Ausflug zum Drachenfels

Oberwinter

Do., Erste Aktivität, Tanken. Pünktlich um 9.00 Uhr ist der Hafenmeister an der Zapfsäule. Uns schwant nichts Gutes. Das lange Fahren gegen die Strömung, meist unter „Dreiviertellast“, also mit 2.200 bis 2.300 Touren. Aber wir werden angenehm überrascht. Der Verbrauch liegt jetzt bei 6,7 l/h. Da hatten wir mit deutlich mehr gerechnet.

Mit dem Rad nach Königswinter, dort nehmen wir die Fähre auf die rechte Rheinseite. Hier am Rhein sind die letzten Ausläufer des Siebengebirges. Ein Mittelgebirge, das aus mehr als 50 Bergen und Anhöhen besteht und komplett zum Naturpark Siebengebirge, einem der ältesten Naturparks Deutschlands, gehört. Es ist vulkanischen Ursprungs und vor etwa 25,5 Millionen Jahren im Oligozän entstanden. Heute bietet das Siebengebirge ca. 200 km ausgeschilderte Wanderwege.

Mit der Drachenfels-Zahnradbahn ist man im Nu oben. Sehr komfortabel! Die Aussicht atemberaubend. Das Wetter heiß, aber zum Glück mit frischen Brisen.

Ein anschließender Besuch des Schloss Drachenburg war von sehr zwiespältigen Gefühlen begleitet. Es wurde in Rekordzeit von 1882 bis 1884 im Stil des Historismus (vor allem Neofrühgotik am Außenbau, sowie Neorenaissance bei der Inneneinrichtung) als repräsentativer Wohnsitz für Stephan von Sarter (ein Finanzfachmann und Börsenspekulant aus kleinbürgerlichen Verhältnissen) gebaut. Die Baustile bunt gewürfelt, die Innenausstattung ebenso gemischt. Immer nach dem Motto „Ich habe zwar keinen Geschmack, aber immens viel Kohle“. Ein bisschen Neuschwanstein des Rheinlands.

Warum die Gründerzeitliche Privatvilla 1986 unter Denkmalschutz gestellt und 1990 der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege unterstellt wurde, bleibt uns ein Rätsel. Anyway, einige Details waren durchaus nett anzuschauen. Und die Kaffeepause auf der Aussengalerie mit Blick auf den Rhein ein echtes Highlight.