Endlich Regen – Sens, Teil 2

Sens

Mi., 20.07.2022. Für die Nacht zum Mittwoch ist ein schweres Gewitter mit Starkregen angesagt. Doch das Gewitter schrammt unseren Standort nur und der Regen ist lediglich von normaler Stärke und dauert auch nicht so lang an. Aber! Es gibt einen Temperaturabfall auf (vorerst) 25 Grad. Traumhaft.

Man bekommt wieder vernünftig Luft, obwohl sich Glieder und Kreislauf nicht sofort wieder einpendeln. Erste große Aufgabe am Vormittag: in großem Maßstab neue Getränke und Lebensmittel einbunkern.

Der Nachmittag gehört der Stadt. Die Kathedrale von innen und die dicht beieinander liegenden Museen besuchen. Bis auf die Ausstellung „Jean-Pierre Pincemin, Sculpture – Peinture“, die aufgrund der hohen Temperaturen temporär geschlossen ist, kommen wir überall hinein.

Die Ausstellung Gérard Fromanger (1939-2021) im Palais synodal hat uns überrascht. Der uns bisher unbekannte Maler war im Pariser Mai 1968 Mitbegründer des Volksateliers der Kunstakademie, das Tausende von Plakaten entwarf und druckte. Später  wandelte er sich vom sozial engagierten, militanten Künstler, zu einem, der an Spuren, Formen und Farben um ihrer selbst willen Gefallen findet. Die Malerei ist für ihn ein Mittel, den globalen Wandel zu visualisieren.

Im Palais des Archevêques (Palast des Erzbischofs) residierte vom Beginn des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert der Erzbischof neben seinem Dom auf der Südseite. Sein Palast beherbergt heute die Museen von Sens. Vier Gebäude rahmen den Innenhof ein, sechs Sammlungen bieten mehr, als ein einmaliger Besuch aufnehmen kann: Archäologie, Bildende Kunst, Schatzkammer der Kathedrale, CEREP-Library, CCE Archäologische Lager, Napoléon-Zimmer.

Wir durchstreifen drei Abteilungen und sind fast schon ein wenig froh, dass wir freundlich auf das Ende der Öffnungszeit hingewiesen werden. Auch hier gilt, manchmal ist weniger mehr.