Cochem – Winningen
Di./Mi., 14./15.09.2021, die letzte Etappe auf der Mosel führt uns nach Winningen. Hier reservieren wir in einem recht großen Yachthafen einen Liegeplatz. Erstens, um am Dienstag möglichst früh in Koblenz anzukommen (der Wunschliegeplatz „Rheinlache“ nimmt keine Reservierungen an) und zweitens, um vor dem Rhein noch mal voll zu tanken.
Winningen ist ein kleines Winzerdorf (mehrfacher Gewinner von Dorfwettbewerben wie „Unser Dorf hat Zukunft“) und rühmt sich, eines der schönsten Dörfer Deutschlands zu sein. Der Weinhexbrunnen, umgeben von einem Fachwerkensemble, spielt auf die Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert an. Oberhalb des Ortes auf dem Hexenhügel erinnert das derzeit älteste bekannte Denkmal aus dem Jahr 1925 an die Opfer der Hexenverfolgungen an diese Zeit.
Auf unserem Spaziergang, mit Eispause auf dem Marktplatz, erklingt über Lautsprecher plötzlich laute Marschmusik und danach eine Durchsage: „Das Rathaus ist zur Zeit telefonisch nicht erreichbar“. Auf unsere Nachfrage bei einem Anwohner wird uns erklärt, dass es in Winningen seit 70 Jahren einen „Ortsrundfunk“ – als einzige Gemeinde in Deutschland – über rund 200 an Gebäuden montierten Lautsprechern gibt. Von Montag bis Samstag werden gegen 12 Uhr und 17 Uhr öffentliche Bekanntmachungen und private Durchsagen somit für jeden im Ort hörbar durchgegeben. Die privaten kosten pro Ausruf sieben Euro und können über das Gemeindebüro gebucht werden. Social Media mal ganz anders.













