Die erste Ausfahrt (allein an Bord)

Maasbracht – Ohé en Laak – Thorn – Maasbracht

Trotz unangenehm tiefer Nachttemperaturen (8-10 Grad) haben wir fantastisch geschlafen. Tobias holt Brötchen und wir frühstücken ausgiebig. Das Wetter wird immer besser. Die Sonne scheint, und wir freuen uns über 25 Grad oben auf der Plicht. Kein Wunder, die Persenning wirkt wie ein großer Wintergarten.

Unsere erste Alleinfahrt geht auf der Maas südlich bis Ohé en Laak mit einem Abstecher in die „weiße Stadt“ Thorn. Man merkt sofort, dass es noch Februar ist. Keine Schwimmstege und die wenigen Anlegemöglichkeiten tragen alle ein „Parken-verboten-Schild“, welches wir natürlich übersehen. Kurzer Stadtrundgang durch das ebenso völlig verschnarchte Thorn und anschließend ein Imbiss auf dem Schiff.

Mit einem tiefroten Sonnenuntergang geht es zurück in den Linssen Hafen. Am Abend wird der Backofen getestet, Lachsquiche. Ofen funktioniert, Quiche schmeckt hervorragend.

Ein besonderer Tag: Übergabe der KATO 2

Düsseldorf – Maasbracht

Montagmorgen gegen den Strom der Pendler aus Düsseldorf raus nach Maasbracht. Nach etwas über einer Stunde Fahrzeit pünktlich um 9.45 Uhr bei Linssen vor dem Tor.

Empfang durch Rens, der uns den restlichen Tag begleiten wird. Erste Begehung unseres Schiffes. Mit im Gepäck zwei dicke Ordner voll mit Bediensanleitungen. Geduldige Erklärungen der wichtigsten Funktionen. Vieles ist uns bekannt, aber natürlich ist die Technik auf neuestem Stand. Speziell beim Cockpit schwirrt uns der Kopf.

12.00 Uhr, kleiner Lunchbreak. Dann geht es auf Einweisungsfahrt. Bei schönstem Wetter (Sonne, 20 Grad!) bleiben wir dabei im näheren Fahrgebiet auf kleineren Maasseen. Alle drei Bootsführer bekommen die Gelegenheit das Schiff zu fahren. Zurück im Werfthafen längere Übergabeprozedur der Dokumente.

Gegen 17.00 Ende des offiziellen Teils und Start des Einzugs. Die zwei Container, die wir kurz vor Weihnachten beladen haben, stehen im Hafen bereit. Dazu noch der proppevolle Volvo. Irgendwie bekommen wir auch fast alles an Bord und kämpfen uns durch Kartons, Kisten und Taschen. Ist schon erstaunlich, was so alles in der alten Kato war. Irgendwann fallen wir kaputt in die frisch bezogenen Kojen.

Hannover – Wolfsburg

Hannover – Braunschweig – Wolfsburg

Wie schon auf der Hinfahrt: „Strecke machen“. 9.30 Abfahrt, 19.30 Wolfsburg. Die beiden Schleusen kosten Zeit. Auch am Sonntag ist relativ viel Berufsschifffahrt unterwegs und hat (natürlich) Priorität. Wir starten bei fast windstillen, brütendheißem Wetter. Bei Braunschweig kommt zwar 10 Minuten Regen, aber in Wolfsburg wieder schönster Sonnenuntergang.

Die Strecke bietet nicht viel Abwechslung. Am Kanal viele Sonntagsausflügler. Mit Kind und Kegel, aber vor allem per Rad. In der Autostadt tobt noch der Bär. Auf der Seebühne wird der Night-Act vorbereitet. In dem kleinen Wolfsburger Hafen gehen wir zum „Hafen-Italiener“.

Nächster Halt: Hannover

Minden – Hannover

Da wir heute weitergefahren sind, ist auch klar, dass der Verkauf nicht vollzogen wurde (Boot ist den Interessenten zu klein, bzw. zu schmal). So ging es um 11.30 wieder ab auf den MLK.

Ein Fahrtag ohne besondere Vorkommnisse. Um 17.30 waren wir bei dem uns bereits bekannten Yachthafen in Hannover. Es ist bewölkt und ab Nachmittag unangenehm drückend warm. Was nach einem aufziehenden Gewitter aussah, wandelte sich am Abend fast noch in einen ganz normalen sonnigen Sommerabend.

Last exit: Minden?

Bad Essen – Minden

Am Donnerstag von Bad Essen nach Minden. Eine kurze Strecke. Nach 3,5 h sind wir da. Der Bootselektriker kommt pünktlich um 16.00 Uhr an Bord und lokalisiert den Fehler. Ein defektes Umschaltrelais. Telefonische Bestellung bei einem ortsansässigen Bootsausrüster in Minden.

Kurz darauf treffen auch die Interessenten für unsere Kato ein. Erste Besichtigung. Durchaus positiv aber auch mit deutlichen Hinweisen auf unsere Schwachstelle  – das Oberdeck. Wir verabreden für Freitag eine Probefahrt mit anschließender Kaufpreisverhandlung.

Heute am Freitag nutzen wir die „Wartezeit“ mit einem Minden-Kurzausflug per Rad zum ersten Kennenlernen. Im Nordosten von NRW gelegen und mit rund 80.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Stadt liegt an der Weser und ist durch sein Wasserstraßenkreuz bekannt, an dem sich Mittellandkanal und Weser in einem Bauwerk kreuzen.

Wir sind ganz angetan von den vielen Fachwerkhäusern und und dem verwinkelten Altstadtkern. Zurück an Bord stellen wir fest: die Relaisreparatur muss vertagt werden. Wir haben das falsche Ersatzteil. Dafür kommen Jens und Thomas pünktlich zur vereinbarten Probefahrt. Sie scheinen ganz zufrieden, die anschließende Preisverhandlung kommt auf einen gemeinsamen Punkt. Endgültige Entscheidung morgen 11 Uhr. Wenn positiv, ist unsere Heimfahrt mit einem „Sixt-Sprinter“ schon mal vorangefragt. Wenn negativ, setzen wir unsere Heimfahrt um 12 Uhr fort. Wir werden sehen.

Bad Essen

Ibbenbüren – Bad Essen

Nach einer Zwischenstation (bei Ibbenbüren) auf einem Seitenarm auf den ersten 3 Kilometern des Mittellandkanals war am Dienstag Bad Essen erreicht.

Nach fast 2000 km störungsfreier Fahrt haben wir jetzt „auf den letzten Metern“ tatsächlich doch noch ein kleines Problem. Die Lichtmaschine gibt während der Fahrt keinen Strom an die Verbraucherbatterien, trotz Voltmeteranzeige Ladestrom „13 V“. Ein Bootselektriker war hier im Ort nicht aufzutreiben. Jetzt haben wir einen Termin morgen in Minden.

Der Sole-Kurort Bad Essen (15.000 Einwohner) liegt an der Deutschen Fachwerkstraße direkt am Hang des Wiehengebirges im Naturpark Terra Vita des Osnabrücker Landes. Der kleine Ortskern hat mit seinen vielen Fachwerkhäuser durchaus Charme. Wir streifen durchs Städtchen und raus zum Aussichtsturm. Irgendwann ist es mit dem Rad zu anstrengend, den letzten Anstieg wird es ein Waldspaziergang. Die Aussicht vom nur 19 m hohen Turm ist recht eingeschränkt. Der Turm ist eindeutig zu niedrig (oder die Bäume drumherum zu hoch). Anyway, der Spaziergang, mit Wassertreten im Solewasser (beim Auf- und beim Abstieg) war sehr schön. Im Wald ist die Hitze so gut wie nicht zu merken.

Danach ins Sole-Freibad (Schwimmbecken mit Bad Essener Sole). Äusserst erfrischend. Noch ein Abstecher zur SoleArena und Tisch reservieren für die „KaffeeMühle“. Punkt 19 Uhr. Rappelvoll, alle Tische draußen waren reserviert, Essen & Trinken war super.

Rheine – Ibbenbüren

Altenrheine – Ibbenbüren

Wir entscheiden uns für die „Rheine-Nordroute“ per Rad. Kloster Bentlage, Saline Gottesgabe und Naturzoo Bentlage. Das Kloster ist herrlich gelegen. Mitten am Wald, begrenzt von der Ems. Wir können nur in wenige Räume rein und außen drumherum. Montags geschlossen. Das Gleiche bei der Saline.

Aber die Fahrradroute durch Wälder und Parkanlagen ist den Weg wert. Der Zoo hat auf und ist auch am Montag sehr gut besucht. Tolles Konzept, etliche begehbare Gehege und Volieren plus großem „Affengarten“. Mit viel Liebe angelegt, hat uns dieser kleine Zoo total begeistert.

Nach dem „Rheine-Ausflugstag“ haben wir noch kurzfristig beschlossen, die letzten 10 km DEK mit zwei Schleusen als Vorabendprogramm 3 Stunden in spätnachmittaglicher, brennender Sonne zu genießen. Mit Einfahrt in den Mittellandkanal sind nun keine Schleusen mehr auf der Strecke bis Hannover. Wir machen Halt im ersten kleinen Seitenarm an einem Sportbootanleger.

Altenrheine

Haren – Meppen – Lingen – Altenrheine

Haren am Samstag war Waschtag und Alles-mal-aufräumen-Tag, bisschen einkaufen und abends zum Italiener. Irgendwie (wie so häufig) ging der Tag rum, wie nichts.

Der Sonntag ist „Fahrtag“. 9.30 Uhr in Haren los und mit vielen Schleusen um 19.30 in Altenrheine. Jetzt haben wir noch 2 Schleusen vor uns und dann sind wir wieder am Mittellandkanal. Aber nicht morgen. Da wollen wir mit dem Fahrrad mal sehen, was es so in Rheine zu sehen gibt.

Tot ziens, Nederland

Bareveld – Ter Apel – Haren

In zwei Tagesetappen zurück in Haren/Deutschland. Am Mittwoch bei 22 Grad und noch trübem Wetter haben wir es gerade so bis zu unserem holländischen Heimathafen Ter Apel geschafft. Ein letztes Mal in Holland einkaufen und ab in die Koje.

Heute auch wieder früh gestartet und durch den Haren-Rütenbrock-Kanal nach Haren. Natürlich nicht ohne noch einmal den Tank an der Kanaltanke (zum Straßenpreis) randvoll zu machen.

Fazit nach 5 1/2 Wochen NL: Es ging schneller rum, als wir gedacht hatten. Aber wir sollten nicht hadern! Es war eine wunderschöne Rundfahrt durch die nördliche Landeshälfte. Unglaublich viel gesehen, von Pannen verschont, reichlich gutes Wetter gehabt.

Die südliche Hälfte (u. a. mit Utrecht, Rotterdam, Eindhoven, Maastricht) wird wohl ein neues Ziel werden. In welchem Jahr und mit welchem Schiff auch immer.

Auf dem Weg zurück nach Ter Apel

Groningen – Zuidlaarder Meer – Leinewijk – Bareveld

Als wir aufstehen regnet es in Strömen. Die Freude auf den Fahrtag hält sich in Grenzen. Wir trödeln ein wenig, frühstücken ausgiebig und siehe da, es scheint besser zu werden. Der Regen hört auf. Nur hin und wieder kommt noch eine kleine Nieselregenwolke.

Aus Groningen raus ist kräftiger Frachterverkehr. Es ist jedoch nur eine kleine Strecke, dann biegen wir Richtung Zuidlaarder Meer ab. Schlagartig sind wir allein. Rüber übern See und an der Ausfahrt kümmern wir uns um die notwendige „Passage“ von Leinewijk bis Bareveld. Punkt eins sind nicht nur die üblichen zwei Begleiter da, heute sind es drei.

Wir fühlen uns bei diesem betreuten Fahren, als würden wir nach Hause fahren. Das Wetter wird immer besser. Am Nachmittag haben wir herrlichsten Sonnenschein. Unsere letzte Strecke in Holland wird morgen nach Ter Apel sein.

Anmerkung von mir (Monika) für Rainer ein großes Dankeschön für die tägliche Eintragung unserer Tour, es ist teilweise richtig Arbeit.