Namur
Do., 15.07.2021, heute regnet es den dritten Tag. Unser Anleger am Kai säuft langsam aber sicher ab. Gestern Abend wurden wir von einheimischen Bootsfahrern gewarnt, unsere Räder über Nacht auf dem Kai zu lassen. Also, rauf mit den Rädern und einer sehr unruhigen und kurzen Nacht entgegen.
Am Morgen wird klar, hier können wir nicht liegenbleiben. Die Meuse hat mittlerweile eine Fließgeschwindigkeit von 6 km/h und steigt konstant.
Fast alle Kailieger starten zum Liegeplatzwechsel. Die hohe Kaimauer im Zufahrtsbereich der Schleuse ist nur einen Kilometer entfernt und bietet ausreichenden Platz. Das Fahren gleicht einem Slalomlauf zwischen Baumstämmen, Kanistern und jede Menge Unrat. Die Nettogeschwindigkeit gegen den Strom kommt uns bekannt vor. 4 km/h – wie letztes Jahr auf dem Rhein zu Berg.
Nach gelungenem Manöver freuen wir uns über den sicheren Platz vor der Schleuse. Aber …
… zu früh gefreut. Die belgische Polizei kommt vorbei und fordert alle Bootsinsassen auf, sich innerhalb einer Stunde in ein Landquartier (B&B/Pension/Hotel) zu evakuieren. Es wurden für den gesamten Abschnitt Dinant-Liège alle Wehre geöffnet, um einzelne örtliche Überschwemmungen zu verhindern.
Wir buchen ein naheliegendes Hotel, vorerst für eine Nacht. Morgen sehen wir weiter.










