Tschüss Belgien

Antwerpen – Tholen (NL)

Sonntagmorgen. Wir verlassen mit neun anderen Schiffen zusammen das Willemdok. Pünktlich um 8.30 Uhr geht die Londenbrug hoch, relativ zügig im Anschluss die Siberiabrug. Alle Sportboote haben den gleichen Kurs. Vom Südende des Antwerpener Hafens einmal lang durch. Nach Norden.

Von einem entspannten Sonntagmorgen ist im Hafen nichts zu spüren. Frachter aller Größen sind unterwegs. Sie machen ordentlich Fahrt, sind deutlich schneller als die Sportboote, überholen sich gegenseitig und bringen uns mal um mal zum kräftigen Schaukeln (und im Boot kippt mal wieder unsere „Bibliothek“ um).

Die Ausmaße des Hafens sind in der Tat gigantisch. In Antwerpen fahren die größten Schiffe der Welt fast bis mitten in die Stadt. Der Antwerpener Hafen verfügt trotz seiner einzigartigen Lage 80 km im Landesinneren über einen riesigen Tiefseehafen.

Wir passieren die Doppelschleuse am rechten Scheldeufer (Zandvliets- und Berendrechtsluis), die schon richtig was hermacht. Die größte Schleuse der Welt allerdings, die Kieldrechtsluis, liegt am linken Scheldeufer, ist 500 Meter lang, 68 Meter breit und enthält dreimal so viel Stahl wie der Eiffelturm in Paris.

Am Nordende des Hafens beginnt die Schelde-Rijn-Verbindung. Der Kanal verläuft von Antwerpen zum Volkerak und verbindet Antwerpen mit allen Flüssen im Rhein-Maas-Delta. Die Gesamtlänge beträgt rund 50 Kilometer.

Bevor wir die Oosterschelde an ihrer Westseite passieren, müssen wir noch durch die Kreekrakschleuse. Zwei Kammern, Platz für je vier große Frachter plus x. Wir holen die anderen Sportboote wieder ein, die wesentlich mehr Gas gegeben haben und gerade einfahren. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen, gehen auf dem letzten Kilometer auch auf Full Speed und schaffen es noch (ohne Anmeldung) mit in die Schleusung. Wieder „im Paket“ zwischen den Frachtern.

Das letzte Stück ist Trödelfahrt. Wir steuern den Hafen von Tholen an.