Baye – Chitry-les-Mines – Clamecy
Di.-Do., 16.-18.08.2022. Abfahrt in Baye am Dienstagfrüh um 9.00 Uhr mit der ersten „Gruppe“. Vier Boote wollen durch die Tunnel. Das ist kein Problem, einer nach dem anderen. Die wesentlich spannendere Frage kommt mit der anschließenden Schleusenkette. Hier passen immer nur zwei Schiffe in die kleinen Kammern. Wir haben Glück, sind an zweiter Stelle in der ersten Schleusung und schaffen tatsächlich die aufwändige Passage bis zur Mittagspause um 12.00 Uhr.
Ab Sardy ist der Wasserpegel erneut sehr kritisch. Obwohl wir sehr langsam und immer schön in der Kanalmitte fahren, müssen Flachwasser-Bodenwellen überwunden werden. Vor den Schleusen lassen sich natürlich Wartezeiten nicht ganz vermeiden. Dann sehen wir, wie bei Ausrichtungsmanövern Bug- und Heckstrahlruder den Schlamm aufwühlen.
Unser Wasserfilter füllt sich mit dem Schlamm und verlangt eine mehrmalige Reinigung. Einmal wird es sogar in einer Schleuse notwendig. Der Filter verwandelt sich in ein „Lehm-Eierpampen-Eimerchen“.
Wir sind froh, als wir am späten Nachmittag Chitry erreichen. Die Flachwasser-Passage ist überstanden und, vor allem, die niedrigen Brücken liegen jetzt hinter uns. Wir können das Dach endlich wieder installieren.
In Chitry gibt es im Hafen eine stets sehr gut besuchte „Guinguette“, bei der wir uns sofort nach Ankunft für den Abend einen Tisch reservieren. Guinguettes sind beliebte Tavernen und Gartenlokale, die in den Vororten von Paris und anderen Städten Frankreichs entstanden sind.
Im 19. Jh., vor der Eingemeindung vieler Dörfer, waren Handelsgüter, insbesondere Alkohol, außerhalb der Stadtgrenzen billiger als in Paris selbst, da frei von staatlichen Steuern. Zug um Zug verbreiteten sie sich über das ganze Land. In den 1980ern kam es zu einer Renaissance. Vor allem in den Flussbiegungen, so auch am Canal du Nivernais, haben einige Guinguettes wieder regelmäßig geöffnet.
Die Auswahl in der „La guinguette du port“ in Chitry ist übersichtlich, bodenständig und extrem preiswert. Ein kleines, 3gängiges Menü gibt es für 13,50 EUR, besonders beliebt ein sehr guter Burger mit Salat und Pommes frites für 8,50 EUR. Leider mussten wir auf das Dessert verzichten, da ein aufkommender Sturm mit heftigem Regen uns schnell aufs Boot flüchten lässt.
Am Donnerstag ist die Tagesetappe von Chitry-les-Mines nach Clamecy sportlich aber machbar. Auf der Strecke „meldet“ sich wieder unsere Antriebswelle mit lautem Klopfen bei unterschiedlichen Umdrehungszahlen. Wir nehmen uns vor, bei der nächsten Gelegenheit (Auxerre) auf jeden Fall das Boot mit dem Kran rausholen zu lassen.
Da wir den Hafen von Clamecy erst am späten Nachmittag erreichen, müssen wir uns vorerst mit einem provisorischen Anleger deutlich vor dem Hafen begnügen. Der kleine Hafen ist voll. Am nächsten Vormittag wird dann umgeparkt.















