Breisach – Kehl (D)/Strasbourg (F)
Do.-Sa., 10.-12.08.2023. Am Donnerstag Aufbruch um 9 Uhr. Bis Straßburg sind es 68 km und vier Schleusen. In vier sogenannten „Girlanden“-Siedlungen, auf denen sich die Schleusen und Wasserkraftwerke von Marckolsheim, Rhinau, Gerstheim und Straßburg 1 befinden, dient der Fluss nicht nur der Schifffahrt, sondern vor allem auch der Stromerzeugung.
Die Schleusen fahren wir durchgehend zusammen mit Frachtern. Das geht recht zügig, die einzelnen Schleusungen brauchen jedoch ihre Zeit. So sind wir erst gegen 16.30 Uhr an der Stadtschleuse (Süd) zum Bassin Vauban. Sie ist zu und weder per UKW noch per Telefon erreichbar. Auf Nachfrage beim Port de Plaisance de Strasbourg (unserem eigentlichen Ziel) erfahren wir, dass diese nur bis 17 Uhr bedient wird. Da hat wohl eine/r sehr frühzeitig Feierabend gemacht! Wir sollen zur Nordschleuse weiterfahren, die hätte wohl länger offen.
Zurück auf dem Rhein helfen wir einem mitten im Rheinfahrwasser liegengebliebenen Motorboot aus seiner misslichen Lage. Wir nehmen es längsseitig fest und setzen es an einem Anleger in einem Stichkanal ab.
Auf dem Weg zur Nordschleuse kommen wir am rechtsrheinischen Hafen Kehl vorbei. Wir fahren spontan hinein, finden einen freien Platz und beschließen hier zu bleiben. Eine gute Entscheidung. Der Hafen hat alles, was man braucht – inklusive einer Tanke. Die Räder bekommen wir leicht von Bord und die Innenstadt von Strasbourg ist lediglich knapp 7 km entfernt.
Am Freitag radeln wir nach Strasbourg rüber. Wir wollen ins Musée d’Art et Contemporain. Es liegt im Süden des Touristen-HotSpot „La Petite France“. Das 1995 bis 1998 errichtete Gebäude wurde vom Pariser Architekten Adrien Fainsilber entworfen. Die Ausstellungs- und Nutzflächen entfalten sich zu beiden Seiten einer zentralen, verglasten Wandelhalle, die mit 104 Metern Innenlänge und 22 Metern Innenhöhe in kathedralartigen Dimensionen konzipiert ist.
Zu den am besten vertretenen Künstlern in der Sammlung gehören u. a. Gustave Doré, Max Klinger, Hans Arp, Max Ernst, Victor Brauner, Käthe Kollwitz, Sophie Taeuber-Arp, Wassily Kandinsky, César Domela, Theo van Doesburg u. a. Einen weiteren Akzent setzt die neuere und neue deutsche Malerei mit Markus Lüpertz, Eugen Schönebeck, Georg Baselitz, Jörg Immendorff, A. R. Penck, Albert Oehlen, Daniel Richter, Jonathan Meese, Thomas Scheibitz.
Weitere wichtige ausgestellte bildende Künstler sind (Auswahl): Gilles Aillaud, Alexander Archipenko, Arman, Edward Burne-Jones, Jean Hélion, Auguste Herbin, Asger Jorn, Paul Klee, Max Liebermann, Alberto Magnelli, Claude Monet, Malcolm Morley, Francis Picabia, Pablo Picasso, Camille Pissarro, Auguste Rodin, Ossip Zadkine.
Das Museum trifft bei unseren Vorlieben voll ins Schwarze. Wir sind beeindruckt und (trotz großer Pause) erschöpft.
Der Samstag beginnt mit Einkaufen in Kehl. Danach hält uns immer wieder einsetzender starker Regen an Bord fest.



























