenden Berufsschiffe stets kräftig gegen die Stege und Dalben geknallt.

Sonntag heißt es dann auch schon wieder, Abschied von Kalle zu nehmen. Für ihn ist es nur eine einstündige Bahnfahrt von Braunschweig bis zu seinem Zielbahnhof Seesen.

Wir fahren weiter. Eine kleine Strecke bis Wolfsburg (km 246,7). Hier ist im Hafen schon deutliche Leere. Den netten „Hafenitaliener“ aus dem letzten Jahr gibt es nicht mehr. Sein Nachfolger hat erst vor einigen Tagen neu eröffnet und ist mit einer arg eingeschränkten Küche noch im „Versuchsaufbau“. Essen ok, mit Sonnenuntergang auf der Terrasse.

Minden, mit Abstecher zum Kaiser

Minden

Donnerstag, Minden Sightseeing. Unser Tag wird von Brigitte und Thomas in die richtigen Bahnen gelenkt. Der Wunsch, zur Porta Westfalica zu fahren, um uns das „neue“ Kaiser-Wilhelm-Denkmal anzusehen, ist mit logistischen Schwierigkeiten verbunden. Die Busverbindungen dahin gehen noch so einigermaßen. Aber nur bis zum Fuße des Denkmals. Der Shuttlebus hinauf fährt nur Sonn- und Feiertags! Also bringt uns Brigitte um 15 Uhr hoch und um 17 Uhr holt uns Thomas nach der Arbeit oben wieder ab. Welch ein Luxus. Danke an die Beiden!

Unser Bummel führt uns zur malerischen „Oberen Altstadt“ mit dem Mindener Museum. Die Sonderausstellung  „Neues Sehen – Neue Sachlichkeit. Fotografische Positionen in Westfalen vom Bauhaus bis heute“ zeigt westfälische Impulse auf die klassische Moderne im Bereich der Fotografie. Neben einer stadtgeschichtlichen Dauerausstellung gibt es noch „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 l 19“ Eine Ausstellung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Alles in Allem vielfältig und sehr ordentlich aufbereitet.

Um 15 Uhr zum vereinbarten Abholplatz und dann zum Denkmal. Die Zeit vergeht wie im Fluge und der Tag endet mit einem gemütlichen, gemeinsamen Abendessen im „Hafenblick“ in der Marina. Schade, dass wir unseren Besuch nicht auf das Wochenende legen konnten.

Zwei Fahrtage bis Minden

Recke – Bad Essen – Minden

Dienstag/Mittwoch. Zwei relativ ereignislose Fahrtage.

Dienstag vom Recker Yachthafen (km 12,8) bis zur Marina Bad Essen (km 61,3). Der Hafen hat sich wieder etwas weiterentwickelt. Der große alte Speicher ist abgerissen, weil sich kein Investor hat finden lassen. Die Neubauten direkt am Hafen gehen in die letzte Fertigstellungsrunde. Noch sind längst nicht alle Wohnungen verkauft und/oder vermietet. Für uns ist Bad Essen immer ein willkommener Stopp, um im absoluten Nahbereich Getränke und Lebensmittel zu bunkern.

Mittwoch geht es nach Minden. Wir melden uns telefonisch an, da uns Thomas vor einem möglichen Liegeplatz-Engpass gewarnt hat. Wir haben Glück, wir können kommen. Kurze Strecke, der MYC Minden liegt bei km 97,0. Am späten Nachmittag schaut Thomas vorbei, um uns Tipps für unseren morgigen Ausflugstag zu bringen. Es sieht nach einer perfekten Recherche und Planung aus.

Erster Fahrtag mit Kalle

Münster – Recke

Im Nieselregen geht es aus Münster raus. Wir bekommen ziemlich schnell die Möglichkeit hinter zwei Berufsschiffen in die Münsteraner Schleuse einzufahren.

Bis fast zum Mittellandkanal bleiben wir hinter den Frachtern. Aber fahren dabei recht flott. Bis zum Recker Hafen sind es noch knapp 13 km. Der Yachthafen ist sehr schön und der Hafenmeister und die junge Hafenchefin sind überaus freundlich. Und das Kuchenbuffet fantastisch. Dann wird uns sogar noch ein Feuerwerk versprochen. „Bekommen alle, die zum ersten Mal im Hafen sind“ wird uns schmunzelnd versprochen.

Und tatsächlich, um 21 Uhr geht in einiger Entfernung ein tolles Feuerwerk los (wir glauben allerdings nicht, dass das etwas mit uns zu tun hat).

Spitzenwetter am Sonntag

Münster

Im Stadthafen werden wir von den frühen Aufbauarbeiten für das „Ultraschwimmen 2019“ geweckt. Eine Veranstaltung mit Streckenlängen von 1, 4 und 8 km für alle, vom Breitensportler über den Langdistanz-Triathleten bis zum ambitionierten Langstreckenschwimmer. Und auch die Flossenschwimmer kommen nicht zu kurz. Ihnen ist eine 2 km Strecke vorbehalten.

Kaiserwetter in Münster und ein Riesenspektakel. Für uns mit Logenplatz direkt gegenüber von Start und Ziel.

Kurz vor eins holen wir Kalle vom Bahnhof ab. Er wird uns jetzt eine Woche Richtung Berlin begleiten.

Abends schaut Susanne noch auf ein Abschieds-Abend-Essen vorbei und bringt einen unglaublich leckeren Nachtisch mit. Ein schöner Abschluss einer schönen Woche in Münster.

Samstag. Familientag.

Münster

Janina kommt mit Mathilda & Palina (und einer Tüte leckerer Brötchen) zum Yachthafen. Sie werden uns auf unserer Rückfahrt zum Stadthafen begleiten. Die Mädchen genießen die kleine Tour und haben viel Spaß. Nach Ankunft, ab zur Eisdiele. Dann geht es für die Drei wieder per Bus nach Hause und für uns zu Rewe für letzte Wochenendeinkäufe.

Am frühen Abend Besuch von Martin, Meini und Susanne. Am Hafen ist es übervoll und wir haben eine kleine Wartezeit für unseren reservierten Tisch beim Hafenitaliener. Kein Problem – wir haben einen wunderschönen Abend.

Münster. Und der Gips bleibt dran.

Münster

Dienstag bis Freitag. Wir machen Urlaub in Münster. Viel in der Stadt unterwegs. Mal mit, mal ohne Susanne.

Monika fiebert dem Freitag (Orthopäde) entgegen. Und wird enttäuscht. Unterm Gips sieht es zwar ganz gut aus, aber er kommt wieder dran. Für mindestens 14 Tage. Nach der ersten Enttäuschung kommt die Einsicht, dass es wohl besser so ist.

Über das „Nasse Dreieck“ nach Münster

Lingen – Bergeshövede – Münster

Am Sonntag eine Mini-Strecke zum Nassen Dreieck (hier startet der Mittellandkanal). Wir machen Station um am nächsten Morgen Wasser zu bunkern und in der Servicestation eine neue Gaskartusche zu kaufen.

Montagmorgen, es ist sehr kalt. Zum ersten Mal nach dem Sommer schmeißen wir zum Frühstück die Heizung an. 11 Grad sind uns doch zu ungemütlich. Abfahrt noch im leichten Morgennebel. An der Servicestation bekommen wir Wasser. Aber mit der Kartusche haben wir wieder kein Glück. Die „Campinggaz 907“ ist bei den Bootsausrüstern wirklich sehr schlecht zu bekommen.

Die weitere Fahrt nach Münster ist spannungsarm. Nur an der Schleuse Münster müssen wir eine knappe Stunde auf einen Frachter warten. Der Schleusenwärter hatte wohl keine Lust uns alleine zu schleusen.

Am frühen Abend begrüßt uns Susanne in Münster. Wir gehen zehn Schritte zu einem Hafen-Italiener („Pasta e Basta“) direkt am Boot, essen ganz ordentlich und schmieden ein paar Pläne für unsere Woche in Münster.

In Schleichfahrt durchs Emsland

Lingen – Altenrheine

Für die 32 Kilometer lange Strecke brauchen wir tatsächlich 6 Stunden. Gleich an der ersten Schleuse (Gleesen) Warten wir auf einen hinter uns fahrenden Tanker. „Pamela“ wird unser heutiger „Schleusenöffner“ auch für die weiteren drei (Hesselte, Venhaus, Altenrheine). So weit, so gut – aber, er fährt max. 6 km/h. Das ist dann doch ein bisschen sehr langsam. Und, wie gesagt, Überholen bringt überhaupt nix.

Das Wetter ist super. Fast ein richtiger Sommertag. Also, entspannen und aufpassen, dass man nicht beim Fahren einschläft.

Zurück auf dem DEK

Haren – Lingen

Wir starten in Haren bei km 177,8 in den Dortmund-Ems-Kanal (DEK). Ziel Stadthafen Münster (km 67.9). Die Strecke werden wir in kleinen Teilstrecken fahren. Heute bis Lingen (km 146,5).

Die drei Schleusen (Hüntel, Meppen und Varloh) können wir zügig hinter einem kleinen Frachter ohne Wartezeiten passieren. Der Frachter hält ziemlich konstant seine Geschwindigkeit bei 8 km/h. Da die Berufsschifffahrt eh Vorrang an den Schleusen hat, machen wir keine Anstalten ihn zu überholen.

In Lingen laufen wir den „Alten Hafen“ an. Ein trostloser kurzer Stichkanal ohne jegliche Versorgung. Aber nah an der Stadtmitte. In der zweiten Reihe stehen neue „Stadtvillen“ – die erste Reihe ist bereits als Bauplatz für weitere abgesteckt. Ein kleiner Stadtrundgang zeigt eine kleine, saubere, aufgeräumte Stadt, der aber ein wenig Patina fehlt.

Abends geht es noch in ein Balkan-Restaurant (wir stellen beide fest, dass wir seit 100 Jahren nicht mehr bei einem „Jugoslawen“ waren). Und irgendwie ist die Zeit auch in dieser Lokalküche stehengeblieben. Alles ist üppig und schmeckt so, wie wir es erwartet hatten. Unser Fußballabend endet auf dem Boot im Salon vor dem Radio, da der ausstrahlende Sender RTL hier nicht über DVB-T ausgestrahlt wird. Ist vielleicht besser so (bei einem 2:4).

Zurück an Bord

Ter Apel

31.08 bis 03.09.2019. Die letzten vier Wochen in Berlin waren extrem anstrengend, mit wenig Zeit zum Luft holen. Die Veränderung in der Agentur, Monikas Unfall mit dem Motorroller und noch einiges anderes mehr.

Am Samstag ging es per Bahn bei brütender Hitze zum Kahn. Schön, wenn man wieder im zweiten Zuhause ankommt. Wir lassen uns Zeit und üben meinen Einsatz als „Alleinfahrer“. Es fällt Monika sehr schwer, nicht zuzugreifen und sich auf leichte Zuarbeiten zu beschränken. Aber, es geht!

Vorräte werden aufgefüllt, Wasser gebunkert, Wäsche gewaschen und ein wenig geputzt. Das Wetter hat einen kräftigen Sturz auf 20 Grad gemacht. Wolken und hin und wieder ein Miniregen. Morgen starten wir mit der Rückfahrt nach Deutschland.