Douai – Moislains – Péronne
Sa./So., 11./12.06.2022. Wir starten am Samstag aus unserem kleinen Hafen Courcelles, durchqueren die letzten drei Schleusen auf dem Canal de la Sensée und biegen bei Arleux in den Canal du Nord ein.
Der 95 km lange Canal du Nord verbindet die Täler der Sensée und der Oise. Von der französischen Regierung erbaut, um den französischen Kohlebergbau zu unterstützen. Der Bau begann 1908, wurde aber 1914 wegen des Ersten Weltkriegs eingestellt. Die Zerstörungen durch den Krieg führten erst 1959 zur Wiederherstellung und zur Eröffnung 1965.
Der Canal du Nord galt als der modernste Schifffahrtskanal in dieser Streckenrelation und wurde bei seiner Planung für größere Schiffe als die der früheren Freycinet-Norm vorgesehen. Da diese Maße jedoch mit keiner heute gängigen Norm übereinstimmen, müssen speziell für diesen Kanal gefertigte Schiffe eingesetzt werden, um einen einigermaßen wirtschaftlichen Transport zu erzielen. Der Kanal entspricht daher keineswegs den heutigen Anforderungen. Ein Neubau ist seit vielen Jahren geplant.
Das mehrfach verschobene Projekt „Canal Seine-Nord Europe“ (parallel zum Canal du Nord) hat mittlerweile einen neuen Projektstatus, Fertigstellung 2028. Die Nachnutzung des alten, dann stillgelegten, Kanals hat bereits interessante Perspektiven (https://www.avenircanaldunord.fr).
Am Samstag schaffen wir den ersten Abschnitt des Canal du Nord bis zur Scheitelhaltung und Durchfahrt durch den 4,35 km langen Tunnel von Ruyaulcourt. Wir sind spät dran, gegen 19.30 Uhr, haben aber den Vorteil, dass wir in unserer Richtung allein und sofort einfahren können. Als Besonderheit befindet sich im Tunnel eine Begegnungsmöglichkeit. Die ersten 1600 m von jedem Portal sind einfach breit (6,30 m), während der 1150 m lange mittlere Teil doppelt breit ist (12,30 m).
Der Tunnel fährt sich problemlos, er ist gut beleuchtet und hat eine ausreichende Höhe. Da wir zu schnell sind, bekommen wir erstens eine Mahnung über UKW doch bitte langsamer zu fahren und zweitens, müssen wir dementsprechend am Ende der Begegnungszone warten, bis der entgegenkommende Frachter in sie eingefahren ist. Trotz aller guten Umstände ist die Tunnelfahrt ein kleines Abenteuer und wir sind doch erleichtert als wir wieder draußen sind.
Bevor es mit fünf Talschleusen wieder vom Scheitel runtergeht, parken wir vor der ersten zum Übernachten in einem langen Schleusenwartebereich.
Am Sonntag ist alles entspannt. Wenig Verkehr. Wir hängen uns an einen kleinen Frachter dran, der uns die fünf Schleusen optimal öffnet. Die reine Fahrstrecke bis Péronne beträgt lediglich knappe 15 km. Der kleine Sporthafen von Péronne soll unsere Halbzeitpause auf dem Canal du Nord werden.






















