Namur und die drei ???

Namur

Fr./Sa., 16./17.07.2021, wann können wir wohin und auf welchem Weg wohl weiterreisen? Aber der Reihe nach:

Der Regen hat am Donnerstagabend aufgehört. Am Freitag sind wir vorsichtig optimistisch und checken aus dem (schrecklichen) Hotel aus. Nehmen aber vorsichtshalber eine Option für eine zweite Nacht.

Am Boot sehen wir, dass wir fast die Letzten sind, die zurück an Bord gehen. Der langsam fallende Pegel lässt uns, nach einem Rundgang samt kleinem Einkauf, zum Entschluss kommen, ebenfalls zurück aufs Boot zu kehren.

Im Lauf des Tages wird es deutlich freundlicher. Erste einsame Sonnenstrahlen durchbrechen die dünner werdende Wolkendecke. Am späten Nachmittag bemerken wir, dass sich die Wehre mit der sinkenden Strömung ebenfalls neu justieren. Sie bleiben allerdings immer noch einen Spalt offen.

Aufgabe für Freitagnacht: das Boot „mit Spiel“ vertäuen, damit mit dem sinkenden Pegel genug Leine vorhanden ist. Wir beschließen zwei Nachtkontrollen (Ladies first, ich gegen 4.00 Uhr), da im fallenden Wasserstand ein kleiner, ca. 20 cm breiter, Wandvorsprung mit den Fendern „übersprungen“ werden muss.

Samstag werden wir mit Sonne geweckt. Schlagartig haben wir wieder bestes Hochsommerwetter. Verrückt. Die Nacht war ein wenig kurz – aber alles gut überstanden!

Die Meuse hat ihren alten Pegel fast wieder erreicht. Wir fahren von der hohen Kaimauer an der Schleuse zurück an unseren alten Liegeplatz. Da es im Moment überhaupt nicht klar ist, wann und wie es weitergeht, bringen wir auch die Räder wieder an Land. Die Wehre der Écluse de La Plante (Schleuse Richtung Dinant) sind immer noch offen, dementsprechend die Strömung hoch.

Da uns bisher niemand sagen kann, wie es weitergeht, rechnen wir damit, noch einige Tage in Namur festzusitzen. Also, das Beste draus machen. Mit dem Rad durch die Innenstadt, die sich absolut nicht anmerken lässt, das es noch gestern ein Hochwasserchaos gegeben hat. Das herrliche Sommerwetter lässt die Stadt mit Menschen nahezu überquellen. Nur direkt an den Ufern sind die Säuberungs- und Aufräumarbeiten in vollem Gange.

Am Abend kommt noch der Hafenmeister bei allen Booten vorbei, erklärt, dass die Liegegebühren ausgesetzt sind und verteilt noch Gratis-Jetons für Strom und Wasser. Morgen vormittag werden wir mal schauen, ob die Versorgung mit beidem auch technisch schon wieder möglich ist.