Migennes
Mo.-Do., 29.08.-01.09.2022. Um es vorweg zu sagen, diese Reparaturtage werden wohl noch ein Nachspiel haben. Wir haben zwar unser „Antriebswellen-Problem“ behoben bekommen und können morgen früh endlich weiterfahren … aber, ob das jetzt die endgültige Lösung ist und wer dafür haftet, muss noch eindeutiger geklärt werden.
Der Reihe nach: Montag, wir kommen erst nach der Mittagspause an den Kran, vor uns ist noch ein anderes, vorgebuchtes Schiff dran. Man stellt uns vor eine Halle, wo wir nicht im Weg sind. Wir leben jetzt in einem „Baumhaus“. Die Kato 2 ist nur über eine lange Leiter erreichbar aber mit Stromanschluss. Es wird unsere Bleibe für die nächsten Tage (aber immer noch besser, als ins Hotel). Die kurze Zeit bis zum Feierabend (16.00 Uhr!) reicht am Montag gerade noch für einen ersten Überblick (innen und außen), wie die Welle entnommen werden kann.
Dienstag, unser Kahn ist um ein wenige Zentimeter zu niedrig aufgebockt, das Ruder kann erst nach einer Erhöhung entnommen werden. Nach Entnahme der Antriebswelle stellen Mark und Simon fest, dass das innenliegende Wellenlager „nicht mehr da ist“. Es ist in das Führungsrohr gerutscht. Vier Schrauben, die es eigentlich fixieren, sind nicht aufzufinden. Außerdem ist der innere Eingang ausgeleiert. Das neue Wellenlager könnte nur eingeklebt werden. Bei einer erneut unerwarteten Reparatur müsste dann allerdings das komplette System erneuert werden.
Wir ziehen Ruud von Linssen per WhatsApp-Videochat zur Beratung hinzu. Er meint, „Einkleben ist ok, das hält die nächsten 10 bis 15 Jahre“. Mark bereitet alles für den Wiederzusammenbau vor. Die fehlenden Schrauben werden aus Zeitgründen nicht bestellt, sie werden von ihm maßgefertigt, per Hand.
Mittwoch, die Welle wird wieder eingebaut. Auch das neue, aussenliegende Wellenlager (zum Ruder) hat ein wenig Spiel. Es wird mit den alten, vorhandenen zwei Schrauben gesichert und mit Silikon abgedichtet. Immer wieder müssen die Arbeiten bei uns zugunsten anderer Evans-Kunden unterbrochen werden. Wir sind trotzdem sehr dankbar, dass uns die Werft außerplanmäßig zwischengeschoben hat!
Donnerstag, letzte Feinarbeiten, dann ist der Job gelaufen. Jetzt müssen wir nur noch die nächste freie Kranung abwarten, dann sind wir wieder im Wasser. Eine 10-minütige Testfahrt und die Feststellung: alles läuft geräuschlos rund und dicht. Wir sind zufrieden, holen uns bei Dorothée im Büro die Rechnung ab und machen das Boot für morgen früh startklar.
Fazit: Wir waren jetzt geschlagene zehn Tage in Migennes. Hier bei Evans sieht keiner die Ursache der ausgeschlagenen Wellenlager mehr in dem eingefahrenen Eimerbügel. Das nach innen ins Führungsrohr verrutschte Lager (und die fehlenden 4 Schrauben) müssen maßgeblich zum Gesamtschaden geführt haben. Wir werden hierzu mit Linssen sprechen müssen.







































































































































































































































































































