Attigny – Rethel
Fr.-So., 02.-04.06.2023. Freitag, Minitour bis Rethel. Zwar nur ca. 20 km lang, aber „durchs Kraut“ – also, im Schneckentempo. Zeitweilig sinkt unsere Reisegeschwindigkeit auf unter 5 km/h. Nur vier Schleusen bis Rethel. So gut wie kein Schiffsverkehr. Wetter erstklassig.
Die landschaftliche Schönheit des Kanals tritt in die zweite Reihe zurück. Ein gutes Stück Aufmerksamkeit gilt heute der Fahrrinne. Am Anfang der Strecke sind es nur die Ränder, jedoch geht das Kraut bald über die komplette Breite. Der Tiefenmesser zeigt zeitweilig „-,-„, obwohl unter dem Kiel (wahrscheinlich) noch mindestens 70 bis 100 cm Wassertiefe sind.
Und doch, bei einem entgegenkommenden Boot geraten wir zu sehr in den Uferbereich. Die Schraube „brummt“, wir treiben sehr langsam wieder in die Kanalmitte und müssen durch Rückwärtsfahren erstmal unsere Wasserpflanzensammlung an Schraube und Welle wieder los werden. Die permanente Kontrolle, ob der Kühlwasserfilter noch genügend Durchfluss hat, ist Pflicht. Bis zum Anleger in Rethel schaffen wir es noch, dann ist er randvoll.
Rethel (7500 Einwohner) liegt am Fluss Aisne, sowie am parallel verlaufenden Canal des Ardennes. Der Fluss Saulces, der im Stadtgebiet weitgehend unterirdisch verläuft, mündet hier in die Aisne. Die kleine Stadt hat sogar einen TGV-Halt auf der Strecke Paris-Sedan. Und, in Rethel beginnt die „Voie Verte“ (Grüne Straße, Eifel-Ardennen). Die untere Altstadt hat einige durchaus malerische Ecken und wird durch das prächtige Rathaus und die relativ große kath. Stadtpfarrkirche Saint-Nicolas geprägt.
Unser Anleger hat seine besten Tage hinter sich. Eine lange Kaimauer hält zwar Säulen für Strom und Wasser bereit – aber leider funktionieren sie nicht mehr. Wir liegen hier allein, ein Liegegeld wird nicht erhoben.
Das Tourismusbüro ist schwer zu finden und eine Nachfrage im Rathaus hält nur einen Stadtplan-Flyer für uns parat. Immerhin, mit diesem brechen wir am Samstag zu einem Radausflug zum Belvédère und anschließend bis in die höher gelegenen Randzonen auf. Allerdings finden wir hier nur die leider üblichen „Einkaufszentren auf der grünen Wiese“.
Das Probieren der lokalen kulinarischen Spezialität „Boudin blanc de Rethel“ (eine Weißwurst aus den edleren Teilen des Schweins – Schinken, Schulter, Brustfleisch und Schweinespeck) müssen wir vertagen. Das einzige Restaurant, die sie anbietet, hatte bei unserem Versuch leider geschlossen.
Der Sonntag ist Lese- und Gammeltag. Und verbunden mit kleinem „Hafenkino“. Ein Konvoi aus fünf holländischen Booten gesellt sich zu uns.





















