Mit Begleitung durchs nächste Kraut. Nach Verdun

Dun sur Meuse – Verdun

Fr., 13.08.2021, der Aufbruch um 9.00 Uhr erfolgt wider Erwarten doch nur zu zweit. Zusammen mit „ma Maîtresse“, einem belgischen Boot, das mit einem Paar in unserem Alter besetzt ist, starten wir in die erste Schleuse. Eine automatische, die perfekt funktioniert. Das hatten wir nach der VNF Vorankündigung so nicht erwartet.

Aber dann. Ab der zweiten Schleuse wird manuell bedient und wir erfahren, dass das nun bis Verdun so bleibt. Stets ein kleines Team für drei bis vier Schleusen, dann wird an ein neues übergeben.

Eine lange Tour. Acht Schleusen und über 50 km lang. Und, es geht wieder durchs Kraut. Hauptsächlich sind es die aufgestauten Teppiche vor den oben liegenden Toren der Schleusen. Manchmal nur ein paar 100 Meter, einige sind kilometerlang. Durchs Kraut fährt natürlich immer die Angst mit, es könnten sich zu viele Algen um Welle und Schraube legen. Bug- und Heckstrahlruder benutzen wir in diesen Abschnitten vorsichtshalber gar nicht mehr. Zusätzlich reinigen wir täglich unseren, oft mit „Salat“ gefüllten, Wasserfilter. Die kanalisierte Meuse streckt sich. Der letzte Teil vor Verdun zieht sich über 20 Kilometer.

Letztendlich scheinen wir es wieder gut bewältigt zu haben. „ma Maîtresse“ hatte Pech. Es kommt weißer Dampf aus dem Auspuff. Im Verdun erzählt er uns, dass er Wasser im Motor vermutet und die Ursache den Algen zuschreibt. Für eine Reparatur steht ihm erst in Toul ein nächstmöglicher Servivebetrieb zur Verfügung. Zusätzlich hat er sich an einer zu niedrigen Schleusenbrücke einige Teile von seinem Geräteträger abrasiert. Bei manchen Brücken (Normalpegel-Durchfahrtshöhe 3,50 m) ist extreme Vorsichtig angesagt. Mit gelegtem Mast kommen wir auf 3,45 m. Wenn das nicht reicht, muss das Cabrio runter.

Das Happy-End des Tages ist ein wunderschöner Anleger mitten in der Stadt und fantastisches Sommerwetter. Strom und Wasser direkt am Boot. Und das Beste, alles kostenlos. Merci Verdun.