In der Flößerstadt. Clamecy

Clamecy

Mo./Di., 01./02.08.2022. Die kleine 3500-Seelen-Gemeinde Clamecy liegt im Norden des Départements Nièvre, 40 km südlich von Auxerre und 70 km nördlich von Nevers, am Ufer der Yonne bei der Einmündung des Beuvron. Der Stadtkern liegt auf einem schroffen Felsplateau über dem Fluss.

Die Entwicklung von Clamecy ist eng verbunden mit der Nutzung des Holzes des Morvan (frz. Mittelgebirge) und dessen Transport nach Paris. Im 16. Jh. begann das Flößen, das Jean Rouvet ab 1549 in einen regelmäßigen „Baumfloß“-Verkehr nach Paris weiterentwickelte. Clamecy war damals der große Umschlagplatz: in riesigen Auffangbecken wurden die im Morvan abgeholzten und auf der Yonne angeschwemmten Baumstämme aus dem Wasser gefischt und sortiert. Dann wurden sie zu großen Flößen zusammengestellt und nach Paris weiter transportiert.

Der Gipfel des Holzhandels lag zwischen 1785 und 1816: Paris verbrauchte zu dieser Zeit eine Million Raummeter Brennholz p. a. – 1923 kam das letzte Floß mit Holz aus Clamecy an. Das Holz wurde durch Kohle ersetzt.

Der Ort macht einen aufgeräumten, kleinbürgerlichen und properen Eindruck auf uns. Überraschend, dass sich die kleine Gemeinde ein für die Ortsgröße außergewöhnlich großes Museum leistet. Dem „Musée d’Art et d’Histoire Romain Rolland“ statten wir natürlich einen Besuch ab.

Spaziergänge im Ort und eine kleine Radtour machen uns viel Spaß. Wäre da nur nicht die immer noch große Hitze.