Toul
Sa./So., 21./22.08.2021, am Samstagvormittag wird erstmal umgeparkt. Vom „Mini“-Ausleger geht es an den Rand des Hafens. Hier können wir die Räder bequem von Bord nehmen und wir liegen auch nicht so dicht – wie die Sardinen in der Büchse – zwischen den anderen Booten.
Die Sonne brennt, ein richtig schöner Sommertag. Da es gestern schon für eine Anmeldung zu spät war, müssen wir das heute tun. Bloß blöd, dass diese am Wochenende nur von 17 bis 18 Uhr besetzt ist. Also fahren wir zuerst mal zum Einkaufen. Danach auf dem Achterdeck faulenzen und um 17 Uhr zur Capitainerie. Wir sind beide vom Vortag noch etwas kaputt und vertagen den kleinen Stadtbummel durch Toul auf Sonntag.
Sonntag lange schlafen und aus dem Frühstück wird ein kleiner Brunch. Es ist grau, deutlich kühler und regnerisch. Das ganz große Gewitter kratzt uns nur mit einem Ausläufer. Um 14.00 Uhr, sagt das Regenradar, ist die Sonne wieder da. Stimmt.
Also, auf nach Toul (15.000 Einw.) Wurde an einer bereits in prähistorischer Zeit bewohnten Stelle durch den gallischen Stamm der Leuker gegründet. 51 v. Chr. von den Römern besetzt. Die Franken beendeten die römische Herrschaft und es begann eine barbarische Zeit mit immer wiederkehrenden Invasionen. Die Stadt wurde mehrmals verwüstet. 1870 im Deutsch-Französischen Krieg von der deutschen Armee belagert, kapitulierte die Festung am 23. September 1870. Im Ersten Weltkrieg fanden hier keine Kampfhandlungen statt. Doch im Zweiten Weltkrieg erlitt im Juni 1940 die Stadt schwere Zerstörungen. 40 % der Altstadt lagen in Trümmern.
Toul heute ist namensgebend für die „Côtes de Toul“, das wichtigste Weinanbaugebiet der ehemaligen Region Lothringen. Die Appelation Côtes de Toul erstreckt sich auf 110 Hektar an den Hängen einer Hügelkette westlich der Stadt. Zugelassen sind die Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder), Gamay und Pinot Meunier (Schwarzriesling) für Rot und Roséweine sowie Auxerrois und Aubin Blanc für Weißwein. Der bekannteste Wein der Region ist der Gris de Toul, ein sehr heller Roséwein.
Nun sind wir schon so lange in Frankreich und machen immer noch den gleichen Fehler: Sonntags geht man nicht in einen Ort! Keine Ahnung, was die Franzosen am Sonntag machen – auf der Straße, in Cafés und Restaurants zeigen sie sich jedenfalls nicht.













