Les Granges – Champ du Chène – Baye – Fleury
Sa.-Mo., 06.-08.08.2022. Die morgendliche Fahrt am Samstag endet abrupt vor der ersten Schleuse. Bei der (wie immer mit äußerster Vorsicht) Anfahrt stellen wir fest, dass wir mit Dach nicht durch die Schleusenbrücke kommen. Also ein Stück zurück und alles legen. Die Schleusenwärterin und ein vor uns bereits eingefahrenes Boot warten auf uns. Das Legen gestaltet sich, weil wir uns ja beeilen wollen, natürlich hektisch und chaotisch und dauert somit doppelt so lange wie normal! Die auf uns Wartenden nehmen es zum Glück mit Humor. Pardon et merci.
Mit dem „Cabrio“ geht es nun für einige Tage weiter. Die niedrigen Brücken stehen viel zu dicht um jedes Mal ab- und wieder aufzubauen.
Mit diesem Malheur ist ein echter Krisentag eröffnet. Ein paar Kilometer weiter setzen wir mitten in der Fahrrinne auf. Kein Vor, kein Zurück. Ein vorbeifahrender VNF-Mitarbeiter sorgt für Hilfe. Aus der nächsten Schleuse (zu Berg) wird Wasser in unseren Teilabschnitt gelassen – so kommen wir vorsichtig wieder frei.
Am Ende des Fahrtages gehen wir an einen einsamen Anleger in Champ-du-Chène. Wir bemerken schon das Flachwasser, aber, ohne dass viel Zeit vergeht, fällt der Wasserspiegel rapide und wir liegen schon wieder fest. Diesmal auch mit etwas Krängung. Ich laufe noch zur nächsten Schleuse (Sardy, N° 16), die gleich hinter der nächsten Biegung liegt. Der Schleusenwärter kommt eine halbe Stunde später zum Boot und versichert uns, dass morgen früh der Pegel wieder hoch genug sein wird. Wir sind gespannt und schlafen unruhig.
Sonntag. Der Tag beginnt tatsächlich mit ausreichend Wasser unterm Kiel und wird einer der schönsten unserer Tour. Ein bisschen zu heiß so ohne Dach, aber in traumhafter Landschaft. Es gilt eine 16er Schleusentreppe auf 4,5 Kilometer zu bewältigen um dann drei Tunnel in einer signalgeregelten Strecke von 3,5 km zu durchfahren.
Das fünfköpfige Team begleitet und betreut uns für die Schleusentreppe bis La Colancelle. Sie schaffen das Ganze von 9.00 bis zur Mittagspause um 12.00 Uhr vor der Tunnelstrecke. Respekt! Den Rest regelt die Signalanlage.
Nach der Mittagspause sollten wir eigentlich „Grün“ für die Tunnelfahrt bekommen. Aber wir müssen erst einen entgegenkommenden „Elektro-Ausflugsboote-Konvoi“ abwarten, der nicht kommt. Erst um 15.30 Uhr kommen die kleinen Boote an, wenden und fahren wieder zurück. Dann dürfen auch wir hinterher.
Das Plateau des Canal du Nivernais ist erreicht. Die Wald-, Fels- und Tunnelfahrt ist spektakulär schön. Auf der anderen Seite kommen wir am Étang de Baye an. Der Wasserscheitel ist durchschritten.
Der Étang de Vaux (130 ha) und der Étang de Baye (74 ha) sind künstlich angelegte Gewässer, die den Canal du Nivernais mit Wasser speisen. Mit angrenzenden weiteren kleinen Gewässern steht eine Gesamtfläche von 220 Hektar mit einer maximalen Kapazität von 6,63 Millionen Kubikmetern ganzjährig stabil zur Verfügung.
Der „Port de Poujeats“ ist rappelvoll mit Charter- und Privatbooten sowie Ausflugs- und kleinen Mietbooten. Wir sind dankbar für die Anlegemöglichkeiten an der sehr langen Kaimauer, die den Étang de Baye vom Canal de Nivernais trennt.
Der Trubel an und um den Hafen herum ist uns zu viel. So setzen wir unsere Fahrt am nächsten Morgen fort. Bis zum Ende des Kanals, in Decize, sind es noch 86 km mit 35 Schleusen. Dann muss eine Entscheidung her, wie es zurück gehen soll, bzw. kann.
Bis zur Loire fahren wir die Schleusen jetzt zu Tal. Das ist, vor allem für Monika, wesentlich entspannter und nicht so kräftezehrend. Bis zum nächsten Halt in Fleury „sausen“ wir am Montag schon mal die ersten 21 zu Tal.




























